Veranstaltungsberichte

Die Herausforderungen der digitalen Transformation in der öffentlichen Verwaltung

von Paul Saadeh

Ein Webinar in Zusammenarbeit mit dem Observatorium für den öffentlichen Dienst und gute Regierungsführung (OFP) an der Saint-Joseph Universität in Beirut (USJ)

Am Freitag, den 19. November 2021, organisierte das Rechtsstaatsprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung für den Nahen Osten und Nordafrika in Zusammenarbeit mit dem Observatorium für den öffentlichen Dienst und gute Regierungsführung (OFP) an der Saint-Joseph-Universität in Beirut (USJ) ein hybrides Seminar mit dem Titel: "Die Herausforderungen der digitalen Transformation in der öffentlichen Verwaltung". Die Debatte fand im Freien auf dem schönen USJ-Campus in Huvelin statt und wurde live über Zoom und Facebook gestreamt, so dass interessierte Teilnehmer daran teilnehmen und sich der Debatte anschließen konnten.

Ziel der digitalen Transformation ist unter anderem die Vereinfachung und Umwandlung von Verwaltungsverfahren in digitale Dienstleistungen durch die Nutzung bestehender und neuer Technologien, um die Bedürfnisse der libanesischen Bürger, Einwohner und Besucher effektiv zu erfüllen.
Das hybride Seminar wurde von Prof. Pascal Monin vom Observatoire zusammen mit Herr Philipp Bremer, dem Direktor des Rechtsstaatsprogramms, moderiert, der auch die Eröffnungsansprache hielt. Darüber hinaus wurden sechs Experten auf dem Gebiet der Rechtsstaatlichkeit eingeladen, auf dem Seminar zu sprechen.
Herr Philipp Bremer, der Leiter des Rechtsstaatsprogramms für den Nahen Osten und Nordafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung, begrüßte in seiner Eröffnungsrede die Podiumsteilnehmer und Gäste und stellte den Teilnehmern die Konrad-Adenauer-Stiftung und ihre Programme im Libanon und in der Region vor. Anschließend hob er die Bedeutung der digitalen Transformation und ihre entscheidende Rolle für die Entwicklung des Staates hervor, da sie sich auf die öffentliche Verwaltung und die staatlichen Dienstleistungen auswirkt und Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleichermaßen hat. Die Digitalisierung sei zwar eine Notwendigkeit, aber sie bringe auch viele Fragen und Risiken mit sich.
Die zweite Eröffnungsrede hielt Prof. Monin, in der er die aktuelle Situation im Libanon darstellte und aufzeigte, wie wichtig die Präsenz der digitalen Transformation auf der Weltkarte und insbesondere im Libanon ist. Er vertrat die Ansicht, dass die libanesische Regierung neue Wege für die wirtschaftliche Entwicklung einschlagen muss, um die Wirtschaftskrise in eine Chance für eine vielversprechende Zukunft zu verwandeln, da es nicht mehr möglich ist, in alte Wege zu investieren.

 

Anschließend sprachen die folgenden Redner:
1) Prof. Mona Al-Ashkar Jabbour
2) Dr. Sarah Hariri Haikal
3) Prof. Lina Oueidat
4) Herr Cyril Cuvillier
5) Richter Dr. Wassim Hajjar
6) Dr. Charbel Maroun

 

Die Leiterin für Politik und Gesetzgebung des Netzwerks für digitale Transformation, Prof. Mona Al-Ashkar Jabbour, befasste sich mit dem Thema "Einrichtung einer nationalen Behörde für Informatik und Freiheiten": Eine sichere digitale Transformation". Sie beleuchtete die Bedeutung des richtigen und fairen Umgangs mit persönlichen Daten, die sich nicht nur auf Bilder und Videos beschränken, sondern auch auf unsere Interaktion in den sozialen Medien. Die Schaffung einer nationalen Behörde ist die beste Lösung, um unsere persönlichen Daten zu schützen.

In ihrer Rede mit dem Titel "Digitale Transformation im Libanon: A Step to Promote Good Governance and Public Administrative Reform" ist Dr. Sarah Hariri Haikal, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Saint Joseph University, der Meinung, dass die digitale Transformation ein wichtiger Weg ist, um die libanesische Wirtschaftskrise zu beenden. Sie sprach über die Einführung vereinfachter Verfahren, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen Behörden zu fördern und die Umsetzung dieses Systems zu beschleunigen.

Die Beraterin des Premierministers für Technologie und Koordinatorin der nationalen Cybersicherheitsstrategie, Prof. Lina Oueidat, hielt eine Rede mit dem Titel "Erleichterung von Transaktionen und Verfahren in der öffentlichen Verwaltung" und meinte, dass "die technologische Entwicklung sehr schnell ist und die öffentlichen Verwaltungen nicht mit der gleichen Geschwindigkeit arbeiten, so dass es eine Zusammenarbeit zwischen allen Parteien geben muss, damit die digitale Transformation funktioniert, aber der Prozess ist nicht einfach, da alle staatlichen Aufzeichnungen auf effiziente Weise untersucht werden müssen".

Herr Cyril Cuvillier, ein Experte auf dem Gebiet der Cybersicherheit, vertrat in seiner Rede die Ansicht, dass "Cybersicherheit ein Eckpfeiler der digitalen Transformation ist", und er wies darauf hin, dass das Informationssystem vier Kriterien erfüllen muss: Vertraulichkeit, Zugang zu Informationen, Integrität durch unveränderte Daten und schließlich die Nachverfolgung der Datenabfrage.

Richter Dr. Wassim Hajjar, Leiter des Informatik- und Rechtszentrums im libanesischen Justizministerium, befasste sich mit dem Thema "Das Gesetz über den elektronischen Geschäftsverkehr und seine Rolle bei der digitalen Transformation" und erklärte, dass "das Gesetz den illegalen Zugang zu einem Informationssystem unter Strafe stellt. Damit werden im libanesischen Rechtssystem Straftatbestände geschaffen, die es vorher nicht gab. Das Gesetz enthält auch eine detaillierte Regelung des Verfahrens für die Beweiskontrolle bei gerichtlichen Ermittlungen in Strafverfahren".

Dr. Charbel Maroun, Universitätsprofessor und Journalist, gab in seiner Rede mit dem Titel "Zusammenfassung und Vorschläge für die digitale Transformation im Libanon" eine Zusammenfassung des Seminars und vertrat die Ansicht, dass die digitale Transformation eine Notwendigkeit und keine Option ist. Er fügte hinzu: "Die digitale Transformation ist ein Schritt zur Beseitigung der Bürokratie und der Korruption in der öffentlichen Verwaltung. Darüber hinaus trägt die Digitalisierung zu einer guten Regierungsführung bei, indem sie die Produktivität, die Transparenz und die Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern und ihren Empfängern fördert".

Ziel des Hybridseminars ist es, einen Fahrplan für die digitale Transformation im Libanon zu entwickeln, insbesondere um Lösungen für die Herausforderungen zu finden, denen sich das Land während dieses Prozesses stellen wird, und um das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten ordnungsgemäß anzuwenden.

Wenn Sie sich das gesamte Seminar ansehen möchten, klicken Sie bitte HIER

 

Ansprechpartner

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