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Für ein starkes Europa, das auf ein großes Ziel ausgerichtet und handlungsfähig ist

Romano Prodi, 29. Mai 2001

Am 11. Dezember 2000 unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs der EU den Vertrag von Nizza, der die Union auf die bevorstehende Osterweiterung vorbereiten soll. Für den Präsidenten der EU-Kommission, Romano Prodi, ist dieser Vertrag das Signal, sich der institutionellen Aufgaben der Gemeinschaft anzunehmen. „Es ist an der Zeit, das politische Europa aufzubauen“ – mit diesen Worten fordert er am 29. Mai 2001 in Paris die Europäer auf, ihre zukünftigen Ziele zu definieren und über Methodik und Instrumente für deren Umsetzung nachzudenken.

Die Idee Europa, die Werte- und Kulturgemeinschaft, die vor wenigen Jahren Helmut Kohl und François Mitterrand in das Bewusstsein der Menschen gerückt haben, scheint Prodi nicht mehr gefährdet zu sein. Er setzt sie als selbstverständlich voraus, wenn er davon spricht, dass die Grundlagen für konkretes politisches Handeln nun gegeben seien – mehr noch: Europa verfüge mit seinem wirtschaftlichen Gewicht, der Erweiterung und seinem geistigen Kapital über drei große Trümpfe, angesichts derer „wir keine Angst vor der Globalisierung zu haben“ brauchen. „Nach den Händlern ist es nun an den Völkern, die Europäische Union aufzubauen.“

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Dr. Michael Borchard

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Hauptabteilungsleiter Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik

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