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Subsahara-Afrika

Interaktive Karten

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Das Kernziel der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Subsahara-Afrika ist der Aufbau bzw. die Konsolidierung funktionierender demokratischer Strukturen und Prozesse. Dieses Ziel verfolgt die Stiftung mit derzeit 18 Büros in der Region, darunter sieben Länderprogramme, fünf Mehrländerprogramme und sechs thematisch ausgerichtete Regionalprogramme.

Die Arbeit der KAS konzentriert sich auf zentrale Bereiche demokratischer Entwicklung: die Zusammenarbeit mit politischen Parteien, die Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung, den Ausbau rechtsstaatlicher Institutionen, die Stärkung unabhängiger Medien sowie den politischen und interreligiösen Dialog. Die langfristige Unterstützung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Zivilgesellschaft und sozialer Marktwirtschaft bildet dabei ein klares und gleichzeitig umfassendes Aufgabenfeld.

Ein besonderes Anliegen der KAS ist es, vertrauensvolle und langfristige Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren aufzubauen. Die thematischen Regionalprogramme arbeiten länderübergreifend und tragen dazu bei, Austausch, Vernetzung und Dialog auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken.

Eine detaillierte Übersicht über die Standorte der KAS in Subsahara-Afrika bietet die interaktive Karte.  

Anmerkungen zur interaktiven Karte: 

  • Mehrländerprogramm Senegal und Gambia,   Leitung: Jonathan Nowak, Gründungsjahr 1976
  • Mehrländerprogramm Sahel, Leitung: Ulf Laessing, Gründungsjahr: 2014
  • Mehrländerprogramm PDWA (Politscher Dialog Westafrika), Leitung: Dr. Stefanie Brinkel, Gründungsjahr: 1992Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Westafrika (SIPODI West), Leitung:  Dr. Tobias Rüttershoff, Gründungsjahr: 2015
  • Länderprogramm Ghana, Leitung:  Anna Wasserfall, Gründungsjahr: 1966
  • Länderprogramm Nigeria, Leitung: Moritz Sprenker, Gründungsjahr: 2002Länderprogramm Äthiopien/ AU, kommissarische Leitung: Mathias Kamp Gründungsjahr: 2020
  • Länderprogramm Kenia, Leitung:  Mathias Kamp, Gründungsjahr: 1964
  • Regionalprogramm Rechtsstaat Subsahara-Afrika, Leitung: Dr. Stefanie Rothenberger, Gründungsjahr: 2006
  • Regionalprogramm Wirtschaft Afrika, Leitung: Anja Berretta, Gründungsjahr: 2025
  • Mehrländerprogramm Uganda und Südsudan, Leitung: Anna Reismann, Gründungsjahr: 1988(???)
  • Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika (SIPODI Ost), Leitung: Nils Wörmer, Gründungsjahr: 2022
  • Länderprogramm DR Kongo:  Leitung : Timo Roujean, Gründungsjahr 1976
  • Länderprogramm Tansania,  Leitung:  Peter Koch, Gründungsjahr: 1964
  • Mehrländerprogramm Namibia und Angola, Leitung: Anna Hoffmann-Kwanga, Gründungsjahr: 1994
  • Länderprogramm Südafrika, Leitung: Gregor Jaecke, Gründungsjahr: 1992
  • Regionalprogramm Politischer Dialog Subsahara-Afrika (PolDiSSA), Leitung: Dr. Holger Dix, Gründungsjahr: 2021
  • Regionalprogramm Medien Subsahara-Afrika: Leitung: Hendrik Sittig, Gründungsjahr: 2002

 

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Thematische Regionalprogramme in Subsahara-Afrika 

Die thematisch ausgerichteten Regionalprogramme arbeiten länderübergreifend und setzen Maßnahmen zu verschiedenen Themenschwerpunkten in ganz Subsahara-Afrika bzw. Afrika (RP Wirtschaft) um. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es dabei, den regionalen Austausch und Dialog zu stärken und die Netzwerkbildung auf dem Kontinent zu fördern. 

 

Rechtsstaatlichkeit

Das Rechtsstaatsprogramm Subsahara-Afrika verfolgt das Ziel, die Entwicklung und Stärkung von Rechts- und Justizsystemen zu fördern, die das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit als Fundament einer freiheitlich-demokratischen Ordnung verankern. Es orientiert sich an internationalen Standards in den Bereichen Konstitutionalismus, richterliche Unabhängigkeit, Menschenrechte und gute Regierungsführung. Vom Standort Nairobi aus betreut das Programm Projekte in zahlreichen Staaten Subsahara-Afrikas, sowohl im frankophonen wie im anglophonen Teil des Kontinents.

 

Parteien- und Demokratieförderung 

In Zeiten zunehmender Herausforderungen für demokratische Systeme setzt sich die KAS für die Stärkung demokratischer Parteien als zentrale Träger repräsentativer Demokratien ein. Angesichts globalisierter Politik und grenzüberschreitender Herausforderungen gewinnt der überregionale Dialog an Bedeutung. Damit ergeben sich für die KAS zahlreiche neue Wirkungsmöglichkeiten, um eine Brücken- und Dialogplattform zu bieten. Die werteorientierte internationale Parteienzusammenarbeit der KAS unterstützt ideologisch nahestehende Parteien dabei, Kompetenzen, Wissen und Kapazitäten auszubauen, um den verschiedenen Herausforderungen auf lokaler, nationaler sowie regionaler Ebene besser begegnen zu können. Diese Aufgaben und Ziele werden seit 2021 vom eigens dafür geschaffenen  Regionalprogramm Politischer Dialog Subsahara-Afrika (PolDiSSA) mit Sitz in Johannesburg wahrgenommen.

 

Medien

Die Medienlandschaft in Subsahara-Afrika ist geprägt von politischem Druck, strukturellem Wandel und geopolitischen Einflüssen. In vielen Ländern wird die Pressefreiheit eingeschränkt, unabhängige Berichterstattung ist insbesondere in autoritär regierten Staaten gefährdet. Gleichzeitig nutzen externe Akteure wie China und Russland gezielt Desinformation, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und demokratische Strukturen zu schwächen. Das Medienprogramm Subsahara-Afrika mit Sitz in Johannesburg arbeitet seit 2002 daran, unabhängigen Journalismus, Medienkompetenz und demokratische Meinungsbildung zu stärken. Es vernetzt Medienschaffende, fördert den Austausch von Erfahrungen und Best Practices, unterstützt den Umgang mit Desinformation und stärkt somit die Rolle der Medien als „Wächter“ der Demokratie.

 

Sicherheitspolitik 

Subsahara-Afrika ist zunehmend in globale geopolitische Dynamiken eingebunden. Externe Akteure wie China, Russland, die Türkei und die Golfstaaten streben nach wachsendem Einfluss, während regionale Konflikte – etwa in der Sahelzone oder am Horn von Afrika – durch schwache staatliche Strukturen und soziale Spannungen verschärft werden. Die Instabilität greift zunehmend auf Staaten des Golfs von Guinea über, wo sich islamistische Gruppen ausbreiten und lokale politische, ökonomische und gesellschaftliche Defizite für ihre Rekrutierung nutzen. Zugleich zeigt sich, dass nachhaltige Stabilität nicht allein durch externe Eingriffe erreicht werden kann, sondern durch funktionierende lokale Strukturen, regionale Kooperation und politische Verantwortung. Einen konkreten Beitrag hierzu leistet das Programm Sicherheitspolitischer Dialog Subsahara-Afrika (SIPODI) mit Regionalbüros in West- und Ostafrika. Es unterstützt afrikanische Partner dabei, sicherheitspolitische Strategien weiterzuentwickeln, den Dialog zu stärken und regionale Zusammenarbeit zu fördern.

 

Wirtschaft und Handel 

Nach Jahren des Wachstums vor der Covid-Pandemie haben weltweite Krisen, darunter der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der Gaza-Krieg und geopolitische Spannungen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten den afrikanischen Kontinent stark getroffen. Die Folgen sind in vielen Fällen hohe Inflationsraten, steigende Staatsschulden und ein erschwerter Zugang zu Finanzmärkten. Zusammen mit einem vielerorts noch hohen Bevölkerungswachstum, einer eklatant hohen Jugendarbeitslosigkeit und einer weiter wachsenden Ungleichheit verstärken diese Faktoren den Migrationsdruck innerhalb des Kontinents und nach Europa. Dabei spielt Subsahara-Afrika im deutschen Außenhandel und bei Direktinvestitionen aktuell noch immer eine sehr geringe Rolle. Viele Volkswirtschaften bleiben aufgrund ihrer Abhängigkeiten von Rohstoffexporten, geringer Diversifizierung und struktureller Schwächen anfällig für externe Schocks. Innovation, Technologie, gute Regierungsführung und internationale Zusammenarbeit sind daher entscheidend für nachhaltige Entwicklung. Das Regionalprogramm Wirtschaft Afrika mit Sitz in Nairobi arbeitet mit regionalen Organisationen, politischen Entscheidungsträgern, lokalen Partnern und den deutschen Außenhandelskammern zusammen und setzt Schwerpunkte auf Unternehmertum und regionale Integration.

 

Länder- und Mehrländerprogramme in Subsahara-Afrika 

Die thematischen Schwerpunkte der Länder- und Mehrländerprogramme sind auf die jeweiligen nationalen Bedürfnisse zugeschnitten. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern werden Maßnahmen an spezifische Rahmenbedingungen und Herausforderungen sowie Potenziale des jeweiligen Einsatzlandes angepasst.

 

Westliches Afrika 

Die politischen Rahmenbedingungen in Westafrika sind sehr heterogen und spiegeln die vielfältigen historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Region wider. Während einige Staaten demokratische Fortschritte verzeichnen, stehen andere vor erheblichen institutionellen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Zugleich wächst in vielen Gesellschaften der Druck nach Reformen und guter Regierungsführung – ein Trend, der die politische Landschaft der Region zunehmend bestimmt. Die jüngsten Spannungen innerhalb der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, insbesondere der Austritt der drei Sahelstaaten Mali, Burkina Faso und Niger im Januar 2025, verdeutlichen die tiefen politischen Brüche in der Region. Diese Entwicklungen stellen die regionale Integration vor erhebliche Herausforderungen und schwächen die Fähigkeit, gemeinsame Antworten auf wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Herausforderungen zu finden.

 

Mehrländerprogramm Senegal und Gambia

Senegal gilt weiterhin als politischer und wirtschaftlicher Stabilitätsanker der Region. Das Mehrländerprogramm Senegal und Gambia konzentriert sich hier auf die Stärkung und Festigung der Demokratieentwicklung, unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien und fördert politische und wirtschaftliche Dezentralisierung. Zudem engagiert die KAS sich im interreligiösen Dialog. Gambia befindet sich nach langer autokratischer Herrschaft seit 2017 in einem laufenden Demokratisierungsprozess. Die KAS ist seit 2018 als erste deutsche politische Stiftung vor Ort vertreten und unterstützt die demokratische Stabilisierung sowie die Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

 

Mehrländerprogramm Sahel

Die Erosion staatlicher Strukturen in der Sahelzone hat islamistisch motivierter Gewalt erheblichen Raum gegeben. Gruppen wie JNIM weiten ihren Einflussbereich zunehmend auf die Küstenstaaten des Golfs von Guinea aus, darunter Côte d’Ivoire, Ghana, Togo und Benin. Diese Dynamik ist sowohl durch geopolitische Einflussnahmen externer Akteure – insbesondere China, Russland und die Golfstaaten – als auch durch innere Faktoren bedingt: schwache Institutionen, soziale Ausgrenzung, mangelnde Legitimität staatlicher Akteure und hohe Jugendarbeitslosigkeit schaffen ein Umfeld, das extremistischer Mobilisierung entgegenkommt. Seit 2014 verfügt die KAS über ein Büro in Mali, das als Mehrländerprogramm Sahel Projekte in  Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und dem Tschad umsetzt. Mit seiner Arbeit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, staatlichen Institutionen, politischem Pluralismus, Zivilgesellschaft und regionaler Kooperation zu ordnungs- und sicherheitspolitischen Thematiken.

 

Länderprogramm Nigeria

Als bevölkerungsreichstes Land Afrikas ist Nigeria ein zentraler politischer und wirtschaftlicher Akteur, der jedoch vor vielfältigen sicherheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen steht. Der langjährige Kampf gegen Boko Haram sowie IS- und Al-Kaida Splitterfraktionen, ethnisch-religiöse Spannungen, wirtschaftliche Entwicklungshemmnisse sowie ein angespanntes Verhältnis zwischen Bevölkerung und staatlichen Institutionen beeinträchtigen die Stabilität der gesamten Region. Das Länderprogramm Nigeria unterstützt die Reform des Sicherheitssektors in enger Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, Sicherheitsbehörden, Justiz und Zivilgesellschaft. Darüber hinaus ist die Vermittlung demokratischer Werte und Prozesse sowie die Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Subsidiarität ein wichtiges Aufgabenfeld der Stiftung in Nigeria.

 

Länderprogramm Ghana

Ghana steht regional für politische Stabilität und wirtschaftliche Dynamik. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen in der beruflichen Ausbildung und der Schaffung von Arbeitsplätzen für die überwiegend junge Bevölkerung. Hier unterstützt das Länderprogramm Ghana junge Unternehmer, u. a. durch nationale Netzwerke und Hubs sowie durch die Arbeit an verbesserten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Auch politische Parteien, traditionelle Autoritäten und kirchliche Partner sind wichtige Akteure in der Zusammenarbeit.

 

Regionalprogramm Politischer Dialog Westafrika (PDWA)

In den Ländern am Golf von Guinea erschweren institutionelle Schwächen, geringes Vertrauen in staatliche Strukturen und anhaltende sozioökonomische Ungleichheiten die demokratische Konsolidierung. In Sierra Leone und Liberia wirken zudem die Folgen der Bürgerkriege weiterhin nach und beeinflussen politische und gesellschaftliche Prozesse. Auch in Côte d’Ivoire, Togo und Benin bestehen Defizite in der politischen Partizipation und im zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraum. Polarisierungen belasten den interreligiösen und interethnischen Dialog. Die nationalen Parlamente stehen vor der Aufgabe, ihre Kontroll- und Gesetzgebungsfunktionen zu stärken. Das Regionalprogramm Politischer Dialog Westafrika arbeitet daher an einer gezielten Förderung demokratischer Strukturen, politischer Bildung und des regionalen Austauschs.

 

Zentralafrika

Die KAS ist seit mehreren Jahrzehnten in der Demokratischen Republik Kongo vertreten. Die Regierung in Kinshasa ist seit dem Einmarsch ruandischer Truppen und Rebellen im Osten des Landes spürbar geschwächt. Die Not der örtlichen Bevölkerung und insbesondere der Binnenflüchtlinge ist groß. In diesem schwierigen Umfeld umfassen die Arbeitsbereiche des Länderprogramms Demokratische Republik Kongo folgende Schwerpunkte:  Förderung von Demokratie, Partizipation und Stärkung der Zivilgesellschaft sowie Etablierung und langfristige Verankerung von nationalen und regionalen Dialogforen zur Diskussion von globalen und regionalen Herausforderungen für Demokratie, Sicherheit und Entwicklung.

 

Östliches Afrika 

Schwerpunktthemen der Arbeit in Ostafrika liegen in der Jugendarbeit, der Förderung der Prinzipien sozialer Marktwirtschaft sowie Stärkung von Institutionen und Akteuren mit ordnungspolitischer Leitfunktion im wirtschafts- und außenpolitischen Bereich.

 

Länderprogramm Uganda

In Uganda befindet sich die Demokratie weiterhin in einer Krise, die sich langfristig auch auf die Stabilität im Land auswirken könnte. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Länderprogramm Uganda aufgrund der gegebenen demokratiepolitischen Heraus-forderungen (shrinking spaces) hauptsächlich der Konsolidierung von politischem Pluralismus und demokratischer Rechtsstaatlichkeit, der Stärkung der Partizipation der Zivilgesellschaft und der Wahrnehmung gesellschaftlicher Wächter-, Mediations- und politischer Gestaltungsfunktionen seitens zivilgesellschaftlicher Organisationen.

 

Länderprogramm Tansania

In Tansania ließ sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückschritt der demokratischen Entwicklung beobachten. Das Hauptanliegen des Länderprogramms Tansania ist es daher, zum Aufbau eines funktionierenden demokratischen Staatswesens beizutragen. Dies beinhaltet die Entwicklung eines funktionierenden Mehrparteiensystems, die Stärkung der Legislative gegenüber der Exekutive, die Förderung dezentraler Strukturen, lokaler politischer Entscheidungsfindung und rechtsstaatlicher, transparenter Verfahren. Zudem liegt ein Schwerpunkt auf der politischen Bildungsarbeit zur Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere von Frauen und Jugendlichen sowie im interreligiösen Dialog. 

 

Länderprogramm Kenia

Kenia liegt im Human Development Index (2024) vor Uganda und Tansania. Problematisch ist hier jedoch auch heute noch die Korruption. Seit der Einführung des dezentralisierten Regierungssystems zeigen sich immer deutlicher sowohl positive Folgen als auch massive Herausforderungen. Aufgrund der Verbesserungen im alltäglichen Leben, des Ausbaus der Gesundheitsversorgung und der Entwicklung lokaler Infrastruktur genießt die Dezentralisierung eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Die Sicherheitslage bleibt in mehreren Regionen angespannt. Besonders in der Grenzregion zu Somalia kommt es immer wieder zu Überfällen, Terroranschlägen durch militante Gruppierungen und zu militärischen Auseinandersetzungen. Zu den Themenbereichen, mit denen sich das Länderprogramm Kenia befasst, gehören die Förderung und Konsolidierung der Demokratie, der Dezentralisierungsprozess sowie die Unterstützung der Zivilgesellschaft. Einer der wesentlichen Schwerpunkte liegt dabei in der Stärkung der politischen Partizipation der Jugend.

 

Länderprogramm Äthiopien/ Afrikanische Union

Der in Äthiopien in Gang gesetzte Reformprozess ist ins Stocken geraten. Zwar gelangen Reformerfolge, zum Beispiel das Friedensabkommen mit Eritrea. Dennoch ist es der Regierung seither nicht gelungen, die vielen ethnischen Spannungen im Vielvölkerstaat zu überwinden. Dies führt immer wieder zu politischen Unruhen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Insbesondere belasten die gewaltsam eskalierenden Konflikte wie in der Region Tigray und Amhara die Einheit des Landes. Die Schwerpunkte des Länderprogramms Äthiopien sind die Stärkung reformorientierter politischer und gesellschaftlicher Multiplikatoren und Institutionen sowie die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. 

 

Südliches Afrika 

Im südlichen Afrika prägen in vielen Staaten weiterhin ehemalige Befreiungsbewegungen die Regierungen. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche und politische Druck nach Erneuerung: Junge Generationen, neue politische Kräfte und eine zunehmend selbstbewusste Zivilgesellschaft fordern mehr Transparenz, Mitsprache und Reformen.

 

Mehrländerprogramm Namibia und Angola

In Namibia regiert nach den Wahlen 2024 weiterhin die Befreiungsbewegung SWAPO. Korruption, Misswirtschaft, hohe soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und ungelöste Fragen des ungleich verteilten Landbesitzes belasten das politische Klima. Auch das deutsch-namibische Versöhnungsabkommen bleibt weiterhin Gegenstand intensiver Debatten. Das Mehrländerprogramm Namibia und Angola konzentriert ihre Arbeit in Namibia auf Parlamentskooperation, Frauenförderung und die Stärkung einer marktwirtschaftlich orientierten Reformpolitik. In Angola kommt die politische Transformation nicht voran. Trotz angekündigter Reformen bleiben demokratische Strukturen schwach, zentrale Staatsorgane sind eng mit der regierenden MPLA verflochten und Justiz sowie Medien verfügen nur über begrenzte Unabhängigkeit. Korruption ist nach wie vor weit verbreitet. In Angola unterstützt die KAS daher politische Bildung, zivilgesellschaftliches Engagement und Dezentralisierung.

 

Länderprogramm Südafrika

Südafrika bleibt trotz wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen die stärkste Volkswirtschaft des Kontinents und eine zentrale politische Stimme in der Region. Innenpolitisch prägen hohe Arbeitslosigkeit, schwaches Wachstum, Kriminalität und verbreitetes Misstrauen in staatliche Institutionen das Bild – Folgen jahrelanger Fehlsteuerung der langjährigen ANC-Regierung. Seit Mitte 2024 regiert eine Koalitionsregierung „der nationalen Einheit“, die sich unter anderem wegen der BRICS-Mitgliedschaft Südafrikas starker Kritik seitens des Westens und insbesondere der USA ausgesetzt sieht. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Länderprogramm Südafrika in den Bereichen politische Bildung, Stärkung von Parlament und Mehrparteiensystem, Korruptionsbekämpfung, Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie Initiativen für Unternehmertum und wirtschaftliche Modernisierung.

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Leitung

Leitung Dr. Stefan Friedrich
Dr. Stefan Friedrich
Leiter der Abteilung Subsahara-Afrika
Stefan.Friedrich@kas.de +49 30 26996-3491

Team

Teammitglied Dr. Susanne Conrad
Susanne_Conrad_Portrait
Referentin für Recht / Sicherheit und für das anglophone Westafrika
susanne.conrad@kas.de +49 30 26996-3471
Teammitglied Henri Bohnet
Portrait von Henri Bohnet
Referent für Medien / Parteien / Digitales und für das südliche Afrika
Henri-Giscard.Bohnet@kas.de +49 30 26996-3289
Teammitglied

Thurid Neumann

Thurid Neumann
Referentin Ostafrika, Flucht und Migration
thurid.neumann@kas.de +49 30 26996-3644 +49 30 26996-53644
Teammitglied Ingo F.J. Badoreck
Portrait von Ingo Badoreck KAS
Referent für Wirtschaft und das frankophone Subsahara Afrika
ingo.badoreck@kas.de
Kontakt

Ranka Zgonjanin

Sekretärin / Sachbearbeiterin für Subsahara-Afrika
ranka.zgonjanin@kas.de +49 30 26996-3535
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