Veranstaltungsberichte

Haushaltsdefizit und Wirtschaftswachstum

Zwei Hauptthemen der bevorstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uruguay

Am vergangenen Donnerstag, den 5. September, veranstaltete die Konrad Adenauer-Stiftung zusammen mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad de la República und der Gemeinschaft der Wirtschaftswissenschaftler eine Debatte zwischen den Wirtschaftsexperten der fünf im Parlament vertretenen Parteien.
Debate referentes económicos
Debate referentes económicos
Um 18.30 Uhr fand diese bisher einmalige Veranstaltung mit mehr als 300 Zuhören in einer prallgefüllten Aula statt. Die Vertreter der Parteien Frente Amplio (Fernando Isabella), Partido Nacional (Azucena Arbeleche), Partido Colorado (Ana Inés Zerbino), Unidad Popular (Luis Freda) und Partido Independiente (Marcel Vaillant) diskutierten angesichts des Wahlkampfs über das Haushaltsdefizit in Uruguay (4,9% des BIP).

Die Wirtschaftsexperten präsentierten ihre Standpunkte unter Bezugnahme auf ihre Wahlprogramme in den Bereichen Stärkung der Technologie und Verbesserung der Bildung. Aspekte, die die Debatte durchzogen, waren die hohen Staatsausgaben, die die Einnahmen übersteigen, das Defizit der uruguayischen Zentralbank und das Defizit der Sozialversicherungssysteme aufgrund des demographischen Wandels.

Die Vertreter der Frente Amplio und Partido Independiente erklären deutlich, dass die Steigerung der Einnahmen das zentrale Element zur Reduzierung des Haushaltsdefizits darstellt. Unidad Popular befürwortet eine grundlegende Erneuerung des Steuersystems mit stärkerer Belastung von Kapital und Finanzsystem. Vaillant plädiert für eine Senkung der Ausgaben, die mit Hilfe einer Reform des Staates erreicht werden soll. Einigkeit besteht über die Notwendigkeit der Stärkung internationaler Wirtschaftsabkommen und insbesondere der Beziehungen zwischen Europäischer Union und Mercosur.

Isabella warnte, dass starke Einschnitte in der jetzigen Situation in eine Krise führen würden. Freda hingegen sieht die Belastung der Banken, wie sie vor der Regierung des Frente Amplio existierte, als beste Lösung an. Die Partido Nacional und Partido Colorado versprechen den Wählern, die Steuerbelastung der Bürger nicht zu erhöhen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, persönliche Ersparnisse anzulegen. Zerbino erklärte in diesem Zusammenhang, dass Mehreinnahmen in wirtschaftlich guten Zeiten immer zurückgelegt werden müssten, um in wirtschaftlich schlechten Zeiten gegensteuern zu können. Arbeleche teilte die Meinung, dass in einer stagnierenden Wirtschaft die Steuern nicht erhöht werden dürfen, sondern unnötige Ausgaben reduziert werden müssen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Romina Andrioli, Moderatorin der Radiosendung  En Perspectiva von Radio Mundo Uruguay. Das Video der Debatte kann unter https://youtu.be/2vBA1PTGRX8 eingesehen werden.
 
Ansprechpartner

Ángel Arellano

angel.arellano@kas.de +598 2902 0943-101

Über diese Reihe

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