Veranstaltungsberichte

Youth4Policy - Öffentlicher Dialog und Startschuss für den zweiten Jahrgang

Am 21. März hielten wir gemeinsam mit unseren Partnern Centre for Development Alternatives (CDA) und dem Public Policy Institute (PPI) einen öffentlichen Dialog zum Abschluss des ersten Jahrgangs der Youth4Policy StipendiatInnen. Das Programm bietet ein Training, um junge Menschen auszubilden, einen Beitrag im öffentlichen politischen Diskurs zu leisten. Der Dialog schuf eine Plattform für die Präsentation und Diskussion der 8 entwickelten Forschungsarbeiten und endete mit einem neuen Anfang – dem offiziellen Start der zweiten Runde von Youth4Policy.

Mehr als 100 Teilnehmer von Vertretern der Jugend bis hin zu Beamten des Sekretariats des Kabinetts nahmen an dem Dialog teil, um sich von der Forschung der jungen Experten inspirieren zu lassen. Mit einer herzlichen Begrüßung machte Emmanuel Kitamirike von PPI die Gäste mit dem Ziel von Youth4Policy vertraut. Während des Programms werden die jungen Ausgewählten befähigt und ausgebildet, einen sinnvollen Beitrag zu Politikforschung und damit zu gegenwärtigen, öffentlichen Debatten zu leisten. Der öffentliche Dialog bot den StipendiatInnen eine Plattform, um dem Publikum ihre Alternativen und Ideen für die Politik vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Herr Kitamirike betonte, dass dieser Dialog dazu beiträgt, die Herausforderungen in politischen Entscheidungsprozessen zu bewältigen, indem er "eine Plattform für die Jugend schafft, um Einfluss auf diejenigen nehmen zu können, die politische Entscheidungen treffen".

"Es gibt junge Menschen dort draußen, die etwas zu bieten haben", erinnerte Mathias Kamp, Country Representative der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die Teilnehmenden. Mit dieser Annahme begann Youth4Policy und Herr Kamp schätzte sehr, dass die 8 jungen Auserwählten des ersten Jahrgangs beweisen, dass die Annahme richtig ist. Er betonte, dass das Programm eine gemeinsame Lernerfahrung ist und einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung junger Menschen in Uganda leistet.

Um das Thema der Jugend im öffentlichen politischen Diskurs in Uganda weiter zu vertiefen, gab Herr Henry Mbaguta vom Ministerium für Finanzen, Planung und wirtschaftliche Entwicklung seine Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen für die Jugend sich zu engagieren. Da Uganda die jüngste Bevölkerung der Welt hat und vor großen Herausforderungen der Jugendarbeitslosigkeit steht, ist die Einbeziehung der jungen Stimmen notwendig. Um heutigen Herausforderungen zu begegnen, muss sich die junge Generation an der Gestaltung von Politik für den sozialen und wirtschaftlichen Wandel des Landes beteiligen können. "Die Jugend muss sich engagieren, aber mit Beweisen", womit der Kommissar für Finanzdienstleistungen seinen Wunsch nach jungen Menschen äußerte, die mit Beweisen ausgestattet sind wie die 8 Youth4Policy-Teilnehmenden.

Im Anschluss entstand eine hitzige Debatte, die von Yusuf Kiranda, dem Direktor von CDA, moderiert wurde. Der Stipendiat Malcolm Mpamizo wies darauf hin, dass es nicht nur um Beweise geht, sondern auch um die Qualität. Darüber hinaus forderte er das Publikum auf, darüber nachzudenken, "wie man eine kritische Masse schaffen kann". Susan Nandududu forderte daraufhin, die "Isolation junger Menschen zu stoppen" und mehr Raum für sie im politischen Diskurs zu schaffen. Robert Musoko, Mitglied des Parlaments, veranschaulichte, wie Beweise die Politik beeinflussen können, da sie beispielsweise zur Überarbeitung der Mobile Money Steuer beigetragen haben. In der Diskussion wurde das Publikum aktiv einbezogen. Dadurch wurden weitere wichtige Punkte angesprochen, wie die mangelnde Repräsentation junger Menschen mit Behinderungen und die Notwendigkeit zu Handeln.

Der wichtigste Teil des Dialogs stellte die Präsentation der 8 Forschungsarbeiten dar. Die jungen Experten hatten die Möglichkeit, Einblicke in ihre Forschung zu geben und diese mit dem interessierten Publikum zu diskutieren. Menschenrechtsverletzungen, Arbeitsmigration und Empfehlungen zur Korruptionsbekämpfung sind nur einige der Themen, mit denen sich die Teilnehmer und StipendiatInnen auseinandersetzten.

Die Stipendiatin Winnie Watera befasste sich zum Beispiel mit der Repräsentation von Frauen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Sie fand heraus, dass es nur wenige Frauen in solchen Berufen und Studienfächern gibt, weil Frauen "von den MINT-Fächern weg sozialisiert werden". Die Makerere University beispielsweise berichtete 2017 von einer "9,2%ige Einschreibungsquote von Studentinnen im MINT-Bereich". Neben Einblicken in die empirischen Ergebnisse der StipendiatInnen, entwickelten alle zudem politische Empfehlungen. Benjamin Rukwengye erkannte, dass Soft Skills im ugandischen Bildungssystem helfen können, die Herausforderung der Arbeitslosigkeit zu bewältigen. Daher empfiehlt er die Überprüfung des nationalen Lehrplans und einen Wechsel in der Ausbildung von Lehrern. Wie sehr das Treffen als Plattform diente, um politische Entscheidungen zu beeinflussen, zeigte die Diskussion über die Ausbeutung von Arbeitsmigranten. Herr Mwanje, Vertreter der Parlamentarischen Angelegenheiten Ugandas, lud die Menschen ein, sich "zu vernetzen, um eine gutes Gesetz auf den Weg zu bringen". Dabei schätzte er sehr die Forschung von Hilda Namakula, die sich mit der Migration in die Länder des Golf-Kooperationsrats befasste.

Am Ende der Präsentationen wurde der zweite Jahrgang von Youth4Policy offiziell gestartet und Herr Kitamirike rief zu Bewerbungen auf. Zum Abschluss der ersten Runde des Programms bot der Dialog den jungen StipendiatInnen die notwendige Bühne, um ihre Ergebnisse vorzustellen, zu diskutieren und sich zu verbinden, um den politischen Diskurs zu beeinflussen. Anschließend nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich weiter zu vernetzen, mit dem Ziel, dass "die Forschung der jungen Experten genutzt wird", wie Herr Kitamirike sagte.


verfasst von Madita Schulte

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Uganda