Veranstaltungsberichte

Jugend beklagt die zu geringe politische Partizipation

von Michael Lingenthal
23 Nachwuchspolitiker und gesellschaftspolitisch engagierte Jugendliche arbeiten vom 12. bis 18. Mai 2008 in Lima in einem workshop zusammen. Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ekuador, Kolumbien, Mexiko, Venezuela und das Gastgeberland Peru sind vertreten.
Jugend und soziale Gerechtigkeit, Ökologie und Klimawandel, Demokratie und Rechtsstaat und Vernetzung von Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik/Kooperation sind die Themen, die in vier Arbeitsgruppen behandelt werden. Ziel ist es, die Position der Jugendlichen selbst zu bestimmen und ihre Forderungen an den Dialog mit Europa zu formulieren.


Elinor Walder: Der erste Tag im KAS Büro verlief generell ganz gut. Die Diskussionen kamen schnell zustande und man kam zu interessanten Ergebnissen. Schön fand ich es, dass die einzelnen Gruppen sich nicht abgrenzten, sondern auch untereinaner Kontakte schlossen.

Am ersten Tag haben die Teilnehmenden aus ihren Ländern und Regionen berichtet. Deutlich wurde, dass in der Mehrheit der Länder Lateinamerikas fragile demokratische Systeme in der Gefahr stehen, von populistischen Politikern und Konzepten überrollt zu werden. Die Jugend beklagt die zu geringe politische Partizipation. Dafür gibt es zwei unterschiedliche Ursachen: einmal die fehlende Bereitschaft vieler Jugendlicher zum Engagement. Dann aber auch die Tatsache, dass der jungen Generation von den „Etablierten“ keine Partizipationsmöglichkeiten eingeräumt werden.Die Chancen der Jugend sind insbesondere durch eine verfehlte Bildungspolitik und mangelnde Berufsausbildung bzw. berufliche Chancen beeinträchtigt.

Auf der Makroebene wird Ökologie und Klimawandel thematisiert. Veränderungen der Politik zum Schutz der Umwelt werden begrüßt. Im krassen Gegensatz dazu das Verhalten der Bevölkerung im Alltag, zu oft bedingt durch fehlende Infrastruktur, Unkenntnis oder Armut. Stichpunkte dazu: Müll, Abwasser und Chemie in der Landwirtschaft. Klimaerhalt darf nicht zu Lasten der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Lateinamerikas gehen. Klimaschutz und Entwicklung müssen im Einklang entwickelt werden. Das Dreieck „Politik-Wirtschaft-Sozial“ muss stimmen.


Lucia Vogel: Sehr auffällig waren die verschiedenen Atmosphären in den einzelnen Besprechungsgruppen. Während in einigen sehr interaktive Diskussionen entstanden und eifrig mitgemacht wurde, waren andere eher von Monologen geprägt. Der offene Charakter der Teilnehmer und das gegenseitge Kennenlernen brachten eine freundschaftliche Stimmung in den Arbeitstag.

Sicherheit in seinen unterschiedlichen Dimensionen wird mehr und mehr ein Thema der internationalen Beziehungen und damit der Außenpolitik. Migration, Energie, Bekämpfung von Korruption und Drogen sind national nicht mehr lösbar.Bemerkenswert: Alle Arbeitsgruppen stimmten überein, dass nur eine Erziehung zu und die Verankerung von Werten die genannten Herausforderungen lösen kann. Beispielsweise haben Familie, Freundschaft, Verlässlichkeit einen hohen Stellenwert für die Jugendlichen. Gefordert werden durchaus „traditionelle Werte“ und keine neuen Heilsversprechen. Erziehung zu Werten bedarf auch verstärkter Angebote zur politischen Bildung. Die Jugend fordert verstärkte Wertvermittlung und politische Bildung – ein wichtiger Hinweis für die Kooperation der KAS in Lateinamerika.

Lesen und sehen Sie, wie der zweite Tag des Workshops verlief.

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

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Peru Peru