Veranstaltungsberichte

La Libertad und Ancash, Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

von Giovanni Burga

Regionale Seminar zum Thema nachhaltige Entwicklung

In Trujillo, Hauptstadt der Region La Libertad an der Nordküste Perus, wurde der erste „Seminar-Workshop“ 2019 durchgeführt: „Die Nordregion und die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung, umweltfreundlicher Energien und des Klimawandels in Peru“. Dieses Event wurde vom Programm EKLA-KAS und dem Netzwerk Erneuerbare Energie Peru (Red Energía Renovable Peru) organisiert.

Die Veranstaltung begann mit den Einleitungsworten von Pedro Gamio (Direktor von Erneuerbare Energie Peru) und Julio Chang Lam (akademischer Vizerektor UPAO Trujillo). Letzterer betonte die Notwendigkeit, dass Peru ein entschlossenes Vorgehen aller Beteiligten benötigt, Zivilgesellschaft, Staat und Akademie, um auf diese Weise mehr Projekte im Bereich erneuerbare Energien Wirklichkeit werden zu lassen. Außerdem brachte er zum Ausdruck, dass die Regierungen „eine weitsichtige Vision benötigen, die längerfristig ist und sich nicht an der Dauer einer Regierungsperiode orientiert.“

Die Vision und das erklärte Ziel dieser bisher 11 Events in verschiedenen Städten Perus (seit 2017) ist es, eine Beobachtungsstelle zu schaffen, die sich aus einem Netzwerk von Institutionen und Personen zusammensetzt. So sollen Punkte für das Monitoring von Projekten festgelegt werden, wobei Zivilgesellschaft, Akademie und Unternehmen beteiligt sein sollen. Dabei soll eine Wertschöpfungskette gebildet werden, welche die Lebensqualität sicherstellt. In diesem Zusammenhang betonte Pedro Gamio die Anwesenheit der Mitglieder der Plattform Erneuerbare Energien Ancash (Nachbarregion von La Libertad), denn es ist das Ziel, Synergien zwischen den beiden Regionen zu schaffen.

La Libertad hat in ihrer Agenda drei grundlegende Maßnahmen, die in einer vorherigen Veranstaltung gemeinsam mit dem Bürgermeister von Trujillo und dem Gouverneur von La Libertad diskutiert wurden: Die Küstenerosion, den Krankenhauskomplex und die Raumplanung (Urbanisierung). Dies sind offene Themen, für deren Lösung „eine städtische und ländliche Planung existieren muss, die Hand in Hand geht.“ „Ebenso ist die Erschaffung einer technischen Arbeitsgruppe ersten Grades nötig, dies unter Einbeziehung des Wirtschaftsministeriums und des Rechnungshofs, um zu ermöglichen, dass der Staat seiner Verantwortung Rechnung trägt und eine gute Verwaltung gefördert wird.“ Er bekräftigte die Notwendigkeit einer Territorialplanung, „mit qualifizierten Fachleuten, die über Entscheidungsgewalt verfügen, um unter gewissen Einschränkungen über verschiedene Aktivitäten innerhalb eines Territoriums entscheiden zu können.“

Im weiteren Verlauf stellte Manuel Espinoza (Geschätsführer von Bioenergy) dar, welches die Problematik bei der Herstellung von Biokraftstoffen in Peru ist. Die Biokraftstoffe können sowohl gasförmig (z.B. Biogas), flüssig (z.B. Biodiesel) oder fest (z.B. Holzbriketts) sein. Diese werden aus der Zersetzung und/oder Reststoffen organischer Produkte gewonnen. In Peru ist ein Rechtsrahmen vorhanden, der vorschreibt, dass in Benzin 7.8% Ethanol und in Diesel 5% Biodiesel vorhanden sein müssen. Allerdings gelingt es der nationalen Produktion nicht, ihr mögliches Potential zu entwickeln. Dies liegt an den mangelnden Maßnahmen für zukunftsweisende Forschung im Bereich der Produktion von Biokraftstoffen (welche die Kosten senken würde) und den niedrigen Importpreisen von Biokraftstoffen.

Im zwanzigsten Jahrhundert hat die Menschheit ihren Energieverbrauch verzwölffacht und den Abbau von Ressourcen 34-mal erhöht, wodurch 60% der Ökosysteme der Erde geschädigt sind. Aus diesem Grund betonte Marcos Alegre (Ehemaliger Umweltvizeminister – MINAM), dass ein weltweiter Paradigmenwechsel hin zu einer Kreislaufwirtschaft grundlegend für die Sicherung der (nachhaltigen) Zukunft der Menschheit ist. Dies muss mit einer effizienten Ressourcennutzung geschehen, transversal in allen menschlichen Aktivitäten. Damit der Wechsel des aktuellen Paradigmas (lineare Wirtschaft) erfolgen kann, sind verschiedene Instrumente notwendig.

Laut Ana María Bernabel (Dozentin an der USMP), sticht Territorialplanung aufgrund ihrer Wichtigkeit hervor, wobei diese zwei Dimensionen berücksichtigen muss: Die erste ist mit den politischen Maßnahmen und Studien verbunden, die dafür dienen zu entscheiden welche Aktivitäten durchgeführt werden sollen und an welchem Ort. Die zweite bezieht sich auf die Kontrolle der Änderungen in der Raumnutzung, wobei die möglichen Auswirkungen der unterschiedlichen Aktivitäten und umweltpolitische Grenzwerte untersucht werden. Sie verwies auch darauf, dass das territoriale Monitoring konstant durchgeführt werden müsse, denn „Qualität von Boden und Luft ändern sich und daher auch die Indikatoren.“

Schließlich diskutierte Alberto Ñiquén (Journalist von La Mula) mit den Teilnehmern über die Herausforderungen der Umweltberichterstattung in Peru. So muss man akademisches Wissen (Naturwissenschaft, Recht, Wirtschaft, Biologie usw.) und viel Leidenschaft mitbringen, denn leider ist die Umweltthematik noch nicht „rentabel“ für die Mediengesellschaften. Allerdings ist er zuversichtlich, dass es immer mehr Anhänger und „Konsumenten“ dieser Inhalte geben wird.

Aus seiner Erfahrung in der Welt der Umweltberichterstattung, nannte er einzelne grundlegende Eigenschaften, um einen guten Artikel zu schreiben: 1) Einfluss erzielen: Es ist wichtig, Artikel zu schreiben, die zum Lesen anregen, proaktiv, optimistisch und kritisch sind. Sie müssen Interesse erwecken und Einfluss erzielen. 2) Über was sollten wir berichten? Es muss berichtet werden über Personen, Nutznießer, Gefährdete, über diejenigen, die das Land verändern, Heldinnen und Helden wie auch Verteidiger und Verteidigerinnen der Umwelt. 3) Allianzen abschließen, mit akademischen und wissenschaftlichen Institutionen, mit Behörden, die in diesen Bereichen tätig sind, mit Experten, NGOs und ausländischen Kollegen. 4) Schlüsselpunkte in Peru und weltweite Tendenzen berücksichtigen: Rahmengesetz über den Klimawandel; Gesetz für den Verbot von Plastik für die einmalige Verwendung, die Schaffung von Naturschutzgebieten, usw.

Das Event wurde mit einer Debatte abgeschlossen, um „das Bürgernetzwerk der Nordregion gegen den Klimawandel“ zu bilden. Nach einer intensiven Diskussion, in der sowohl die Probleme als auch die Herausforderungen der beiden Regionen identifiziert wurden, erkannte man Stärken und Möglichkeiten. Man verpflichtete sich, gemeinsam an einer nachhaltigen Entwicklung unter Kooperation der beiden Regionen zu arbeiten.

Ansprechpartner

Giovanni Burga

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Über diese Reihe

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