Die Plakate an den Laternenmasten kündigen es an, wenn eine Wahl bevorsteht. Sie sind praktisch unübersehbar. 93 Prozent der Wahlberechtigten erinnern sich in der repräsentativen Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung kurz nach der Bundestagswahl 2025 an ein Wahlplakat von mindestens einer Partei. Kein anderer Weg der Wahlwerbung wird so breit wahrgenommen.
Doch auch andere Formen der Wahlwerbung sind den Menschen im Gedächtnis geblieben: Wahlwerbung im Briefkasten und Werbestände auf der Straße erinnern eine Mehrheit. Anzeigen in Zeitungen oder Zeitschriften und Werbung in Sozialen Medien erinnert mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten. Immerhin 14 Prozent der Wahlberechtigten wurden persönlich von mindestens einer Partei angesprochen.
Die Parteien waren unterschiedlich stark sichtbar im Wahlkampf: Wahlwerbung von der CDU/CSU wird über fast alle Kanäle am häufigsten erinnert. Dahinter folgen SPD, AfD, Grüne, FDP, Linke und BSW. Eine Ausnahme ist Werbung in den sozialen Medien. Werbung für die AfD in sozialen Medien wird am häufigsten erinnert, gefolgt von den Grünen und der CDU/CSU.
Anzeigen in Zeitungen wurden von der Wählerschaft der CDU/CSU überdurchschnittlich häufig erinnert. An Wahlwerbung in sozialen Medien erinnerten sich überdurchschnittlich häufig die Wählerinnen und Wähler von AfD, Linke, FDP und BSW.
Im Vergleich zum Wahlkampf 2021 wurde nach dem Wahlkampf 2025 häufiger Wahlwerbung in sozialen Medien sowie als Anzeige in Zeitungen und Zeitschriften erinnert. Wahlwerbung im Briefkasten ist den Wahlberechtigten etwas seltener in Erinnerung geblieben.
Plakate erreichen alle Lebensstilgruppen: Aufmerksame Wohlhabende, ehrgeizige Aktive und junge Offene erinnern sich im Vergleich häufiger an Wahlwerbestände. Klassische Bürgerliche, solide Zufriedene und aufmerksame Wohlhabende haben häufiger Zeitungsanzeigen in Erinnerung. Jüngere erinnern häufiger Wahlwerbung in sozialen Medien.
Ein Befund sticht heraus: Die Werbung von der jeweils gewählten Partei wird über fast alle Wahlkampfkanäle häufiger erinnert als es für den Durchschnitt aller Wahlberechtigten gilt. Auch wenn hier unterschiedliche Wirkungen denkbar sind (bessere Erinnerung, mehr Wahlwerbung im Umfeld der Zielgruppe), so ist doch ein Einfluss der Wahlwerbung auf die Wahlentscheidung sehr plausibel.
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