Veranstaltungsberichte

Föderale Vorschläge: Herausforderungen und Zukunft der lokalen Entwicklung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., die ''Fundación Pensar'' und die ''Fundación Construir'' organisierten am 6. Juni in der Stadt Corrientes das Seminar „Föderale Vorschläge: Herausforderungen und Zukunft der lokalen Entwicklung“.

„Wir wollen ein Land, das authentisch föderal ist und sich um alle Argentinier kümmert“, sagte Gerardo Cipolini, Bürgermeister der Stadt Presidencia Roque Sáenz Peña, in einem vollen Saal in der Hauptstadt der argentinischen Provinz Corrientes. Er sprach über ein schwieriges Thema: die Wirtschaftsentwicklung der nordöstlichen Provinzen Argentiniens, eine der ärmsten Regionen des Landes. In seinem Vortrag fokussierte er sich auf die Sektoren der Landwirtschaft und der Infrastruktur sowie deren Potenziale.

Ein anderes wesentliches Thema, die Bildung, hatte bereits Ingrid Jetter, Bürgermeisterin von Riachuelo, besprochen. „Das Bildungssystem muss jeder und jedem die gleichen Chancen geben, in jeder Provinz des Landes!“, forderte sie und fügte hinzu: „Ich weiß, dass eines der größten Probleme der niedrige Stellenwert der Bildung auf der politischen Agenda ist: Wir müssen die Politiker zwingen, sich um die Bildung zu kümmern“.

Frau Jetter listete darüber hinaus einige besorgniserregende Daten auf, wie zum Beispiel, dass nur 11 Prozent der argentinischen Kinder mehr als vier Stunden pro Tag in der Schule sind und dass 45 Prozent der Kinder, die das Gymnasium beginnen, es nicht beenden – obwohl das Gymnasium obligatorisch ist. „Die Zivilgesellschaft muss die Politiker überzeugen, dass Bildung prioritär ist“.

Drittes Thema des Abends war die Sicherheit. Der Sicherheitsminister der Provinz Corrientes, Pedro Braillard Poccard, sagte: „Die Unsicherheit zu bekämpfen bedeutet Leben zu retten“. Demnach wäre es wichtig, dass der Staat das Vertrauen der Bürger wieder erlangt. Wie macht man das? „Der Staat muss zeigen, dass er seine Macht nur innerhalb des Rahmens der Gesetze benutzt. Der Bürger darf nicht zur Selbstjustiz gezwungen werden“. Gerade diese Erfahrung hat Argentinien in den vergangenen Monaten oft machen müssen.

Minister Poccard unterstrich vor allem drei Bereichen, in denen das Sicherheitsministerium arbeiten soll: Verbesserung der Personensicherheit, Kampf gegen den Drogenhandel und Ausbau der Infrastruktur.

Aída Ayala, Bürgermeisterin von Resistencia, war die letzte Referentin und beschäftigte sich mit der Frage der lokalen Entwicklung. „Wir befinden uns im kontinuierlichen Rückgang“, sagte sie, „wir sind immer noch eine extrem arme Region“. Der Nordosten Argentiniens ist die Region des Landes mit den höchsten Kosten für Elektrizität und trotzdem gibt es während der heißen Sommer häufig Probleme und Stromausfälle aufgrund von Infrastrukturmängeln. Aída Ayala zufolge brauche Argentinien zuallererst eine strategische Planung für Energie.

Abschließend äußerte sich auch Mauricio Macri, Regierungschef der Stadt Buenos Aires und Kandidat für die nächsten Präsidentschaftswahlen, der sagte: „Ihr habt auch das Recht auf gute Entwicklung“.

Über diese Reihe

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