Veranstaltungsberichte

Demokratie ist für mich…

von Julia Rieger, Tim Neumann

Podcasts mit verschiedenen Düsseldorfer Bürger und Bürgerinnen

Demokratie gehört zu Politik und Gesellschaft, ist untrennbar mit Gesetzen und Wahlen verbunden. Aber wie sieht Demokratie in anderen Bereichen aus? Welche Bedeutung hat sie in der Bildung, im Journalismus und für die Hausbrauerei um die Ecke? Zum diesjährigen Tag der Demokratie haben wir nachgefragt – und sind mit den Ergebnissen zu den Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern gegangen.
Wir haben mit den Düsseldorfern auf der Straße diskutiert, was Demokratie für sie bedeutet. Mit dabei: Eine Hör-Bar, in der die Besucher hören konnten, was Demokratie für Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen bedeutet. Auch die Besucher konnten ihr persönliches Statement abgeben. Entstanden ist ein Podcast, der zeigt, wie vielfältig Demokratie ist und welche Perspektiven es gibt.

Friede, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung

Für die Menschen auf der Straße war klar: Demokratie sorgt dafür, dass wir in Freiheit leben, unsere Meinung sagen dürfen und uns entfalten können. Doch sie ist nicht selbstverständlich: „Wir leben im Jahr 2019, da muss man die Demokratie auch mitziehen.“ Einige wünschen sich mehr Transparenz und Beteiligung. So vielfältig wie die Besucher am Stand sind, so unterschiedlich sind auch die Schwerpunkte, die sie setzen: „Ich wünsche mir, dass ich alleine denken darf und für mich Verantwortung übernehmen darf und soll.“

Demokratie: Dort, wo Menschen sie gestalten

Bevor wir mit den Düsseldorferinnen und Düsseldorfern diskutierten, haben wir mit verschiedenen Expertinnen und Experten über die Bedeutung von Demokratie in ihrem Bereich gesprochen. Die vollständigen Statements können Sie am Ende des Beitrags hören.

Gemeinschaft durch Austausch

Für Sandra Martini, Verkäuferin der Obdachlosenzeitung fiftyfifty, ist die Gleichberechtigung wichtig: „Es ist mir wichtig, dass ich angesehen werde wie jeder Andere und kein Mensch zweiter Klasse bin. Jeder darf das sein, was er denkt, was ihn ausmacht.“ Michael Schnitzler, der
Geschäftsführer der Brauerei
Uerige, hofft, dass das Uerige als Begegnungsstätte zur Demokratie beiträgt: „Wir sind ein klassenloses Haus, das soll dazu führen, dass sich unterschiedliche Menschen einfach austauschen. Das schafft das Verständnis füreinander.“

Orte, an denen Demokratie gelebt wird

Für die Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Prof. Anja Steinbeck steht die Wertschätzung der Demokratie im Fokus, es müsse mehr getan werden, um den Wert der Demokratie hervorzuheben. Die Universitäten könnten durch Wissenschaft eine Orientierung bieten: „Sie ist nunmal eine der besten Quellen für gute Argumente, die man braucht, wenn man sich mit anderen Ansichten auseinandersetzt.“ Guy Dermosessian, Leiter der Abteilung Diversity am Düsseldorfer Schauspielhaus, hofft auf Kulturinstitutionen, die sich als Orte gelebter Demokratie verstehen, „aber auch als Orte, an denen neue Entwürfe von Demokratie gewagt werden.“ Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind für die WDR-Journalistin Michaela Rensing wichtige Eckpfeiler der Demokratie: „Journalisten müssen sich immer wieder ihrer Funktion bewusst werden: Wir müssen darauf achten, was Politiker und NGOs tun und wir müssen ihnen notfalls auf die Finger hauen, indem wir es öffentlich machen.“

Für Demokratie kämpfen

Für Olaf Lehne, Abgeordneter im Landtag NRW, ist die Demokratie die Grundlage der Freiheit. Er wünscht sich ein größeres Demokratieverständnis: „Wir haben hier das beste demokratische System.“ Freya Klier, Bürgerrechtlerin und Autorin, hat selbst erlebt, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. „Wir haben für Demokratie gekämpft. Das ist auch ein Thema der jungen Generation: Mit Wünschen ist das nicht getan, man muss wirklich was tun.“
 

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Über diese Reihe

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