Handreichungen zur Politischen Bildung

Städte- und Gemeindepartnerschaften

von Melanie Piepenschneider , Philipp Lerch
Strukturen – Praxis – Zukunft in deutsch-französischer Perspektive
Städte- und Gemeindepartnerschaften machen Europa für die Menschen spürbar, entfalten bürgerschaftliche Netze und bilden Brücken zwischen Nachbarn. Sie sind Ausdruck gelebter Subsidiarität und organisieren europäischen Zusammenhalt „von unten“. Vor Ort befördern sie den Europagedanken, interkulturelle Kompetenzen sowie Austausch und Wissenstransfer in Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. Die deutsch-französischen Partnerschaften gelten als Vorbilder. Anlass genug für eine Zwischenbilanz und den Ausblick: Die Studie liefert Informationen, Eindrücke und Orientierung. Sie gibt Handlungsempfehlungen, wie Partnerschaften angebahnt, organisiert und bewahrt werden können. Praxisbeispiele und Interviews verdeutlichen anschaulich, wie wertvoll diese Keimzellen Europas sind.

Geleitwort

Rund 6.000 Städte- und Gemeindepartnerschaften zwischen deutschen und anderen europäischen Kommunen entfalten jenseits des europäischen Rampenlichts ein starkes Netz. Es ermöglicht die regelmäßige, anlassunabhängige und ungezwungene Begegnung von Menschen aus ganz Europa, stärkt ihr „Wir-Gefühl“ und stiftet einen gemeinsamen Bürgersinn. Städte- und Gemeindepartnerschaften belegen eindrucksvoll, dass Europa kein „Eliten-Projekt“ ist, wie Kritiker regelmäßig behaupten.
Städte- und Gemeindepartnerschaften sind das Fundament gelebter europäischer Integration, eines Europas der Bürger, des Austauschs und des friedlichen Miteinanders vor Ort. Der Wert des geeinten Europas wird gerade auf kommunaler Ebene spürbar und persönlich erfahrbar. Städte und Gemeinden, die sich ausdrücklich als europäische Kommunen verstehen, beleben Europa „von unten“. Im Idealfall handeln Kommunalpolitik und die in Vereinen organisierte Zivilgesellschaft dabei Hand in Hand. Grenzüberschreitende Projekte auf kommunaler Ebene wirken Europaskepsis und -skeptikern entgegen. Sie machen uns für Krisenzeiten, wie wir sie momentan erleben, widerstandsfähiger. Sie wappnen uns gegen Gleichgültigkeit und Missverständnisse, Abschottung und Misstrauen.
Die etwa 2.000 Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Städten und Gemeinden tragen unserer gemeinsamen Geschichte Rechnung. Sie fördern die deutsch-französische Freundschaft. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, fast 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und bald 30 Jahre nach der Wiederherstellung der Deutschen Einheit, zieht diese Studie eine Zwischenbilanz. Sie verdeutlicht Wirken und Wert der „jumelages“ – sowohl aus deutsch-französischer Perspektive, als auch in einem gesamteuropäischen Kontext.
Unsere Handreichung zur Politischen Bildung in deutscher und französischer Sprache stellt lebendige Städte- und Gemeindepartnerschaften vor, illustriert gute Praxisbeispiele, präsentiert Interviews sowie Erhebungen und beleuchtet neue Formen projektbezogenen Engagements. Im Ergebnis stehen Ermutigungen, Hinweise und Handlungsempfehlungen für Verantwortliche aus der Kommunalpolitik und -verwaltung, aus dem Vereinswesen, aber auch für neugierige Bürgerinnen und Bürger, die sich bislang nicht in der Partnerschaftsarbeit engagieren. Betrachtet werden kleine Gemeinde- und große Städtepartnerschaften, ihre Öffentlichkeitsarbeit und Auswirkungen, ihre Erfolge und Potentiale.
Städte- und Gemeindepartnerschaften verdienen heute unverändert unsere Beachtung, aber auch unser Engagement. Ich empfehle Ihnen herzlich die Lektüre dieser von Andreas Marchetti verfassten und von unserer KommunalAkademie mit Unterstützung des Auslandsbüros Frankreich sowie der Bernhard-Vogel-Stiftung publizierten Handreichung.

Dr. Norbert Lammert

Ansprechpartner

Philipp Lerch

Philipp Lerch bild

Leiter des Politischen Bildungsforums Rheinland-Pfalz

philipp.lerch@kas.de +49 6131 2016 930 +49 6131 201693-9
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Über diese Reihe

Mit der Reihe „Handreichungen zur Politischen Bildung“ möchte die Politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung interessierte Bürgerinnen und Bürger über politische Entwicklungen informieren, Orientierungen in Sachfragen geben und das Interesse an politischer Mitwirkung stärken. Die Handreichungen verstehen sich als Grundlageninformationen zur Beteiligung an aktuellen politischen Diskussionen.

Bestellinformationen

Die Handreichungen können telefonisch oder per E-Mail unter dem aufgeführten Kontakt bestellt werden.