Einzeltitel

Rezepte für die Redaktion 2017

Deutscher Lokaljournalistenpreis - Ergänzungsband 13

Wenn sich in den fast 400 Einsendungen für den Deutschen Lokaljournalistenpreis 2017 eine allgemeine Entwicklung abbildet, müssen wir uns um die Glaubwürdigkeit der lokalen Medien keine Sorgen machen. Klarer Trend bei den eingereichten Arbeiten ist eine Renaissance der Recherche. Viele Redaktionen haben die Jury mit ihrer Courage und Beharrlichkeit begeistert – und die Auswahl schwer gemacht. Allein sechs der zwölf preisgekrönten Geschichten beruhen auf investigativer Recherche und genauer Analyse.

Dieser Rezepte-Band ist daher mehr als nur eine Dokumentation der preisgekrönten und fast preisgekrönten Einsendungen des Preisjahrgangs 2017. Er ist eine Beispielsammlung dafür, wie der Kampf gegen Fake News und alternative Fakten gelingen kann: Was Journalisten von nichtjournalistischen Content-Produzenten unterscheidet, ist die Recherche. Indem sich Redaktionen auf ihre Kernkompetenz besinnen, stärken sie die Glaubwürdigkeit ihrer Medien.

Das beeindruckendste Beispiel liefert die Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, die dafür mit dem ersten Preis ausgezeichnet wird. Ein engagiertes Journalistenteam um Rafael Binkowski recherchiert und schreibt mutig über einen Bandenkrieg zwischen türkischen und kurdischen Rockerclubs. Eine scheinbar lokale Rivalität im Drogenmilieu erweist sich als blutiger Kampf mit internationalen Verflechtungen. Die Journalisten decken die Hintergründe auf, die bis in die Nähe des türkischen Präsidenten reichen. Sie setzen damit ein mutiges Zeichen für den Wert der Pressefreiheit. Die Leistung wird durch die Tatsache unterstrichen, dass der Bundesinnenminister im Juli 2018 die türkische Rockergruppe „Osmanen Germania“ verboten hat.

Ansprechpartner

Susanne Kophal

Susanne Kophal bild

Leiterin Eventmanagement

Susanne.Kophal@kas.de +49 30 26996-3216 +49 30 26996-3237
Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können

Über diese Reihe

Sammlung aller Einzelpublikationen, welcher keiner spezifischen Publikationsreihe angehören.