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Veranstaltungsberichte

Politische Kampagnen-Arbeit auf Augenhöhe und mit Transparenz

von Saskia Gamradt

#IKPK20 –Kommunikation für die gesellschaftliche Mitte

Die Internationale Konferenz für Politische Kommunikation (IKPK) ist eine jährlich stattfindende Internationale Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei der Expertinnen und Experten über die neusten Trends in der politischen Kommunikation diskutieren. Im Fokus der diesjährigen Diskussion stehen die drei Themenkomplexe gesellschaftlicher Zusammenhalt, politische Kampagnen unter Corona-Bedingungen und US-Wahl.

Den Auftakt der 2-tägigen Konferenz machte Düzen Tekkal, Fernsehjournalistin und Autorin,  die ihre Projekt „German Dream - eine neue Erzählung von Gemeinsamkeiten“ vorstellte. Die Bildungsinitiative ist parteiübergreifend, unabhängig und richtet sich an die junge Generation Deutschlands. Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter aus Politik, Sport und Gesellschaft suchen das Gespräch in den Schulen mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern, um über gesellschaftliche und demokratische Werte zu sprechen. Sie sollen zeigen, dass unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Konfession der Traum eines jeden in Erfüllung gehen kann. „Doch oft werden Menschen mit Migrationshintergrund mit negativen Ereignissen verbunden“, erläuterte Tekkal während der Konferenz. Dabei gebe es auch positive Integrations- und Lebensgeschichten. „Es braucht Räume für Kritik und Räume für Erfolge, um sie zu feiern“, sagte sie. Tekkal setzt auf einen Austausch und Dialog, „um Wege gemeinsam zu gestalten“. „Es gibt Rechte und Pflichten auf beiden Seiten, das müssen wir als Gesellschaft aushalten.“
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Mit Solidarität  gegen Rassismus und Extremismus

Mit der Initiative wolle sie „Debattenräume erweitern“ und Rassismus und Extremismus eine klare Absage erteilen. In der anschließenden Diskussionsrunde mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz sowie aus den zugeschalteten Sozialen Netzwerken ging es unter anderem um die Frage, was man gegen rassistische Strömungen entgegensetzen kann. Tekkal forderte eine geschlossene Gesellschaft, unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund, die sich gegen Rassismus stelle. „Wir müssen dran bleiben und zeigen, das keiner alleine ist“ und sprach sich für eine grenzenlose Solidarität aus. Mit Hilfe der Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter könne auch das Grundgesetz gestärkt und dem Faschismus eine Absage erteilt werden.

Tekkal setzt mit ihrer Initiative auf Kommunikation auf verschiedenen Ebenen, sowohl in den Sozialen Medien, in Schulen, in der Gesellschaft und der Politik.

Jens Spahn ist mit der Pandemie-Kommunikation zufrieden

In der Diskussionsrunde am 2. Konferenztag über die Herausforderungen der Kommunikation unter Corona-Bedingungen zeigte sich Gesundheitsminister Jens Spahn zufrieden. „Unser Ansatz ist immer transparent zu sein, basierend auf dem Wissensstand von heute, denn vieles ist dynamisch und es kommt auf eine ehrliche Kommunikation an“, sagte Spahn. Es sei erfreut darüber, dass sein Ministerium und die Regierung von der Bevölkerung über einen langen Zeitraum eine große Zustimmung und grundsätzliche Unterstützung für ihre Maßnahmen erhalten habe.

Gesundheitskampagne auf Augenhöhe

Auf unterschiedlichen Wegen wie auch in den Sozialen Medien habe das Ministerium für seine Maßnahmen geworben. Digitale Gespräche mit Influencern, zielgruppengerechtes Targeting oder Reaktionen und Kommentare von Usern zeitnah zu beantworten, hätten zu einer erfolgreichen, politischen Kommunikation beigetragen. „Der „Wir“-Gedanke wurde in unseren Kampagnen immer in den Mittelpunkt gestellt“, sagte der Gesundheitsminister.

Positive statt negative Emotionen vermitteln

Er stellte aber auch eine zunehmende, aggressive Grundstimmung in den Sozialen Medien fest. Verschwörungstheoretiker habe es schon immer gegeben. Nur durch die neuen Kommunikationsformen gäbe es nun eine Plattform, über die sich diese Gruppen verknüpfen könnten. Spahn sprach sich dafür aus, „dass Debatten kontrovers geführt werden müssen, aber man auch Verständnis für die andere Position haben muss.“ Es sei immer leichter gegen etwas zu sein. Emotionen spielten da eine Rolle. „Wir wollen hingegen positive Emotionen mit der Kampagne ‚Zusammen gegen Corona‘ wecken“. Die Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen solle geweckt werden. Ein Schlüsselfaktor der erfolgreichen Kommunikation zu den Pandemie-Maßnahmen wie der AHA-Regel oder der Corona-App, habe auch in der Vermittlung der Ziele gelegen. „Die Erklärung, warum und wozu die Maßnahmen nötig sind, und nicht nur was wir machen, sind wichtig in der Kommunikation“, sagte der Gesundheitsminister. Die mittelfristige Perspektive und Zuversicht auf einen Impfstoff, schaffe vielleicht Motivation, sich an die Pademie-Maßnahmen zu halten.

Whats next? Ausblick auf die nächste US-Präsidentschaft

Donald Trump wurde als Präsident abgewählt und nun regiert wieder ein Demokrat als Präsident die USA. Doch so einfach ist es nicht, erklärten die Diskutanten Dr. Kathleen Searles, Prof. Dr. Christoph Bieber und Ron Nehring im letzten Panel der 2-tägigen Konferenz. Die demokratische Partei unterliege verschiedenen Strömungen innerhalb der eigenen Reihen. Insbesondere der linke Flügel sei stark, erläuterte Ron Nehring, Director of International Programs for the Leadership Institute. Mit seinen radikalen Maßnahmen und Forderungen hinsichtlich der Energiepolitik zur Bekämpfung des Klimawandels, würde der linke Flügel den Republikanern 2022 viele Wähler in die Hände spielen. „Joe Bidens schwierige Aufgabe wird sein, die Demokraten in der Mitte zu vereinigen“, sagte Nehring.

​​​​​​​Dr. Kathleen Searles, Associate Professor of Political Communication an der Louisiana State University, und Prof. Dr. Christoph Bieber, Leiter des Forschungsinkubators am Center for Advanced Internet Studies, gehen davon aus, dass sich in Zukunft an der Medienlandschaft in Bezug auf Wahlkämpfe und Berichte aus der Politikszene nichts ändern werde. „Etablierte Politiker wie Joe Biden oder Bernie Sanders nutzen die Medien für ihre Zwecke und umgekehrt“, sagte Searles. Die Medien liebten es, Extreme zu zeigen, auch wenn sie nicht die Mehrheit repräsentieren würden. "Twitter und Facebook haben einige Tweets von Donald Trump gelöscht, aber in den nächsten Jahren wird es sich zeigen, welche neuen Medien es gibt und welche Rolle verschiedene große und kleine Medienplattformen spielen werden“, sagte Bieber.

 

Ansprechpartner

Dr. Sandra Busch-Janser

Dr

Leiterin Politische Kommunikation und AdenauerCampus

Sandra.Busch-Janser@kas.de +49 30 26996-3492 +49 30 26996-53492
Ansprechpartner

Linda Dietze

Linda  Dietze bild

Referentin Politische Kommunikation

linda.dietze@kas.de +49 30 26996-3588
Länderberichte
Reuters Photographer
6. November 2020
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