Folter in russischer Kriegsgefangenschaft

Ukrainische Soldaten berichten über Kriegsverbrechen

Drei ukrainische Soldaten berichten von Folter, Hunger und Gewalt in russischer Kriegsgefangenschaft. Ihre Erfahrungen dokumentieren mögliche Verstöße gegen die Genfer Konventionen und zeigen die langfristigen Folgen russischer Kriegsverbrechen.

Drei ukrainische Soldaten sitzen nebeneinander in einem Studio. Das Bild bewirbt eine Interviewreihe über Kriegsgefangenschaft, Folter, Hoffnung und die Rückkehr ins Leben. KAS
Wie erleben ukrainische Kriegsgefangene die Haft in Russland? Die Interview-Reihe „In russischer Kriegsgefangenschaft“ dokumentiert Berichte über Folter, Hunger, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in russischer Gefangenschaft. Die persönlichen Geschichten von Andrii Viktorovych Naimann, Mykyta Semeniv Ruslanovych und Oleksandr Harnaha Vyacheslavovych verdeutlichen, welche Folgen die Missachtung der Genfer Konventionen für ukrainische Kriegsgefangene hat. Ihre Erfahrungen geben Einblick in die Bedingungen der Haft und zeigen, wie die Gefangenschaft ihr Leben bis heute prägt.

Andrii Viktorovych Naimann: 20 Monate in russischer Kriegsgefangenschaft

Andrii Viktorovych Naimann war Militärarzt und Hauptmann der ukrainischen Streitkräfte. Er gehörte zu den Verteidigern von Mariupol und geriet nach dem Fall des Asowstal-Werks im Jahr 2022 in russische Gefangenschaft. In unseren Interviews schildert er, wie die Hoffnung auf eine kurze Internierung schnell einer Realität aus Gewalt, Hunger und völliger Abhängigkeit wich. Seine Haft verbrachte er unter anderem in der Strafkolonie Oleniwka, wo Gefangene nur minimale Versorgung erhielten und grundlegende Regeln des humanitären Völkerrechts missachtet wurden.
 
Nach insgesamt 20 Monaten Gefangenschaft wurde Naimann freigelassen. Obwohl er anschließend das Recht gehabt hätte, seinen Militärdienst zu beenden, entschied er sich bewusst dagegen. Er kehrte in die ukrainischen Streitkräfte zurück und begründete dies damit, dass er sein Land in Kriegszeiten nicht verlassen könne. Seine Geschichte steht exemplarisch für die Resilienz vieler ukrainischer Soldaten, die trotz schwerer persönlicher Erfahrungen weiter Verantwortung übernehmen.

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Mediathek

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Militärarzt aus Mariupol: Vom Alltag zum Ausnahmezustand (Folge 1)

Ein ukrainischer Militärarzt berichtet vom Beginn der russischen Invasion, den Folgen in Mariupol und seiner Gefangenschaft bis zum Austausch 2024.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Militärarzt in Azovstal: Belagerung, Bunker und Überleben (Folge 2)

Ein Militärarzt schildert die Versorgung Hunderter Verwundeter im belagerten Azovstal-Werk und den Kampf gegen Mangel, Chaos und ständigen Beschuss.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft in Olenivka: Hunger, Gewalt und Ungewissheit (Folge 3)

Ein ukrainischer Militärarzt berichtet über seine Gefangenschaft in Olenivka, Mangel, Krankheit und die psychischen Folgen des Überlebens in russischer Haft.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft im System: Gewalt, Verhöre und Kontrolle (Folge 4)

Ein Militärarzt schildert russische Gefangenschaft als System aus Gewalt, Kontrolle und Mangel sowie die Folgen fehlender medizinischer Versorgung.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Horlivka: Systematische Gewalt und Haftalltag (Folge 5)

Ein Militärarzt berichtet, wie Gewalt, Angst und Isolation den Haftalltag prägen und Gefangene in einem System dauerhafter Kontrolle zermürben.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Rückkehr aus der Gefangenschaft: Folgen, Verarbeitung und Zukunft (Folge 6)

Ein ukrainischer Militärarzt berichtet über die Zeit vor und nach seiner Freilassung sowie den Weg zurück ins Leben und den fortgesetzten Dienst in den Streitkräften.

Mykyta Semeniv Ruslanovych: Verhöre, Gewalt und ihre Folgen

Mykyta Semeniv Ruslanovych verteidigte 2022 Mariupol und Asowstal. Er verbrachte fast zwei Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft, zunächst im berüchtigten Gefängniskomplex von Taganrog und später in Kisel. In den Interviews beschreibt der heute 23-Jährige systematische Verhöre, körperliche Gewalt und den Druck, belastende Aussagen gegen sich selbst oder Mitgefangene zu machen. Schweigen sei keine Option gewesen; die Gefangenen seien permanent zu Aussagen gezwungen worden.

Ruslanovych berichtet zudem von einem Alltag, der durch strenge Kontrolle geprägt war. Gespräche unter Gefangenen waren weitgehend verboten, selbst geringfügige Verstöße wurden bestraft. Gleichzeitig waren die Kameradschaft unter den Gefangenen und die Gewissheit, in der Heimat nicht vergessen zu sein, wichtige Quellen psychischer Stärke. Nach seiner Freilassung begann er eine medizinische und psychologische Rehabilitation. Trotz seiner Erfahrungen plant er, solange der Krieg andauert, weiter Soldat zu bleiben.

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Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Soldat aus Odesa: Sein Weg in den Krieg (Folge 1)

Ein Soldat aus Odesa berichtet, wie die Ereignisse seit 2014 ihn zum Militär führten und schließlich in Mariupol in russische Gefangenschaft brachten.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Soldat in Mariupol: Die ersten Wochen der Belagerung (Folge 2)

Ein ukrainischer Soldat schildert den Beginn der Invasion in Mariupol, den Verlust von Kameraden und den täglichen Kampf ums Überleben bis Azovstal.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft in Oleniwka: Hunger und Baracke 200 (Folge 3)

Ein ukrainischer Soldat berichtet über Hunger, Isolation und den Tod von Kameraden in Oleniwka sowie die Bedeutung von Zusammenhalt in Gefangenschaft.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft in Taganrog: Gewalt, Folter und Isolation (Folge 4)

Ein ukrainischer Soldat berichtet über Misshandlungen, Zwangsverhöre und Solidarität unter Gefangenen während seiner Haft in Taganrog

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft in Taganrog: Schläge, Strafen und Erschöpfung (Folge 5)

Ein ukrainischer Soldat schildert Gewalt, Zwang und Erschöpfung in russischer Gefangenschaft sowie den Kampf, unter unmenschlichen Bedingungen zu überstehen.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Verhöre in Gefangenschaft: Aussagen unter Druck und Inszenierung (Folge 6)

Ein ukrainischer Soldat berichtet über Verhöre, Zwang und Propaganda in russischer Gefangenschaft sowie seinen Versuch, Kameraden nicht zu belasten.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Gefangenschaft in Kizel: Rückkehr, Verarbeitung und Zukunft (Folge 7)

Ein ukrainischer Soldat berichtet über Isolation, strenge Kontrolle und den Weg zurück ins Leben nach der Gefangenschaft. Humor und Zusammenhalt geben Kraft.

Oleksandr Harnaha Vyacheslavovych: Folter an der Tagesordnung

Oleksandr Harnaha Vyacheslavovych stammt aus der Region Luhansk und trat Ende 2021 den ukrainischen Streitkräften bei, weil der Krieg für ihn eine persönliche Angelegenheit war. Nach Einsätzen in Rubischne, Sjewjerodonezk und anderen Frontabschnitten kämpfte er Anfang 2024 bei der Verteidigung von Awdijiwka. Dort geriet er am 16. Februar 2024 nach schweren Häuserkämpfen in russische Kriegsgefangenschaft. Seine Kameraden waren gefallen, er wurde schließlich von russischen Truppen umzingelt.

In der KAS-Interviewreihe beschreibt Harnaha die Haft als von Gewalt, Demütigungen und Folter geprägt. Bereits kleinste Fehler hätten Schläge nach sich gezogen, hinzu kamen stundenlange Strafübungen und Berichte über den Einsatz von Elektroschocks. Er schildert eine Gefangenschaft, in der selbst ukrainische Sprache oder die Bitte um medizinische Hilfe zu Bestrafungen führen konnten. Im Juli 2025 kam er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei. Heute spricht er öffentlich über seine Erfahrungen und über die Herausforderungen der Rückkehr in ein normales Leben.

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Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Sein letzter Kampf in Awdijiwka: Oleksandrs Weg in Gefangenschaft (Folge 1)

Ein Offizier aus Luhansk berichtet über seinen Weg in den Krieg, die Kämpfe um Awdijiwka und die Gefangenschaft nach dem Fall seiner Stellung.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Die ersten Monate in Gefangenschaft: Folter und Verhöre (Folge 2)

Ein ukrainischer Offizier berichtet über Folter, Verhöre und psychischen Druck in russischer Gefangenschaft sowie seinen Weg durch mehrere Haftanstalten.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Alltag in russischer Gefangenschaft: Schläge für jeden Fehler (Folge 3)

Ein ukrainischer Offizier berichtet über Gewalt, Folter und Demütigungen in russischer Gefangenschaft, wo selbst kleinste Verstöße brutal bestraft werden.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Verhöre in Gefangenschaft: Scheinhinrichtung und Isolation (Folge 4)

Ein ukrainischer Offizier berichtet über monatelange Verhöre, Isolation und Folter in russischer Gefangenschaft sowie den Kampf, psychisch zu überleben.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Briefe, Bücher und Schachfiguren aus Brot: Überleben in Gefangenschaft (Folge 5)

Ein ukrainischer Offizier berichtet, wie Bücher, Gespräche und Zeichnen ihm halfen, Hoffnung zu bewahren und die Aussichtslosigkeit der Gefangenschaft zu ertragen.

Interviewreihe: In russischer Gefangenschaft

Die letzten Tage in Gefangenschaft: Inszenierung vor dem Austausch (Folge 6)

Ein ukrainischer Offizier berichtet über seine Freilassung, die Rückkehr zur Familie und warum er trotz Gefangenschaft denselben Weg wieder wählen würde.

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Marcel Schmidt
Marcel Schmidt
Leiter Online-Kommunikation und Social Media
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