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Wirtschaftliche Entwicklung in Subsahara-Afrika

von Gunter Rieck Moncayo
In der Entwicklungszusammenarbeit kommt der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas eine Schlüsselrolle zu. Dies findet seinen Niederschlag in unterschiedlichen Initiativen der deutschen Politik wie bspw. dem Marshallplan mit Afrika oder dem Compact with Africa. Auch für die Konrad-Adenauer-Stiftung stellt das Themenfeld Wirtschaft einen Kernbereich ihrer Arbeit in Subsahara-Afrika dar.

In den zurückliegenden 10–15 Jahren haben die afrikanischen Länder ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet, oft mit hohen Wachstumsraten. Da jedoch in vielen dieser Länder die Bevölkerung weiterhin schnell wächst, müssen die entsprechenden Zahlen immer im Zusammenhang betrachtet werden (vgl. Grafik auf Folgeseite). In den letzten Jahren schwächelten ausgerechnet die größten Volkswirtschaften des Kontinents: Das Wirtschaftswachstum in Nigeria bspw. war 2017 mit nur 0,8 % sehr schwach und stand einem deutlich größeren Bevölkerungswachstum von 2,6 % gegenüber. Zusammengenommen bedeutet dies pro Kopf eine abnehmende Wirtschaftsleistung. Im Jahr 2050 wird Afrika nach aktuellen Prognosen 2 Mrd. Einwohner haben, für die produktive Arbeitsplätze entstehen müssen. Das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum wird den Migrationsdruck in den kommenden Jahrzehnten in vielen Ländern Subsahara-Afrika erhöhen. Auch eine zunehmende wirtschaftliche Entwicklung wird diese Dynamik nicht ohne weiteres umkehren können: Die Wirtschaftsleistung pro Kopf ist in fast allen Ländern Subsahara-Afrikas in einem derart niedrigen Bereich, dass ein Wachstum zunächst zu mehr Migration führen dürfte. Erst ab einem Pro-Kopf-Einkommen von $ 8.000 bis $ 10.000 ist ein Niveau erreicht, bei dem der Migrationsdruck nachlässt. Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Subsahara-Afrika sollten daher so wirkungsvoll sein, dass diese Schwelle möglichst schnell erreicht wird.

Subsahara-Afrika spielt aktuell im deutschen Außenhandel kaum eine Rolle. 2017 gingen deutsche Waren im Wert von ca. € 14 Mrd. nach Subsahara-Afrika, dies entspricht einem Anteil von gerade einmal 1,1 % der gesamten deutschen Ausfuhren. Knapp zwei Drittel aller deutschen Exporte gingen dabei nach Südafrika. Im Bereich der ausländischen Direktinvestitionen sind die Zahlen sogar noch bescheidener. Lediglich € 428 Mio. oder 0,38 % der deutschen Direktinvestitionen befanden sich 2017 in Subsahara-Afrika. Es fließen also weniger Direktinvestitionen nach Subsahara-Afrika als bspw. nach Portugal. Auch hier dominiert Südafrika deutlich mit einem Anteil von ca. 70 % aller deutschen Direktinvestitionen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitet in Subsahara-Afrika im wirtschaftspolitischen Bereich mit lokalen Partnern und den deutschen Außenhandelskammern zusammen, in Ghana bspw. schwerpunktmäßig zu den Themen berufliche Bildung und Start-Ups/Unternehmertum.

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