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Perspektiven für den ländlichen Raum

von Dipl.-Ing. Ursula Gründler

Kommunalpolitisches Forum

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Kommunikation, Kooperation und Kompetenz - das sind die Schlüsselbegriffe, die als Überschrift gemeinsam über den Inhalten und Botschaften der Referate und Diskussionsbeiträge des kommunalpolitischen Forums zum Thema "Perspektiven für den ländlichen Raum" am 18. Juni in Oldenburg stehen könnten. Referenten aus Politik und Wissenschaft, Podiumsstimmen aus Planung, Landwirtschaft, Kultur und Technologieförderung standen ca. 90 Teilnehmern einen Tag lang zum äußerst komplexen Thema ländlicher Raum Rede und Antwort. Neben Experten und Akteuren der kommunalen und regionalen Ebene war auch ein Wissenschaftler des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn zu Gast. Dr. Detlef Virchow betrachtete die Entwicklungsperspektiven des ländlichen Raumes im internationalen Maßstab. Mit Sicherheit waren die von ihm geschilderten Probleme in ihrer politischen, ökonomischen und ökologischen Dimension dramatischer (Hunger, Armut, Ressourcenverschwendung, kriegerische Konflikte) als die im Eingangsreferat von Hans Eveslage , Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, analysierten Nachteile spezieller niedersächsischer Regionen. In der grundsätzlichen Beschreibung der Situation und der Skizzierung möglicher Lösungswege taten sich jedoch bemerkenswerte Parallelen auf:

 

Ländliche Räume sind durch Globalisierung und Urbanisierung benachteiligt, bzw. gefährdet. Zunehmend entstehen Konflikte um die Nutzung von Flächen und Landschaftsressourcen. Nach wie vor werden Fördermittel zum größten Teil in die Ballungszentren geleitet, z.B. in Niedersachsen auch nach Ende der Expo in erster Linie in den Großraum Hannover. Der Informationsfluss zwischen den verschiedenen politischen Ebenen "von oben nach unten" wie die Beteiligungsmöglichkeiten von "unten nach oben" sind nicht gewährleistet. Die Stadt-Land-Beziehung wird in erster Linie als konträr und konkurrierend definiert.

 

Eine stärkere Berücksichtigung der durchaus vorhandenen engen Beziehungsgeflechte zwischen urbanen und ländlichen Regionen mit ihren gegenseitigen Abhängigkeiten im regionalen, nationalen aber auch internationalen Maßstab könnte einem neuen Politikmodell für die ländlichen Regionen zugrunde liegen. Ein "Bündnis für den ländlichen Raum" wurde vorgeschlagen zur Stärkung der Dezentralität als Antwort auf die Globalisierung. Die Prioritäten müssen sich verschieben von der Agrarpolitik hin zu Querschnittsaufgaben in den Bereichen Bildung, Verkehr, Kultur und Wirtschaftsförderung. Akteure in der Region müssen die Rahmenbedingungen mitgestalten, sich besser organisieren und sich stärker zu Gehör bringen. Diese Prozesse laufen nicht selbständig, auch Geld allein hilft nicht. Gefragt ist eine intelligente Moderation, die der Region in der nationalen und internationalen Konkurrenz um Standortqualitäten zu einer Stimme verhilft.

 

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