KAS Colombia

Veranstaltungsberichte

Ein Kurs für Behörden und social leaders aus den Städten Bogota, Medellín und Barranquilla

Migrationsbewegung aus Venezuela

Am 24., 25. und 26. November fand der virtuelle Kurs: Migrationsbewegung aus Venezuela: ein Kurs für Behörden und social leaders aus den Städten Bogota, Medellín und Barranquilla statt, der von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Kolumbien, dem Observatorium für Venezuela und der Universidad National organisiert wurde.

Während der ersten Sitzung des Kurses begrüßte der Forscher des Observatoriums für Venezuela, Ronal Rodríguez, die Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über den Transformationsprozess des politischen Systems in Venezuela von der Zeit der Demokratie über die autoritäre Periode unter Hugo Chávez bis hin zum diktatorischen Regime von Nicolás Maduro. Dabei ging er auch auf die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Bedingungen ein, die die aktuelle Krise in Venezuela vertiefen. Anschließend wurde die Dynamik der Gewalt von bewaffneten Gruppen und des Regimes von Nicolás Maduro gegen die Bevölkerung dargestellt.

In der ersten Konferenz referierte die Professorin an der Universität Bielefeld, María Gabriela Trompetero, über das Thema „Konzepte der Migration und Einführung in den Fall Venezuela“. In diesem Sinne wurden die verschiedenen Migrationsarten und ihre Ursachen vorgestellt und ihre Ursachen aus einem differenzierten Ansatz der Migrationsdynamik analysiert. Im Fall Venezuela sei die Existenz einer komplexen humanitären Notlage offensichtlich, die sich auf die Dynamik einer erzwungenen Migration und einer gemischten Migration auswirkt. Ebenso wurden die von Kolumbien eingegangenen internationalen Verpflichtungen im Bereich der Migration und die aktuellen Bedingungen der Unterbringung venezolanischer Migranten in Kolumbien vorgestellt. Abschließend ging Frau Trompetero noch auf die Dynamik der Migration in Kolumbien im Zusammenhang mit der venezolanischen Migration ein.

Den zweiten Vortrag zum Thema "Kolumbien, ein Land in Migrationsbewegung“ hielt die Forscherin am Observatorium für Venezuela der Universidad del Rosario, María Clara Robayo. Sie gab einen Überblick über die historischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela im Bereich Migration. Gleichzeitig analysierte sie den Einfluss von Migranten aus dem Ausland auf die demographische Transformation Venezuelas. Die Migration von 5 Millionen Venezolanern zwischen 1950 und 2019 habe sich auch auf die wirtschaftliche Lage des Landes, vor allem auf den Ölpreis ausgewirkt. Der Zuzug von bisher 1.825.867 venezolanischen Migranten nach Kolumbien stelle die kolumbianischen Institutionen vor große Herausforderungen beim Zugang zu Gesundheitsversorgung und Schulbildung. Weitere Probleme seien die Registrierung der Migranten, die Beseitigung der Fremdenfeindlichkeit, die sozialen Garantien und die Verwaltung der Migration auf nationaler und regionaler Ebene.

Am zweiten Tag des Kurses fanden drei Präsentationen statt. Zunächst referierte der venezolanische Journalist und derzeitige Forscher am Observatorium für Venezuela, Txomin Las Heras über das Thema "Venezolanische Migration in der Welt". Dabei erstellte er ein mehrdimensionales Röntgenbild der verschiedenen Gruppen von Migranten, die ins Land gekommen sind. Er betonte, dass es für die social leaders in Bogota, Medellín und Barranquilla wichtig sei, die Migrantenbevölkerung im Detail zu kennen, um effektive politische Strategien und Aktionen zu entwerfen.  

Der zweite Vortrag des Tages wurde von der Soziologin, Gründerin des venezolanischen Programms für Menschenrechtserziehung und -aktion (PROVEA) und ehemaligen Präsidentin des Zentrums für Justiz und Internationales Recht, Ligia Bolívar, gehalten. Durch ihre Erfahrungen in der Verteidigung von Menschenrechten konnten die Teilnehmer des Kurses den aktuellen Kontext der venezolanischen Migrationskrise und die verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung besser verstehen. Dabei erwähnte sie auch, dass die Gründe für die Migration von Venezolanern nicht nur wirtschaftlicher Natur seien, sondern auch durch Arbeits-, Gesundheits- und umfassende Sicherheitsprobleme beeinflusst werden, die Tausende von Menschen dazu gebracht haben, ihre Heimat zu verlassen und aus diesen ziemlich komplexen Situationen zu fliehen.

Die dritte Konferenz des Tages hielt Christian Krüger, der für mehr als 5 Jahre Leiter der kolumbianischen Migrationsbehörde war. Sein Beitrag zielte darauf ab, die Auswirkungen des Migrationsstroms von Venezolanern auf kolumbianisches Gebiet zu diskutieren. Er erwähnte jedoch, dass die venezolanische Migration nicht die einzige komplexe Situation sei, da es auch viele Kolumbianer gebe, die täglich in andere Länder auswanderten. Eine Regulierung der Migration bringe mehrere Vorteile mit sich und die Bemühungen der staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen, die für dieses Phänomen zuständig sind, sollten darauf abzielen, solide und effektive Regulierungssysteme zu schaffen.

Den ersten Vortrag des dritten Tages hielt die Koordinatorin für Forschungen über Migration und Venezuela in der internationalen Abteilung von DeJusticia. Lucía Ramírez zum Thema "Kolumbien und die Antwort der Zivilgesellschaft". Ihre juristische Sichtweise und ihre Arbeit zur venezolanischen Migration ermöglichten es den Teilnehmern der Veranstaltung, eine klarere Vorstellung von den rechtlichen Auswirkungen der Migration zu bekommen. Dabei erwähnte sie auch, dass es derzeit keine relevanten rechtlichen Instrumente gebe, um das Recht auf Bildung und Gesundheit der Migrationsbevölkerung einzufordern.

Den zweiten Vortrag hielt die Journalistin für internationale Angelegenheiten und Forscherin am Observatorium für Venezuela der Universidad del Rosario, Juliana Gil, zum Thema "Diskurse der Migration: von den Medien zu den Meinungsführern". Dadurch erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, über die Bedeutung der Kommunikation des Phänomens der Migration und die Relevanz der Medien als transzendentale Akteure in diesem Bereich nachzudenken. Gleichzeitig analysierte Frau Gil die aktuelle Form der Kommunikation über das Thema und betonte, dass vor allem journalistische Inhalte über Migration minuziös überprüft werden müssten.

Der dritte Tag des Kurses endete mit dem Vortrag zum Thema "Herausforderungen der Migration aus Venezuela vor dem Hintergrund des COVID-19 in Kolumbien"; Referentin war die Internationalistin mit Schwerpunkt Sicherheit, Frieden und Demokratie der Universidad del Rosario, Daniela Monrroy. Sie betonte, dass der Zustrom von Migranten durch die Pandemie zwar nachgelassen habe, die venezolanische Bevölkerung in Kolumbien jedoch unter deren Auswirkungen zu leiden habe. Darüber hinaus seien Frauen und Mädchen besonders von der Pandemie betroffen, da sie nun als Frauen, Migranten und arme Menschen unter einer "dreifache Diskriminierung" zu leiden hätten. Abschließend gab Frau Monrroy einige Empfehlungen zur Kommunikation des Migrationsphänomens, die sich an die Vertreter lokaler Behörden und die social leaders richteten, die den Kurs besuchten.

So endete der Kurs mit dem Titel "Migrationsbewegungen aus Venezuela", organisiert vom Observatorium für Venezuela der Fakultät für Internationale, politische und urbane Studien der Universität Rosario und der KAS, dessen Hauptziel es war, die Migrationsbewegung aus Venezuela, ihre Herausforderungen und Chancen für Kolumbien und die Gaststädte zu diskutieren.

 

 

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María Paula León

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