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Mehr Segen als Fluch

by Christian Schleicher
Als „dritte industrielle Revolution“ bezeichnete Christian Schleicher, Abteilungsleiter Politische Bildungsforen Nord, die Digitalisierung im Rahmen seiner Begrüßung zur Podiumsdiskussion „Die Person zählt: Was Schülerinnen und Schüler angesichts des digitalen Kulturwandels lernen müssen“. Gut 200 Schülerinnen und Schüler des benachbarten Canisius-Kollegs, einige Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern waren seiner Einladung zu der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Ignatianische Pädagogik ausgerichtet wurde, gefolgt.

Für den thematischen Einstieg der etwas anderen Art sorgte der Poetry-Slammer Julian Heun, der die Zuhörer mit einem teils auch nachdenklich stimmenden Gedicht über die Perspektiven der Digitalisierung einstimmte.

Im Anschluss daran diskutierten Expertinnen und Experten über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, über deren unterschiedliche Aspekte, über die Vermittlung von Medienkompetenz und über die Fragen inwieweit die digitale Welt das Lernen verändert.

Nadine Berneis, Projektleiterin der Initiative „Digitale Bildung trifft Schule“ machte darauf aufmerksam, dass es bereits sehr viele gute Lernseiten im Netz gäbe, die allerdings aus Ihrer Sicht noch nicht ausreichend von Schulen und Lehrkräften genutzt würden. Sie hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Seiten bekannter zu machen. Aidan Thompson, Direktor für Strategie und Integration des Jubilee-Centers für Charakter und Tugenden an der Universität Birmingham, machte sich dafür stark, dass Kinder schon relativ früh das Programmieren sowie das Erstellen von Algorithmen erlernen sollten. Tanja Böhm, Leiterin der Hauptstadtrepräsentanz der Microsoft Deutschland GmbH, betonte, dass Microsoft schon seit über 15 Jahren in Internetlernseiten investiere. Dies begründete sie damit, dass Microsoft die Identifikation mit dem jeweiligen Land und die Investition in Bildung sehr wichtig sei und zu den Leitmotiven der Firma gehöre. Tankred Schipanski MdB, digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erwähnte, dass es in der letzten Legislatur gelungen sei einen digitalen Ausschuss zu gründen, der sich sehr stark mit den Herausforderungen im weiten Themenfeld der Digitalisierung auseinandergesetzt habe. Er legte Wert auf die Feststellung, dass es für das Verhalten im Netz verbindliche Regeln geben und speziell den jungen Menschen Medienkompetenz vermittelt werden müsse.

Die Schülerinnen und Schüler des Canisius-Kollegs sprachen in der anschließenden Fragerunde so spannende Themen wie Fake News, Schule und Bildung in der digitalen Welt sowie Wertevermittlung und Charakterbildung an.

Alle vier Podiumsteilnehmer waren sich darin einig, dass unsere Gesellschaft ohne Digitalisierung und Datenerhebung nicht mehr funktionieren könne. Insofern stelle sich auch nicht die Frage, ob dies stattfinde, sondern wie und nach welchen Regeln. Trotz aller möglichen Gefahren und Nachteile betrachteten sie die Digitalisierung auf jeden Fall mehr als Segen denn als Fluch und sprachen sich dafür aus, die Digitalisierung nicht als Risiko, sondern als Chance zu betrachten.

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