Veranstaltungsberichte

Bots, Bilder, Berichte – Medien und Meinungsbildung: JugendpolitikTag in Köln

von Anne Odendahl

Zehn Konzepte zum Umgang mit Medien und für unsere Gesellschaft

„Hast du das schon bei Facebook gelesen?“ Eine Frage, die viele Schülerinnen und Schülern täglich hören und bejahen. Doch ist dabei kaum bewusst, inwieweit Fake News, Social Bots oder digitale Nachrichtenmeldungen unsere Meinung prägen. Beim JugendpolitikTag „Dein Standpunkt! DU zwischen Medien und Politik” haben sich Jugendliche mit aktuellen Fragen der Digitalisierung und den Möglichkeiten von Netzpolitik im gesellschaftlichen Kontext auseinandergesetzt.

Den Tag in der Jugendherberge Köln-Riehl eröffneten Simone Habig, Leiterin des Regionalbüro Rheinland und Serap Güler MdL, die Schirmherrin der Veranstaltung. Bei den vom Regionalbüro Rheinland organisierten JugendpolitikTagen dürfen auf keinen Fall die Poetry -Slammer Pauline Cebulla, Max Gebhard und Nick Pötter fehlen. Wortgewandt und gestenreich machten sie deutlich, dass gerade die leisen Töne im Umgang miteinander heutzutage wichtig sind.

Spannend referierte Lothar Keller, Moderator des RTL-Nachtjournals über Macht und Verantwortung der Medien. Im Anschluss stellte er sich den zahlreichen Fragen der Jugendlichen. Den Vormittag beschloss eine Podiumsdiskussion zum Thema „Pressefreiheit in Gefahr“. Moderatorin Anuscha Loza sprach mit Serap Güler, Lothar Keller, Katharina Mosene von Publixphere und Nils Thieben von der KAS-Medienwerkstatt.

In den sich anschließenden neun Workshops und einem Seminar der Medienwerkstatt beschäftigten sich über 160 Jugendliche damit, wie sie die Freiheiten des Internets nutzen, zugleich aber auch unsere gesellschaftlichen Werte wahren können. Sie erarbeiteten zehn Ergebnisse:

1. Informationsfreiheit im Netz

Der freie Zugang zu Wissen im Internet als wesentlicher Faktor gegenwärtiger Meinungsbildungsprozesse hat nicht nur positive Seiten. So das Ergebnis im Workshop mit Katharina Mosene von Publixphere, einem offenen Netzwerk für Diskussionskultur. Das Gruppenfazit: Bewusste Anwendung von Digitalisierung im Alltag kann positiv sein.

2. Konsument oder Gestalter?

Wie man als Bürger aktiv sein politisches Umfeld medial mitgestalten kann, haben die Jugendlichen im Workshop von Videojournalistin Sabrina Kurth gelernt. Sie erstellten einen Kurzfilm, in dem jeder seinen Standpunkt zum Thema Meinungsfreiheit erklärte.

3. Wer die Sprache beherrscht, gewinnt auch Wahlen

Die Poetry Slammer Pauline Cebulla, Max Gebhard und Nick Pötter zeigten ihren Workshop-Teilnehmern, wie man mit geschickter Wortakrobatik die Zuhörer einfangen und begeistern kann. Zwei Teilnehmerinnen trugen zum Abschluss des Tages ihre selbst geschriebenen Slams über den Jugendpolitiktag vor.

4. Gesteuerter Nachrichtenkonsum

Nicht alles glauben, was im Internet steht. Medienkompetenz ist in Zeiten von Fake News unerlässlich. Mit Journalistin Jenna Behrends überprüften die Jugendlichen Nachrichten und Bilder auf ihre Verlässlichkeit.

5. Medien spielen in unserer Demokratie eine zentrale Rolle

Im Workshop von Serap Güler und Yasmin Honnef haben die Schülerinnen und Schüler das Beziehungsgeflecht von Medien und Politik genauer betrachtet. In Tweets von 140 Zeichen fassten sie ihre Ergebnisse zusammen: Journalismus und Freie Presse sind ein Korrektiv für die Politik.

6. Propagandavideos

Ein kurzes Video mit dem Handy gedreht und schnell im Netz hochgeladen. Das kann heutzutage jeder – auch diejenigen, die dieses Medium ausschließlich zu Propagandazwecken nutzen wollen. Welche Strategien und welche Technik hinter solchen Webvideos stehen, zeigte der Orange-Journalist Maximilian Nowroth den Jugendlichen.

7. Entradikalisierung von Sprache

In einem Theaterstück zeigte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern auf, welche Ursachen und Folgen Mobbing im Netz haben kann. Gerade die Anonymität des Internets macht es einfach, radikale, diskriminierende und entwürdigende Texte und Bilder zu posten. Mit Theaterpädagogin Sylvia Strubelt sind die Jugendlichen diesem Phänomen auf die Spur gegangen.

8. Vertrauen in klassische Medien

Ein Workshop besuchte mit RTL-Journalist Lothar Keller die Kölner Studios von RTL und ntv. Die Jugendlichen nahmen an einer Redaktionssitzung teil und erlebten live, wie ein Thema entsteht: von der Recherche über die Sendungsplanung bis zur Ausstrahlung.

9. Tagesschau oder Dschungelcamp?

Von Marc Röhlig, Chef vom Dienst bei bento.de, erfuhren die Schülerinnen und Schüler, was die richtige Mischung aus News und Unterhaltung ist. Denn auch komplexe politische Themen lassen sich ansprechend aufbereiten.

10. Exklusiv-Reporter beim JugendpolitikTag

Begleitet wurde der JugendpolitikTag von der KAS-Medienwerkstatt für Schüler. Im viertägigen Seminar „Intensivkurs Multimedia“ lernten die Teilnehmer Online Berichterstattung kennen. Das Ergebnis wird eine eigene Homepage mit Berichten, Bildern, Interviews und Videos sein.

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Ansprechpartner

Simone Habig

Simone Habig bild

Leiterin Regionalbüro Rheinland

Simone.Habig@kas.de +49 211 8368056-0 +49 211 8368056-9

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