Veranstaltungsberichte

Workshop zur Stellung des schiitischen Klerus im Irak

CEU und KAS organisieren Workshop zur Rolle der schiitischen Glaubensgemeinschaft im Irak

In der konfessionell polarisierten politischen und gesellschaftlichen Landschaft des Irak haben religiöse Autoritäten einen besonders großen Einfluss auf die Geschicke des Landes. Dies betrifft vor allem die schiitische Geistlichkeit mit religiösem Zentrum in Nadschaf, das für die schiitische Mehrheitsbevölkerung im Irak von herausragender Bedeutung ist. Um das Zusammenspiel zwischen den schiitischen Autoritäten und der irakischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu analysieren, organisierte das Auslandsbüro Syrien/Irak der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zusammen mit der Central European University (CEU) am 22. und 23. Januar 2019 einen Workshop mit über 20 irakischen Geistlichen, internationalen Wissenschaftlern und Akademikern in Beirut. Eine weitere Veranstaltung im April 2019 wird die Rolle der sunnitischen Akteure im Irak untersuchen.

Nach Begrüßungsworten von Gregor Jaecke, dem Leiter des KAS Auslandsbüros Syrien/Irak, führte Harith Hassan, Wissenschaftler an der CEU, in das Thema ein. Der erste Konferenztag widmete sich daraufhin den transnationalen Netzwerken der schiitischen Gelehrtenseminare. Dabei wurden insbesondere die Unterschiede zwischen der Hawza (Universität in der der schiitische Klerus ausgebildet wird)  im iranischen Qum und jener im irakischen Nadschaf verdeutlicht. Im Gegensatz zu der schiitischen Denkschule in Qum, welche der Tradition Ayatollah Khomeinis folgt und eine enge Verzahnung von Politik und Religion forciert, tritt die Hawza in Nadschaf um Ayatollah Sistani für eine formale Trennung des Seminars von der Politik ein. Gleichwohl spielt Nadschaf im einflussreichen schiitischen Lager der irakischen Politik sowie in der Wirtschaft des Irak eine herausragende Rolle, wie die Teilnehmer des Workshops im Detail herausarbeiteten. Der zweite Konferenztag diskutierte die verschiedenen Strömungen innerhalb der schiitischen Glaubensgemeinschaft im Irak und das Verhältnis der schiitischen Hawza zu den schiitischen Stämmen im Zentral- und Südirak. Darüber hinaus wurde ein Blick in die Zukunft geworfen und diskutiert, welche Bedeutung die Marjai’ya (die höchste geistliche Autorität der Schiiten) in Nadschaf nach dem Tode Sistanis einnehmen und wie der Übergang von Sistani zu seinem Nachfolger in der Praxis aussehen könnte.

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Bereitgestellt von

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Über diese Reihe

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