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Analysen und Argumente

Auf dem Weg in einen neuen Linksterrorismus?

von Tim Segler

Linksextreme Gewalteskalation und die Antwort der Sicherheitsbehörden am Beispiel der Leipziger autonomen Szene

Der militante Linksextremismus im Leipziger Stadtteil Connewitz steht im Zentrum und im Kontext einer bundesweit feststellbaren Entgrenzung politisch motivierter Gewalt. Den Verfassungsschutzbehörden bereitet die wachsende Anzahl gewaltbereiter Linksextremisten und deren zunehmend professionelles und konspiratives Vorgehen Sorgen. Nimmt das Eskalationspotential der gewaltbereit-urbanen Szene in den Großstädten weiter zu? Kann bereits von einem neuen Linksterrorismus gesprochen werden?

Ein deutlicher Anstieg im Bereich der linksextremistisch motivierten Gewalttaten ist bundesweit festzustellen und muss Grund zur Sorge geben. Leipzig, insbesondere der Stadtteil Connewitz, stellt eine Hochburg der linksextrem-autonomen Szene dar. Daher können Trends in diesem Milieu exemplarisch für die Entwicklung des Linksextremismus in Deutschland sein.

Die heutige linksextreme Gewalt in Großstädten unterscheidet sich zwar mannigfaltig von der Dimension des Linksterrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF). Dieser zeigte sich vor allem durch Mordanschläge auf ranghohe Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft oder Entführungen mit Geiselnahmen. Dennoch ist das Umfeld der militanten autonomen Szene, wie unser Autor recherchiert hat, in zunehmendem Maße bereit, Gewalt gegen Personen einzusetzen und sich zur Tatbegehung zu organisieren.

Dazu kommt: Ein hohes Maß an Abschottung autonomer Szenen, wie exemplarisch in Leipzig-Connewitz, erschwert den Zugang für Maßnahmen der Sicherheitsbehörden. Die Entwicklungen im Bereich des Linksextremismus lassen es durchaus zu, vom Risikopotenzial eines neuen Linksterrorismus in Teilen Deutschlands zu sprechen.

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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über Analysen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu relevanten aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen eigener und externer Expertinnen und Experten vor, bieten Kurzanalysen von rund fünf Seiten und nennen KAS-Ansprechpartnerinnen.