Veranstaltungsberichte

San Martin und Amazonas auf dem weg zur nachhaltigkeit

von Giovanni Burga

Regionalseminar

Die Veranstaltung wurde von Repräsentanten lokaler und regionaler Gebietskörperschaften, sowie wissenschaftlicher und privater Institutionen besucht. Diese kamen nicht nur aus San Martin, sondern auch aus Yurimaguas (Loreto) und Chachapoyas (Amazonas).

Sie wurden von Pedro Gamio (Direktor von „Erneuerbare Energie Peru“) gemeinsam mit dem Bürgermeister von Tarapoto, Tedy Del Águila Gronerth, und dem Gouverneur von San Martin, Pedro Bogarín Vargas, in den Begrüßungsworten genannt. Dabei wurde zum Ausdruck gebracht, dass die Konzepte nachhaltiger Entwicklung (mit einem Fokus auf den Schutz der Biodiversität) transversal für alle Pläne sind, die auf lokaler (z.B. Terapotos Stadtentwicklungsplan) und regionaler Ebene (z.B. nachhaltige landwirtschaftliche Projekte) durchgeführt werden.

Vorträge:

 „Klimawandel und Technologien für erneuerbare Energien”

 Pedro Gamio (Direktor von Erneuerbare Energie Peru) legte seinen Schwerpunkt auf die Auswertung der Situation von San Martin. Diese Region ist ebenfalls von den Folgen des Klimawandels betroffen (so werden sich zum Beispiel voraussichtlich bis 2050 die Anbauflächen für Kaffee reduziert haben, wobei dieser eine der Haupteinnahmequellen der Region ist). Aus diesem Grund ist es notwendig Anpassungsmaßnahmen im landwirtschaftlichen Sektor mit Hilfe von strategischen Plänen umzusetzen sowie auch degradierte Böden zurückzugewinnen, wiederaufzuforsten und erneuerbare Energien mit effizienten Systemen und Elektromotoren zu nutzen. Es ist erforderlich, die Strukturen für Good Corporate Governance anzulegen, um so gemeinschaftlich mit der Bevölkerung das Risiko zu managen. Außerdem sollten Produkte und Vorgehensweisen entwickelt werden, die zu neuen Einnahmequellen in der Region führen. Und es ist unerlässlich, in den verschiedenen Plänen und öffentlichen Bauvorhaben die Ziele nachhaltiger Entwicklung aufzunehmen. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle mit den Personen aus den ländlichen Regionen zusammenzuarbeiten, die den Ursprung und die Weiterverarbeitung der Rohstoffe kennen. „Die Welt des Amazonasgebietes ist der wichtigste Schatz unserer Erde, dort befindet sich auch die Region San Martin. Es gibt unglaubliche Möglichkeiten, um aus ihren Städten Vorbilder zu machen, in denen ein Gleichgewicht mit dem Ökosystem erreicht wird“, betonte er.

 „Nachhaltige Städte für nachhaltige Regionen: Die Herausforderung der Nachhaltigkeit für Städte in Peru“

Die jüngste Veröffentlichung mit der Unterstützung der Stiftung „Städte Perus: Erster nationaler Bericht über städtische Indikatoren”, analysiert 30 Städte (25 Hauptstädte und 5 Wachstumsstädte) nach den folgenden Kriterien: Wachstumsrate, Flächennutzung versus Bevölkerungswachstum, Bevölkerung in Elendsvierteln, öffentliche Grünflächenausstattung, Fahrradwege, Mobilitätspläne, Abfallaufkommen in Haushalten usw. Hierzu präsentierte Anna Zuchetti (Periferia S.A.C.) einige Forschungsergebnisse, wie die wachsende Tendenz hin zu einer urbanisierten Welt (im Jahr 2030 werden 60% der Bevölkerung in Städten leben). Dabei befindet sich Peru unter den Ländern mit der stärksten Urbanisierung, diese liegt bei 75%. Daher drängt es die Ziele nachhaltiger Entwicklung wie in „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ zu erreichen und eine nationale Städtepolitik umzusetzen.

Situation der Biokraftstoffe in Peru”

Die Biokraftstoffe werden durch die Zersetzung von Abfallstoffen aus verschiedenen Produktionstätigkeiten gewonnen, erläuterte Manuel Espinoza (Berater/Experte von Erneuerbare Energien). Er nannte als Beispiele für diese Technologie Petramas (produziert 4.4 MW Strom auf Grundlage von Haushaltsabfällen), Paramonga (23 MW Strom aus Bagasse von der Zuckergewinnung) und Santa Rosillo (6 KW Strom aus Dung und landwirtschaftlichen Rückständen). Außerdem stellte er zwei weitere Projekte aus der Amazonasregion vor. Eines davon existiert in Puerto Maldonado und wird „Gasificadores“ genannt. Hier werden forst- und landwirtschaftliche Rückstände verarbeitet. Und das andere befindet sich in San Martin, nämlich eine hybride Stromerzeugung durch Turbine und Solarpanel. Er führte im Hinblick auf die Finanzierung an, dass in Peru erneuerbare Energien gefördert werden. Allerdings sei es ein Problem, dass die Investitionen nur zu einem kleinen Prozentsatz aus nationalem Kapital bestehen und zu etwa 90% internationalem Kapital. Diese Kluft müsse verkleinert werden, damit für eine Nachhaltigkeit der Energieprojekte Sorge getragen werden könne.

 „Klimagerechtes Bauen- Beispiele aus der Amazonasregion”

Die Architektin Belen Desmaison (PUCP) stellte eine interessante Initiative vor: Das Projekt CASA (Selbst-erhaltende Städte der Amazonasregion / Ciudades Auto-sostenibles Amazónicos) wurde in der neuen Stadt Belén in der Region Loreto entwickelt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Wohnräume, öffentliche Bereiche, Stadtviertel und Räume für den Lebensunterhalt zu entwerfen, die Wohlfühlbereiche schaffen. Dabei soll mit Material aus der Region gebaut werden, welches zugänglich, preiswert und leicht in Stand zu halten ist. Die Wohnräume wurden mit einer passiven Klimatisierung geplant. Dabei wurde auch ein System für das Auffangen von Regenwasser, ein Solargrill und ein verbesserter Herd berücksichtigt.

Zum Abschluss der Vorträge sprach der Repräsentant der Nationalen Universität Toribio Rodriguez de Mendoza (Chachapoyas) und des Netzwerkes Erneuerbare Energien Amazonas, Wildor Gosgot Ángeles. Er stellte die verschiedenen Projekte vor, die in der Universität entwickelt worden sind, unter anderem die Herstellung von Biogas, Biodünger, ein hydraulischer Widder und die Installation von Solar-Warmwasserbereitern.

Zuletzt wurde an der Schaffung des „Netzwerks Erneuerbare Energien Tarapotos“ gearbeitet. Hierfür wurden die 10 wichtigsten Probleme der Stadt Tarapoto und ihre Lösungen vorgebracht. Die Anwesenden wurden Teil des Netzwerkes und verpflichteten sich gemeinsam daran zu arbeiten, eine nachhaltige Entwicklung in der ganzen Region San Martin zu erreichen. Dies sollte mit der Unterstützung der zuständigen Gebietskörperschaften geschehen. Daher wurde empfohlen einen Gemeindeverband für das Amazonasgebiet zu bilden (zum Beispiel mit dem Departement Amazonas), der den Wechsel fördert, um eine bessere Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu erreichen.

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