Veranstaltungsberichte

Young & Emerging Leaders Projekt Fellowship - Seminar II

"Es gibt Wachstum und Reife sowie die Entwicklung des Charakters, die Körper, Geist und Seele formt. Es gibt das Feiern von Siegen, kleinen und großen, sowie das ständige Setzen eines nächsten Ziels, auch wenn dieses Ziel nur darin besteht, den bereits erreichten Status Quo zu halten." Die Worte von Solomon King begleiteten die 35 Fellows des Youth & Emerging Leaders Projekts (YELP) 2018 während ihres zweiten Seminars mit dem Schwerpunkt auf Weiterentwicklung des persönlichen Führungsstils.

Die Fellows aus Uganda folgten den Spuren der Reise ihrer Kameraden aus Ruanda, Kenia, Burundi und Tansania, die bereits einen Tag zuvor auf den wunderschönen Ssese-Inseln im Viktoriasee, dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt, angekommen waren. Am Abend erreichten auch sie schließlich den Hafen von Kalanga, den Veranstaltungsort des zweiten YELP-Seminars. Nach dem Bezug der Zimmer begann das Seminar mit einer African Story Night, die von Gabriel Karsan, einer früherer Fellow, geleitet wurde. Um das Lagerfeuer herum hörte die Gruppe Gedichte von Boaz Opio, einem Schriftsteller und aktuellem Fellow, entwickelte eine Kettengeschichte und beobachtete die Sterne, während sie sich ihre Geschichten der vergangenen Monate erzählten.

Am Samstagmorgen eröffnete Awel Uwihanganye, Gründer des Leo Africa Instituts, offiziell das Seminar und moderierte den persönlichen Check der Fellows. In seiner Eröffnungsrede hob er hervor, wie persönliche und berufliche Weiterentwicklung ineinander greifen und aufeinander aufbauen. Dann berichteten die Fellows kurz, inwieweit das letzte Seminar sie dazu inspirierte, aus ihrer Comfort Zone herauszukommen und hoben hervor, was sie von diesem zweiten Seminar erwarteten. Zusammen mit Awel und William Babigumira diskutierte die Gruppe zwei Readings und setzte diese in Bezug zu ihren persönlichen Erfahrungen. Das Zitat aus der Einführung in diesen Bericht stammt aus dem ersten Reading von Solomon King über "Schmerz, Versagen, Stottern und Perspektive". Die Teilnehmer führten an, dass es keine Abkürzung auf dem Weg zum Erfolg gäbe und es unvermeidlich sei, individuelle Ängste und Herausforderungen durch Beharrlichkeit zu überwinden. Im Laufe der Zeit werde so das persönliche Vertrauen in die eigene Kraft aufgebaut, welches notwendig sei, um zukünftige Schwierigkeiten zu überwinden.

Das zweite Reading war ein Artikel aus dem New Yorker: "Small Change" von Malcom Gladwell. Hier wurde über die Aussage diskutiert, dass soziale Medien keine nachhaltig erfolgreiche Revolution auslösen könnten. Viele Fellows stimmten dieser These jedoch nicht zu und lieferten Beispiele dafür, wie sie Twitter, WhatsApp oder Facebook persönlich dazu nutzten, politischen Aktivismus zu fördern.

Auf diese interaktive Sitzung folgte ein mitreißender Beitrag von Barbara Kasekende, Managerin für Corporate Social Responsibility bei der Stanbic Bank, der größten Bank Ugandas. Basierend auf ihrer persönlichen Erfahrung wieß sie auf Faktoren hin, die die Fellows dabei unterstützen können, persönliche Interessen und Ziele mit beruflichen zu verbinden. Außerdem betonte sie, wie wichtig die "richtige" persönliche Einstellung sei, wenn wir Menschen begegnen. Diese Einstellung führe dann zu Respekt und Anerkennung.

Nach der Mittagspause versammelten sich die Teilnehmer erneut zur Nachmittagseinheit. Ähnlich zu der des Vormittags wurden drei Gedichte gelesen und diskutiert, die sich mit dem Thema Erfolgsmanagements und Führungsherausforderungen befassten. Donnas Ojok, KAS-Programmmanager, begann mit "Von Nutzen sein" von Marge Piercy. Die Teilnehmer tauschten aus, was sie an dem Gedicht persönlich ansprach, und kamen zum Schluss, dass Menschen alles, was sie tun, zur Perfektion bringen sollten. Patricia Twasima fuhr mit "Die Einladung" von Oriah Mountain Dreamer fort, bei der es darum geht, Erwartungen zu erfüllen und persönliche Ziele und Interessen zu erreichen. Eine Teilnehmerin erzählte von ihrem Traum, die Welt zu bereisen und gleichzeitig die Straßenkinder ihrer Stadt aus der Armut zu holen. Das letzte Gedicht "The Through" von Judy Brown beschäftigte sich mit Herausforderungen, die sich stellen, wenn man auf dem Weg ist, eine Führungspersönlichkeit zu werden.

Der Seminartag wurde mit einem Gruppenspaziergang durch den Wald der Insel abgeschlossen, bei dem die zuvor besprochenen Inhalte in die Praxis umgesetzt wurden. Den eigenen Weg gehen, auch wenn Barrieren wie umgefallene Bäume oder hohe, undurchdringliche Büsche diesen behindern - frei nach Barbaras Credo "Die Herausforderungen, denen wir uns im Leben stellen, bringen uns immer zum nächsten Schritt", in diesem Fall einem wunderschönen Sonnenuntergang am See.

Am Sonntag bei einem Frühstücksgespräch erzählte Jaffar Tonda, CEO von Synergy Partners, einem Landentwicklungsunternehmen, seine persönliche Geschichte darüber, wie man erfolgreich wird. Integrität und Vertrauen in die Menschen, mit denen er zusammenarbeitet, seien die Eckpfeiler seines Erfolgs. Er riet den Fellows, im Kleinen zu beginnen, wenn sie versuchen, ihre Ideen zu verwirklichen, sie kontinuierlich gemeinsam mit den anderen Fellows zu hinterfragen und dadurch kleine Erfolgen zu erreichen.

Das Seminar wurde mit einer Check-out-Sitzung abgeschlossen und die Gruppe begann ihre Rückreise nach Kampala.

Insgesamt brachte das zweite YELP-Seminar die Stipendiaten näher zusammen, gab ihnen neue Impulse für ihre Karriere und förderte ihre persönliche Weiterentwicklung.

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.