Veranstaltungsberichte

Kooperation und Solidarität

Bundespräsident a.D. Horst Köhler wirbt in Afrika für die Soziale Marktwirtschaft
Der frühere Bundespräsident Horst Köhler hat bei einer von der KAS veranstalteten Konferenz in Tansania die Vorzüge der Sozialen Marktwirtschaft gelobt und ihre Umsetzung in Afrika empfohlen. "Deutschland ist es mit seiner Version der Sozialen Marktwirtschaft gut ergangen", sagte er vor hohen Wirtschaftsvertretern in Dar es Salaam. Gerade auch Afrika könne von dieser Erfahrung lernen und selbst den Weg in eine Zukunft mit mehr Wohlstand einschlagen.

Oben können Sie die Rede von Bundespräsident a.D. Horst Köhler im englischen Wortlaut herunterladen.

Köhler betonte verschiedene substantielle Aspekte der Sozialen Marktwirtschaft und ihrer Implementierung. "Ohne einen funktionierenden Rechtsstaat kann auch die Soziale Marktwirtschaft nicht funktionieren", sagte er. Sowohl Investoren als auch die Bevölkerung müssten sich darauf verlassen können, dass Gesetze langfristig und zuverlässig bestehen. Vor allem der Kampf gegen Korruption sowie die Bemühung um gute Regierungsführung seien wichtige Indikatoren in diesem Bereich.

Gleichzeitig nannte Köhler die gesellschaftlichen Veränderungen, die mit Einführung einer Sozialen Marktwirtschaft entstehen, eine "politische Herausforderung ersten Ranges". Es gehe darum, "allen Menschen eine Perspektive für ein besseres Leben anzubieten, zumindest aber für Zukunft der Kinder." Der Übergang in eine erfolgreiche Soziale Marktwirtschaft werde daher Jahre dauern und alle Aspekte des Lebens betreffen: Die Arbeit, das Einkommen, die Erziehung, aber auch den familiären Zusammenhalt.

Schließlich warb Köhler dafür, die Soziale Marktwirtschaft nicht gegen, sondern im Einklang mit der Globalisierung umzusetzen. Zwar solle jede Nation ihren eigenen Weg im Umgang mit den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft finden, doch es sei klar, dass sich gerade regionale Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich auszahlt. Auch Vielfalt lohne sich, sagte Köhler: "Nur Öl, Kaffee oder Kakao zu exportieren macht ein Land zu anfällig für die Launen der Natur und die Gier von Spekulanten. Vielfalt zahlt sich aus, ebenso eine ökologische Denkweise."

Köhler dankte in seinem Vortrag auch der Konrad-Adenauer-Stiftung für ihre Bemühungen um die Verbreitung der Sozialen Marktwirtschaft in Afrika. Weitere Stationen seiner Ostafrika-Reise werden ihn nach Uganda und Ruanda führen, wo ebenfalls Diskussionsveranstaltungen zur Sozialen Marktwirtschaft stattfinden werden.

Ansprechpartner

Daniel El-Noshokaty

Daniel El-Noshokaty bild

Leitung des Auslandsbüros in Tansania

Daniel.El-Noshokaty@kas.de +255 22 2153174 / +255 22 2151990

Über diese Reihe

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