Veranstaltungsberichte

Die Zukunft Nordostsyriens

KAS und LISA veranstalten Workshop zu Stabilisierungsstrategien in Nordost-Syrien

Mit Unterstützung des Auslandsbüros Syrien/Irak der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) organisierte das Levant Institute for Strategic Affairs (LISA) einen Workshop zur politischen und wirtschaftlichen Lage in Nordost-Syrien.

Die Veranstaltung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Beirut statt und wurde von einem Dutzend einflussreicher Journalisten, politischer Entscheidungsträger und Forscher aus Ländern wie der Türkei, Frankreich und dem Libanon besucht. Hauptziel des Workshops war es, ein umfassendes Modell zu entwickeln, das den Wiederaufbau und die nachhaltige Besiedelung in Nordost-Syrien unterstützt, einer Region, die unter der Gewalt und Zerstörung der vergangenen Kriegsjahre immens gelitten hat. Das erste Panel sollte einen Überblick über die Sicherheitslage in der Region nach dem bevorstehenden Abzug der US-Streitkräfte geben. Verschiedene Experten aus dem Iran, der Türkei und den USA, den Hauptakteuren in der Region, äußerten sich, um ein umfassendes und vielschichtiges Bild der aktuellen Lage zu vermitteln. Im Anschluss an diese Beiträge versuchten die Teilnehmer, die zukünftige Ziele und Strategien aller am Konflikt beteiligten Parteien zu analysieren. Die verbleibende Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS) war ein wiederkehrendes Thema in der Diskussion, mehrere Teilnehmer betonten, dass die Organisation nicht vollständig besiegt wurde und weiterhin in der Region aktiv ist. Das zweite Panel befasste sich mit der Situation in Syrien und ging auf mögliche Szenarien für eine nachhaltige Lösung ein. Hier betonten die Teilnehmer, dass ein effektives Handlungsmodell sowohl wirksame humanitäre Hilfe leisten können muss sowie die Aussöhnung innerhalb der Gesellschaft unterstützen muss. Somit können die Lebensbedingungen im Land auf verbessert werden, wodurch die freiwillige Rückkehr syrischer Flüchtlinge motiviert werden kann. Das dritte und letzte Panel befasste sich mit dem wirtschaftlichen Potenzial der Region und nutzte die Gelegenheit, die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in den Fokus zu nehmen. Nordost-Syrien ist reich an natürlichen Ressourcen und unterhält des Weiteren einen großen Agrarsektor. Ein Experte beschrieb die Region daher als "den Brotkorb Syriens." Die Experten waren sich jedoch einig, dass bevor diese Ressourcen effektiv genutzt werden könnten, die Infrastruktur neu aufgebaut und eine langfristige Stabilität erreicht werden muss. Dies erweist sich wiederum als eine extrem komplexe Aufgabe, da sowohl Europa als auch die USA zögern, sich unter den gegebenen politischen Umständen an Wiederherstellungsmaßnahmen zu beteiligen, und Russland und Iran weder den politischen Willen noch die finanziellen Mittel haben, um das Land selbst aufzubauen.

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Bereitgestellt von

Auslandsbüro Syrien/Irak

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.