Veranstaltungsberichte

Training Workshop Social Entrepreneurship

von David Merkle
ZGI:kompakt Workshop mit der Social Entrepreneurship Akademie
Gemeinsam mit der German Chamber of Commerce und der Social Entrepreneurship Akademie organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung einen zweitägigen Trainingsworkshop. Das ''ZGI:kompakt Workshop Programm'' wird von der Social Entrepreneurship Akademie organisiert und wird gesponsert von der KfW Stiftung.

Bei der Auftaktveranstaltung, die gemeinsam mit dem Business&Society Workshop und den Young Leaders der German Chamber of Commerce organisiert war, diskutierten Experten über Start-Ups und Entrepreneurship zwischen Deutschland und China.

Prof. Helmut Schönenberger, CEO von UnternehmerTUM, einer Einrichtung zur Beratung und Betreuung von Start-Up Unternehmen, verwies in seinen Ausführungen darauf, dass insbesondere die Digitalisierung Chancen und Möglichkeiten für Start-Ups ermögliche. Dabei würden sich Unternehmensgründer der Frage gegenübersehen, wie die bestehenden Ressourcen im Aktionsumfeld optimal eingesetzt werden können. Prof. HAN Zheng, Professor für Entrepreneurship und Innovation an der Tongji Universität wies auf die Notwendigkeit hin, sich bei der Entwicklung eines Start-Ups der Langfristigkeit eines Projektes bewusst zu sein. Ein gutes Timing sowie ein Verständnis für Implementierungsprozesse seien unabdingbar.

Dr. Shih-Ping, von Siemens brachte die Perspektive eines Konzerns mit in die Diskussion, die von Katja Hellkötter (Constellations International) und Michael Mäder geleitet wurde. Für diese sei die Interaktion zwischen konzerninternem, technischen und wissenschaftlichen Umfeld entscheidend, um Ideen in die Konzerne mithereinzubringen. Eine entscheidende Stärke sei es dabei, die Start-Up Partner flexibel zu halten.

Philipp Georgi von Supersonic Venture verdeutlichte die Relevanz einer interdisziplinären Zusammensetzung eines Teams, welche Ideenentwicklung und praktische Umsetzungsfähigkeit zusammenbringen müsse. In einem interaktiven Workshopteil, waren die Teilnehmer gefragt, Konzepte für einen verstärkten Austausch zwischen der deutschen und chinesischen Start-Up Szene zu entwickeln. Dabei standen die Experten des Abends beratend zur Seite.

Der Trainingsworkshop in Zusammenarbeit mit der Social Entrepreneurship Akademie und der German Chamber of Commerce stellte die Frage, wie Businessideen mit dem Ziel eine soziale Wirkung zu erzielen in die Praxis umgesetzt werden sollen. Die Teilnehmer waren eine sehr heterogene Gruppe von internationalen und chinesischen Akademikern, Unternehmern und Interessierten. In seiner Einführung stellte Oliver Beckmann, Leiter Qualifizierung der Social Entrepreneurship Akademie, die verschiedenen Aktionsebenen von Social Enterprises vor. Ein Besuch im Social Innovation Center in Shanghai, einer Einrichtung, an der sich verschiedene Social Enterprises niedergelassen haben um voneinander profitieren zu können, gab den Teilnehmern einen Einblick in Stand und Ausprägungen von Social Enterprises in China.

Als veranschaulichendes Beispiel wurde das von der KAS Shanghai im Jahr 2014 im Rahmen des Urban Campus Chengdu unterstützte Projekt Eco_Cafe von seinem Gründer LI Liang vorgestellt. Das Cafe, eine Einrichtung an der Sichuan Universität Chengdu zielt darauf ab, eine Austauschplattform für Themen der Nachhaltigkeit zu sein und verschiede Gruppen und Studierende für das Thema zu sensibilisieren. In einer ersten Praxisphase waren die Teilnehmer in Teams gefragt, Business Canvas zu dem Projekt weiterzuentwickeln und dabei Vorschläge zur weiteren Verbesserung des Projektes und dessen Kundengenerierung zu erteilen. Mit weiteren Beispielen wurden die Teilnehmer dafür sensibilisiert unterschiedliche Business Modelle kennenzulernen und die Problemebene mit innovativen Lösungsansätzen in Verbindung zu bringen.

Am zweiten Tag des Workshops stand die Wirkungsanalyse von sozialen Businessprojekten im Fokus, die sowohl die interne als auch die externe Ebene im Blickfeld haben. Dabei wurde die systemische Dimension deutlich, die bereits in der Projektplanung berücksichtigt werden müsse, um den sozialen Nutzen bestimmen zu können und ein geeignetes Evaluationswerkzeug für Ansatz und Vorhaben sozialer Projekte darstellt. Mit diesem neu erlernten Wissen wurden die Teilnehmer aufgefordert, in den fünf Themenbereichen Umwelt & Klima, Gesellschaft & Politik, Kultur, Bildung und Gesundheit eigene Ideen für soziale Businessprojekte zu entwickeln.

Dabei entstanden unter festem Zeitplan Ideen für die folgenden Unternehmen mit sozialem Schwerpunkt: Innovation Lab hatte es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen und Organisationen mit studentischen Projektideen in Verbindung zu bringen; Fish App stellte eine Gesundheits-App vor, die seinen Benutzern Sporteinrichtungen in der Umgebung aufzeigt und Kontakte mit anderen Sportbegeisterten aufbaut; Food ‘n’ Friends ist ein Projekt, das Stadtbewohner über gemeinsame Kochveranstaltungen miteinander verbindet und zum Kulturaustausch einlädt; Women World Thrive widmete sich der Stärkung von Frauenrechten am Arbeitsplatz. Das Gewinnerprojekt EcoTech überzeugte mit seinem innovativen und nachhaltigen Geschäftskonzept, welches sich auf die Reduzierung von elektronischem Müll und auf die Versorgung von ärmeren Regionen mit elektronischen Produkten spezialisiert hat.

Beim Trainingsworkshop der Konrad-Adenauer-Stiftung, der in Zusammenarbeit mit der Social Entrepreneurship Akademie (eine gemeinsame Initiative der vier führenden Münchner Hochschulen) und der German Chamber of Commerce Shanghai stattfand, konnten sich die sehr motivierten Teilnehmer Ideen für das unternehmerische Handeln unter sozialen Aspekten erarbeiten und sind damit gut vorbereitet, zukünftig ihren Teil am innovativen Wandel der Gesellschaft beizutragen.

Ansprechpartner

Tim Wenniges

Über diese Reihe

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