Diskussion

Belziger Gespräche: Jugendliche und Protestbewegungen in Lateinamerika

Impressionen aus Chile und Brasilien
Gespräch und Diskussion

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Der lateinamerikanische Kontinent ist von starken sozialen Ungleichheiten geprägt. Gleichzeitig bilden sich in vielen Ländern in zunehmendem Maße Mittelschichten heraus, die nach wirtschaftlicher und politischer Teilhabe streben. Eine Ausdrucksform fand diese Entwicklung in den Protestbewegungen, die in den letzten Jahren in mehreren Ländern Lateinamerikas aufkamen. Die unterschiedlichen Protestbewegungen fanden in verschiedenen nationalen Kontexten statt und unterscheiden sich sowohl in ihren grundlegenden Ursachen als auch in den konkreten Auslösern und den Teilnehmenden. Zwei Experten werden an diesem Abend die Protestbewegungen in Brasilien und Chile analysieren. Im anschließenden Gespräch möchten wir besonders die Rolle von Jugendlichen in den Protestbewegungen thematisieren.

In Chile gingen 2006 und 2011 große Massen von Schülerinnen, Schülern und Studierenden auf die Straßen, um ihrer Unzufriedenheit mit dem Bildungssystem Ausdruck zu verleihen. Dessen Strukturen stammen teilweise noch aus den Zeiten der Militärdiktatur und sind von starker Zentralisierung und Privatisierung geprägt. Fraglich ist, inwiefern sich die Forderungen aus den monatelangen Protesten in der Bildungsreform der jetzigen Präsidentin wiederfinden. In Brasilien kam es 2013 und 2014 im Rahmen der Vorbereitungen auf die Fußballweltmeisterschaft der Herren zu Massenprotesten im Land. Dabei wurdenfragwürdige Infrastrukturprojekte für die Fußballweltmeisterschaft vor dem Hintergrund mangelhafter Probleme im Land kritisiert; einen unmittelbaren Auslöser der Proteste stellte die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr da. Weiterhin wurde in diesem Jahr ein Korruptionsskandal um das staatliche Ölunternehmen Petrobras enthüllt, in den zahlreiche Politikerinnen und Politiker verwickelt waren, was erneut große Proteste nach sich zog.

Eine Expertin aus Brasilien und ein Experte aus Chile werden die Entwicklungen in ihremn Ländern analysieren und in den lateinamerikanischen Kontext einordnen. Débora Medeiros ist Doktorandin der Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Den Arbeitsschwerpunkt der Brasilianerin bildet die alternative Berichterstattung von Protestbewegung am Beispiel Brasilien 2013 und 2014. Diego Pardo (LL.M.) aus Chile ist Doktorand der Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Der Chilene beschäftigt sich mit Verfassungsrecht, aber auch Menschenrechten und Strafrecht und war bereits als Gastprofessor der Rechtsphilosophie und des Verfassungsrechts tätig.

Wir laden Sie herzlich zu dieser Diskussionsrunde ein. Die Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden.

Anmelden können Sie sich unter 0331-7488760 oder kas-brandenburg@kas.de.

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Die Teilnehmenden erklären mit der Anmeldung ihr Einverständnis, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während oder nach der Veranstaltung entstandene Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.

Programm

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Veranstaltungsort

Burghotel Bad Belzig
Wittenberger Str. 14,
14806 Bad Belzig
Deutschland
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Débora Medeiros
Diego Pardo
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Alexandra Paulus

Studentenproteste in Chile
Menschen mit Plakaten haben sich zum Protest versammelt. | Foto: Maria Objetiva/Flickr
Débora Medeiros (Freie Universität Berlin)
Diego Pardo

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