Veranstaltungsberichte

XIX. Weltklimagipfel

von Karina Marzano Franco, Jose Manuel Otero Barros

Warschau, November 2013

Die 19. Conference of Parties der United Nations Framework Convention on Climate Change, die im November in Warschau stattgefunden hat, wurde von 194 Ländern, mehreren Nichtregierungsorganisationen sowie Umweltschutzorganisationen besucht. Letztendlich konnten die Klimaverhandlungen doch einige wichtige neue Beschlüsse hervorbringen.

Die Warschauer UN-Klimakonferenz – die 19. Conference of Parties (COP 19) der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) – brachte im November 194 Länder, mehrere Nichtregierungsorganisationen sowie Umweltschutzorganisationen zusammen.

Wesentliche Ergebnisse des Gipfels waren ein Vertragsgerüst zur Verlängerung der Durban Plattform, des Grünen Klimafonds und des Long-Term-Finance Programms sowie die Schaffung der sogenannten Warschauer REDD Plus Initiative und des Loss and Damage-Mechanismus.

Mit dem Beschluss zur Durban Plattform kamen die Teilnehmer einem globalen Abkommen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen einen kleinen aber wichtigen Schritt näher. Die Plattform, die bei der kommenden UN-Klimakonferenz in Paris in 2015 unterschrieben werden soll, gilt als Nachfolgevertrag des Kyoto Protokolls nach dessen Ablauf in 2020.

Um ein Scheitern der Konferenz zu verhindern, nachdem ein Grossteil der Umwelt- und Entwicklungsorganisationen die Konferenz demonstrativ verlassen hatte, hatte man sich auf diesen, wenngleich auch bescheidenen, Beschluss geeinigt. Diese Einigung bereitet nicht nur den Weg für ein verpflichtendes Abkommen in 2015, sondern gleichzeitig wurde auch ein Fortschritt in Bezug auf den Grünen Klimafonds erzielt. Zweck dieses Fonds ist es Klimaschäden durch einen Transfer finanzieller Mittel von den Industrie- zu den Entwicklungsländern anzugehen. Die Mittel sollen für Maßnahmen zur Bekämpfung und Vorbeugung von Schäden durch den Klimawandel eingesetzt werden. Erste Gelder sollen ab COP 20 fließen.

Die Entwicklungsländer sollen zudem Hilfe dabei erhalten die Abholzung und Degradation ihrer Wälder und somit den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Das entsprechende regulatorische Instrument, mit dem Namen REDD Plus, soll ebenfalls in Paris vorgestellt werden.

Außerdem wurde ein internationaler Mechanismus für den Schutz der am meisten durch den Klimawandel gefährdeten Bevölkerungsgruppen geschaffen. Der Schutz gegen Verluste und Schäden durch extreme Wetterereignisse steht im Zentrum des sogenannten Warschauer Loss and Damage-Mechanismus. Eine detaillierte Ausführung seiner Funktionsweise soll im kommenden Jahr folgen.

Ausschlaggebend für die Umsetzung dieses Beschlusses war der Druck der Entwicklungsländer, China und insbesondere der Philippinen, die unter den schweren Folgen des Taifuns Haiyan mit mehr als 5000 Toten und 11 Mio. Verletzten zu leiden haben.

Laut UN Generalsekretär Ban Ki-Moon stelle COP 19 einen entscheidenden Meilenstein in der Erreichung eines Klimaabkommens in 2015 dar. Allerdings bedürfe es im Laufe der nächsten zwei Jahre noch vieler weiterer Anstrengungen um den globalen Temperaturanstieg unter der 2°C-Grenze zu halten.

Trotz der Überstunden, die notwendig waren um den Abbruch der Konferenz zu verhindern, sowie der Vertagung vieler wichtiger Entscheidungen auf die nächsten Treffen hat der Warschauer Klimagipfel dennoch ein paar entscheidende neue Entwicklungen auf den Weg gebracht.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Regierungen ihr Hausaufgaben für die nächste Klimakonferenz in Paris in 2015 machen und ihre Pläne vorlegen.

Ansprechpartner

Karina Marzano Franco

COP 19

Über diese Reihe

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