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2. Workshop für Jungdiplomaten zum Thema “THE ROLE OF ECONOMIC DIPLOMACY TODAY” 23. - 25. Oktober 2019, Istanbul

Der 2. Workshop für Jungdiplomaten zum Thema “The Role of Economic Diplomacy Today” fand vom 23. bis 25. Oktober 2019 im Intercontinental Hotel in Istanbul statt. Dies war der 51. Workshop, der gemeinsam vom Türkei-Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung und BSEC PERMIS Istanbul organisiert wurde.

Details

21 Jungdiplomaten aus 12 BSEC-Mitgliedstaaten hatten die hervorragende Gelegenheit, sich mit ihren Amtskollegen aus der Region zu treffen und als künftige außenpolitische Entscheidungsträger sich über die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit im Schwarzmeerraum auszutauschen.

Bedeutende Persönlichkeiten aus der Region und darüber hinaus wie Daniel MITOV, ehemaliger Außenminister der Republik Bulgarien; Dr. Markus C, SLEVOGT, Präsident der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer in Istanbul; Dr. Omar Ramon SERRANO, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Technische Universität München; Frau Ellina SHAVLAY, Analystin, Labor für internationale Trendanalyse, MGIMO Universität in Moskau; Herr Thomas AWE, ehemaliger Vertreter der KAS in Korea, den Philippinen, China und Japan; Botschafter Arben ÇEJKU, Exekutivdirektor des albanischen Zentrums für gute Regierungsführung; Assoc. Prof. Dimitrios TRIANTAPHYLLOU, Direktor des Zentrums für Internationale und Europäische Studien (CIES) an der Kadir Has Universität in Istanbul, nahmen als Redner an dieser Veranstaltung teil.

Am ersten Abend des Workshops unterstrichen Walter GLOS, Direktor des KAS-Büros in der Türkei und Botschafter Michael B. CHRISTIDES, Generalsekretär von BSEC PERMIS die Bedeutung solcher Ereignisse, die als wertvolle "Investition" für die Zukunft gewertet werden sollten, und erklärten, dass sich der Workshop bereits als wertvolles Mittel erwiesen habe, um den Geist der Freundschaft und der guten Nachbarschaft zwischen jungen Diplomaten aus der Region zu fördern. Dieser Workshop trage dazu bei, den gegenseitigen Respekt sowie das gegenseitige Vertrauen, den Dialog und die regionale Zusammenarbeit zu stärken.

Nach den Begrüßungsreden hielt Dr. Markus C. SLEVOGT, Präsident der Deutsch-Türkischen Industrie-und Handelskammer in Istanbul, einen Vortrag über die Bedeutung der Strategieentwicklung und hob die Notwendigkeit der Strategieprozesshierarchie hervor, dessen Bottom-up-Ansatz er folgendermaßen beschrieb: Strategische Kontrolle, Strategieumsetzung, Strategieformulierung und strategische Analyse. Er betonte die Bedeutung von Visionen und Zielen, Disziplin, harter Arbeit, lebenslangem Lernen, niemals aufgeben, Verantwortung, Vorausschauen und Zurückgeben.

Am zweiten Veranstaltungstag informierte Herr Walter GLOS die Teilnehmer über die Rolle und Funktionsweise der Konrad-Adenauer-Stiftung, die in über 120 Ländern weltweit tätig ist. Er unterstrich, dass die Stiftung auch in die Schwarzmeerregion mit Veranstaltungen in Bereichen wie Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter, zivilgesellschaftliche Aktivitäten u.ä. unterstützt. Er drückte die Zufriedenheit der KAS für die wertvolle Zusammenarbeit mit BSEC PERMIS aus, die seit über 20 Jahren andauere, und fügte hinzu, dass diese Beziehung viele Jahre die Entwicklung von KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) gefördert hat.

Anschließend berichtete Herr Daniel MITOV, ehemaliger Außenminister der Republik Bulgarien, über einige interessante Momente aus seiner Erfahrung als „erster bulgarischer Diplomat“. Er betonte einige wichtige Faktoren, die seiner Meinung nach bei der Diskussion über Wirtschaftsdiplomatie berücksichtigt werden sollten. Er fügte hinzu, dass starke wirtschaftliche Bindungen nicht immer eine Garantie für eine wirksame Konfliktverhütung sind, und argumentierte, dass der NRO-Sektor auch in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern ein großes Mitspracherecht hat, weshalb ihre Rolle berücksichtigt werden muss. In seiner Grundsatzrede zu „Herausforderungen der Wirtschaftsdiplomatie“ beschrieb er drei wichtige Weltszenarien, deren Eintritt zu erwarten ist: 1) eine weltweite Handelszone; 2) die Formulierung großer Handelsblöcke auf der Grundlage der Geopolitik; 3) die Dekonstruktion der Weltwirtschaftsordnung.

Der Keynote folgte ein Panel zum Thema „Global Economy Diplomacy -am Beispiel Deutschlands, Indiens und Chinas“. Dr. Omar SERRANO betonte, dass die beiden Schlüsselfaktoren der deutschen Wirtschaftsdiplomatie Handel und Investitionen seien. Exporte generiere ca. 50% des BIP, jeder vierte Arbeitsplatz hänge vom Export ab. Die größten Herausforderungen für die heutige deutsche Wirtschaft sind: Brexit, Handelskonflikt mit den USA, die Gefahr, Zölle auf europäische Autos zu erheben, Handelskrieg zwischen den USA und China u.a. Frau Ellina SHAVLAY konzentrierte sich auf die Wirtschaftsdiplomatie und den wirtschaftlichen Erfolg Indiens sowie auf die gravierende sozioökonomische Situation, welche den Grundstein für dessen Wirtschaftsdiplomatie lege. Herr Tomas AWE hielt eine Rede über Chinas allgemeine Wirtschaftsdiplomatie, die einer aufstrebenden staatlichen Wirtschaft basiere und sehr offen für neue Ressourcen und Märkte sei. Die „Road and Belt“ -Initiative der chinesischen Regierung wurde als wirksames Instrument zur weltweiten Einflussnahme der chinesischen Wirtschaft genannt.

In seiner Keynote betonte Botschafter Arben ÇEJKU die Bedeutung des effizienten Einsatzes der sogenannten "persönlichen Diplomatie" im Sinne der Nutzung der eigenen Persönlichkeit und des angemessenen Verhaltens. Er wies darauf hin, dass die "Persönlichkeitsdiplomatie" als solche auch von den Staatsoberhäuptern in großem Umfang genutzt werde. Er argumentierte, dass die Diplomatie auch durch die Projektion einer persönlichen Note bereichert werden könne und riet den Jungdiplomaten, ähnliche Qualitäten zu entwickeln.

Prof. Dr. Dimitrios TRIANTAPHYLLOU nannte die BSEC-Organisation ein Beispiel für die Bedeutung der heutigen Wirtschaftsdiplomatie, obwohl die gravierenden politischen Unterschiede zwischen einigen ihrer Mitgliedstaaten es BSEC leider nicht erlaubten, den erwünschten Beitrag zu leisten und ihre Präsenz sowie ihre Relevanz in der Region und weltweit zu steigern.

Am dritten Tag des Workshops fand im Hauptquartier von BSEC ein Planspiel zum Thema "Wie die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Schwarzmeerraum wirksam gefördert werden kann" statt, das von Nicholas EMIRZAS, dem 1.Sekretär für Wirtschaft und Handel im Griechischen Außenministerium, moderiert wurde. Dieses Planspiel wurde als Bildungssimulation konzipiert, um die jungen Diplomaten mit einigen der aktuellsten Themen der regionalen Zusammenarbeit vertraut zu machen.


Zum Abschluss der Veranstaltung dankten Herr Walter GLOS und Herr Botschafter Michael CHRISTIDES den Jungdiplomaten für ihre aktive Teilnahme und brachten ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die diesjährige zweite Ausgabe des Workshops noch erfolgreicher war als die erste. Die Jungdiplomaten, die während der Veranstaltung viele Möglichkeiten gefunden haben, persönliche und geschäftliche Beziehungen zu anderen Kollegen aus der Region aufzubauen und ihr Wissen zu erweitern, betonten, das die Erfahrungen, die sie während des Workshops gesammelt haben, äußerst nützlich und wertvoll gewesen sind.

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Veranstaltungsort

Istanbul