Veranstaltungsberichte

Wohlstand durch Wachstum?

von David Gregosz
Wachstum in der Kontroverse - Teil I (Fortschritt, Nachhaltigkeit und Inklusion)
Während der Tagung „Was gestern ging, geht morgen auch?“ nahm sich die Konrad-Adenauer-Stiftung einem komplexen, wirtschaftspolitischen Thema an.

In Fachkreisen wird derzeit kontrovers über Wirtschaftswachstum und dessen Messung diskutiert, weil sich die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns grundlegend geändert haben (älter werdende und schrumpfende Gesellschaft in Deutschland, zunehmender Ressourcenverbrauch in anderen Teilen der Welt). Auch der Deutsche Bundestag beschäftigt sich im Rahmen einer Enquete-Kommission mit dem Themenkomplex „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“.

Michael Thielen, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung, begrüßte die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Konferenzthema „Wachstum“ und unterstrich die Notwendigkeit, sich über Grundfragen unserer marktwirtschaftlichen Ordnung auszutauschen. Dies sei insbesondere von Bedeutung, wenn viele Bürger daran zweifeln, dass mit höherem Wirtschaftswachstum ihre persönliche Lebensqualität steige.

Thielen verwies darauf, dass schon die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft Wachstum nicht als Selbstzweck verstanden haben. Exemplarisch dafür stünde Ludwig Erhards Zitat:

„Wir werden sogar mit Sicherheit dahin gelangen, daß zu Recht die Frage gestellt wird, ob es noch immer richtig und nützlich ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoller ist, unter Verzichtleistung auf diesen „Fortschritt“ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen.“ (Wohlstand für alle, 1957).

Der Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe, nahm den Gedanken während seines Vortrages auf und stellte heraus, dass „gelingendes Leben“ mehr sei, als die Anhäufung materieller Güter. Der Mensch lebe nicht vom Brot allein, so Gröhe. Gleichzeitig unterstrich er, dass Wirtschaftswachstum einen entscheidenden Beitrag für die gute Entwicklung der Bundesrepublik geleistet habe. Gesellschaftlicher Fortschritt und Innovationen seien erst durch die Steigerung der materiellen Lebensgrundlagen möglich geworden. Es gehe weniger darum, was an die Stelle von Wachstum treten solle, sondern welchen qualitativen Kategorien Wachstum zukünftig genügen muss. Politik könne dafür einen Beitrag leisten, wenn sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffe.

Lesen Sie die anderen Beiträge zur Konferenz, in dem Sie auf die Titel unter „Zum Thema" klicken.

Das Ergebnis der Synchronvisualisierung können Sie sich hier anschauen.

Ansprechpartner

Martin Schebesta

Martin Schebesta bild

Koordinator für Grundsatzfragen der Ordnungspolitik und Sozialen Marktwirtschaft

martin.schebesta@kas.de +49 30 26996 3595 +49 30 26996 3551
110410 Visual Video herunterladen

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.