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Der erfolgreiche Weg zum Berufsabschluss

Neue Reformvorschläge

Für die Gesellschaft ist die duale Berufsbildung ein Integrationsmotor und für die Volkswirtschaft ein Garant für qualifizierten Fachkräfte-Nachwuchs. Das alles gilt für die weit überwiegende Mehrheit jedes Jahrgangs, aber nicht für alle. Neue Strategien sind in diesem Bereich erforderlich. Die Konrad-Adenauer-Stiftung will mit dieser Publikation konkrete Beiträge zur Diskussion um eine systematische Neugestaltung des sog. Übergangssystems leisten.

Die berufliche Bildung in Deutschland hat – jenseits der engagierten Fachkreise – wenig öffentliche Lobby. Das gilt international, wo etwa die OECD in ihren Bildungsvergleichen

regelmäßig die Leistungskraft der Berufsausbildung in Deutschland unter Wert behandelt. Es gilt auch national, wo Fragen der Berufsbildung im Rating der medialen Aufmerksamkeitshierarchie

hinter den Dauerbrennern der allgemeinen Bildungsdebatte zurückstehen müssen. Dieser Mangel an öffentlicher Aufmerksamkeit mag auch mit dem Erfolg der dualen Berufsausbildung zu tun haben. Für die jungen Menschen, die diesen Ausbildungsweg anstreben, bietet das System die Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt und in ein gelingendes Berufsleben. Für die Gesellschaft ist die duale Berufsbildung ein Integrationsmotor und für die Volkswirtschaft ein Garant für qualifizierten Fachkräfte-Nachwuchs. Das alles gilt für die weit überwiegende Mehrheit jedes Jahrgangs, aber nicht für alle. Im Jahr 2010 mündeten noch 323.700 Neuzugänge in das Übergangssystem ein, das sich allzu oft als Sackgasse erweist.

Neue Strategien sind in diesem Bereich erforderlich. Die Bundesregierung hat mit ihren Initiativen z.B. für die Etablierung von Bildungsketten, für eine frühzeitige Berufsorientierung und für den Einsatz von Ausbildungsbausteinen gemeinsam mit Ländern und Sozialpartnern neue Instrumente

geschaffen. Daran will die Konrad-Adenauer-Stiftung anknüpfen und mit dieser Publikation konkrete Beiträge zur Diskussion um eine systematische Neugestaltung des sog. Übergangssystems leisten. Damit wollen wir deutlich machen, dass eine Verstaatlichung der Ausbildung für junge Menschen aus der sog. Risikogruppe nicht die einzige Alternative zum gegenwärtigen Zustand ist. Ausbildung für alle ist möglich ohne die Stärken des dualen Systems, vor allem die Betriebsbindung der Ausbildung, ihren Praxisbezug und ihre Abschlussorientierung, preiszugeben. Wir stellen damit eine zentrale

Herausforderung für das deutsche Bildungssystem in den Mittelpunkt dieser Studie. Das entspricht einem Kerngedanken der christlich-demokratischen Idee, der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung. Dieses „Markenzeichen” gerade in Zeiten zur Geltung zu bringen, in denen die Bildungsdebatte überwiegend um andere Themen kreist und die Demografie scheinbar alle Probleme auf dem Ausbildungsmarkt

löst, verstehen wir als Teil unseres Auftrags.

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

ISBN

978-3-942775-43-4

erscheinungsort

Berlin Deutschland