Expertengespräch

„Foreign Fighters“ – eine neue Herausforderung für Europa

AJC Berlin und die Konrad-Adenauer-Stiftung laden ein

Details

Die Anschläge von Kopenhagen und die akuten Terrorwarnungen von Braunschweig und Bremen im vergangenen Monat haben verdeutlicht, dass die terroristischen Angriffen von Paris im Januar dieses Jahres kein isolierter Einzelfall waren. Es vergeht kaum eine Woche in Europa, ohne dass eine Anschlagswarnung ausgesprochen oder Festnahmen verdächtiger Extremisten gemeldet werden. Allein in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Personen wegen des Verdachts auf Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten und des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz festgenommen. In diesem Zusammenhang haben sich auch Befürchtungen bestätigt, die bereits kurz nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 von deutschen Sicherheitsbehörden geäußert wurden: dass islamistische Extremisten am Bürgerkrieg in Syrien teilnehmen und anschließend in ihre Herkunftsländer zurückkehren könnten, um dort Anschläge zu verüben.

Der deutsche Verfassungsschutz geht derzeit von rund 650 "Syrien-Reisenden" aus, von denen rund ein Drittel bislang nach Deutschland zurückgekehrt ist. Hiervon befänden sich derzeit etwa 70 Personen in Untersuchungshaft, mehr als 200 Personen stünden unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit sogar noch verhältnismäßig moderat dar - Länder wie Belgien, Frankreich, Österreich und die nordischen Staaten haben in Relation zu ihrer Bevölkerungsgröße sehr viel höhere Zahlen. Damit drängen sich für die deutsche und europäische Debatte zahlreiche Fragen auf, die nicht nur an die Sicherheitsbehörden, sondern auch an die Politik und letztlich die Gesellschaft insgesamt zu richten sind:

Wie lässt sich die Radikalisierung vornehmlich junger Europäer erklären? Wie lässt sich dieser Prozess verhindern oder umkehren? Wie gewaltbereit sind Syrien-Rückkehrer wirklich und welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen und müssen noch ergriffen werden, um die Sicherheit in Europa zu gewährleisten?

Um diese und weitere drängende Fragen unter Fachleuten zu diskutieren, laden AJC Berlin und die Konrad-Adenauer-Stiftung zum Expertenseminar „Foreign Fighters – Eine neue Herausforderung für Europa“ ein.

PROGRAMM

9.30 Uhr

Begrüßung

  • Dr. Gerhard Wahlers

    Stellvertretender Generalsekretär

    Konrad-Adenauer-Stiftung

    Berlin

  • Deidre Berger

    Direktorin AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations

    Berlin

9.45 Uhr

Nach den Anschlägen von Paris - Gefährdungslage sensibler Einrichtungen in Frankreich: Ein Erfahrungsbericht

Tali Ohayon

Geschäftsführerin Service de Protection de la Communauté Juive

Paris

10.00 Uhr

Was treibt junge Menschen in den heiligen Krieg? - Push- und Pull-Faktoren europäischer Dschihadisten

  • Dr. Matthew Levitt

    Direktor des Stein Program on Counter-Terrorism

    Washington Institute for Near East Policy

    Washington, D.C.

  • Yassin Musharbash

    Redakteur DIE ZEIT

    Hamburg

  • Thomas Volk

    Koordinator Islam und Religionsdialog

    Konrad-Adenauer-Stiftung

    Berlin

Moderation:

Dr. Kristina Eichhorst

Koordinatorin Krisen- und Konfliktmanagement

Konrad-Adenauer-Stiftung

Berlin

12.00 Uhr

Mittagspause

13.00 Uhr

Wie groß ist die Bedrohung für Europa? - Eine Analyse der Gefährdungslage

  • Prof. Dr. Peter Neumann

    Direktor ICSR

    London

  • Marwan Abou-Taam

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

    Mainz

  • Sinan Selen

    Referatsleiter Terrorismusbekämpfung Bundesministerium des Innern

    Berlin

Moderation:

Christoph Lanz

Journalist

Berlin

15.00 Uhr

Kaffeepause

15.15 Uhr

Ist Europa gewappnet? - Möglichkeiten der Prävention und Strafverfolgung

  • Michael Whine

    Direktor Government & International Affairs

    Community Security Trust

    London

  • Dr. Daniela Haarhuis

    Dozentin Universität Münster

    Partner Haarhuis & Haarhuis Rechtsanwälte

    Münster

  • Tali Ohayon

    Geschäftsführerin Service de Protection de la Communauté Juive

    Paris

  • Ahmad Mansour

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Zentrum Demokratische Kultur

    Berlin

Moderation:

Dr. Stefan Friedrich

Leiter Team Politikdialog und Analyse

Konrad-Adenauer-Stiftung

Berlin

16.55 Uhr

Schlusswort

Deidre Berger

Direktorin AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations

Berlin

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Veranstaltungsort

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Tiergartenstr. 35,
10785 Berlin
Deutschland
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Kontakt

Dr. Kristina Eichhorst

Political Dialogue and Analysis