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Monitor Wahl- und Sozialforschung

Emotionen in der Demokratie

Repräsentative Umfrage zum Einfluss von Gefühlen auf politische Einstellungen in Ost- und Westdeutschland

Emotionen können auf vielfältige Weise relevant sein für politische Einstellungen und politisches Verhalten, vor allem Angst und Wut. Die Studie untersucht, wie verbreitet positive und negative Emotionen sind und wie sie sich zwischen den Wählergruppen unterscheiden. Insgesamt werden acht verschiedene Gefühle untersucht, davon drei positive (glücklich, ruhig und gelassen, viel Energie) und fünf negative Gefühle (niedergeschlagen, wütend, überfordert, ängstlich, einsam). Die negativen Emotionen werden genauer betrachtet und ihr Einfluss auf demokratische Einstellungen wird analysiert.

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Die gute Botschaft zuerst: Nur eine Minderheit berichtet oft oder sehr oft von negativen Gefühlen, positive Gefühle sind deutlich weiter verbreitet. Die emotionale Grundstimmung in Deutschland ist also gut und mithin besser, als manche Berichterstattung nahelegt. Zudem hat sich seit 2018 nur wenig verändert. Bei drei Emotionen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen: Die Menschen fühlen sich 2025 im Schnitt etwas seltener ruhig und gelassen als in 2018, haben etwas seltener viel Energie und sind leicht seltener wütend. Dagegen gibt es einen leichten Anstieg bei denen, die sich ängstlich fühlen.

Gleichzeitig gibt es aber einzelne Wählergruppen, die überdurchschnittlich häufig negative Gefühle empfinden. Vor allem die Wählerinnen und Wähler der AfD, die Wählerschaft der Linken sowie Nichtwählerinnen und Nichtwähler berichten häufiger, negative Gefühle zu empfinden als die Gesamtbevölkerung. Dagegen berichten vor allem die Wählerinnen und Wähler der Union und der Grünen seltener von negativen und häufiger von positiven Gefühlen.

Zwischen negativen Gefühlen und politischen Einstellungen zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang. Negative Gefühle verringern gesellschaftlichen Optimismus, verringern die Zufriedenheit mit der Demokratie und erhöhen gleichzeitig die Anfälligkeit für Populismus. In Westdeutschland gilt das vor allem für die Emotionen Niedergeschlagenheit und Wut. In Ostdeutschland (ohne Berlin) hat Wut den stärksten Einfluss auf Optimismus, Demokratiezufriedenheit und Populismus. Niedergeschlagenheit und besonders Wut sind damit nicht nur individuell problematisch, sondern auch gesellschaftlich und politisch relevante Gefühle, da sie demokratisch problematische Einstellungen befördern können. Daher ist es auch auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene wichtig, vor allem Wut nicht zu befeuern, sondern zu deeskalieren. Ein Mittel dafür kann in der Wertschätzung und Anerkennung für die (Lebens)Leistung der Bürgerinnen und Bürger liegen. Denn Menschen, die sich nicht mit Respekt behandelt fühlen, sind häufiger wütend oder niedergeschlagen als Menschen, die sich immer mit Respekt behandelt fühlen.

Für die vorliegende Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos vom 15. September 2025 bis 17. November 2025 insgesamt 4.004 Personen telefonisch. Die Stichprobe wurde aus dem ADM-Stichprobensystem als mehrfach geschichtete Zufallsstichprobe gezogen, die durch das Dual-Frame-Verfahren 60 Prozent Festnetz- und 40 ProzentMobilfunknummern umfasst. Um separate, belastbare Analysen für Ost- und Westdeutschland durchführen zu können, sind Befragte in den ostdeutschen Bundesländern (inklusive Berlin) überrepräsentiert, sodass 2.074 Interviews in Westdeutschland und 1.930 Interviews in Ostdeutschland (inkl. Berlin) geführt wurden. Diese Überquote wurde anschließend durch Gewichtung ausgeglichen. Zusätzlich wurden die Daten nach sozialstrukturellen Merkmalen gewichtet. Durch die Anwendung einer Zufallsstichprobe ist die Umfrage repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

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Kontakt Dr. Sabine Pokorny
Dr. Sabine Pokorny
Referentin Wahl- und Sozialforschung
sabine.pokorny@kas.de +49 30 26996-3544

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