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Analysen und Argumente

Chinas Einfluss auf dem Westbalkan

von Ana Krstinovska

Zwischen Werten und Interessen

Auch auf dem Westbalkan weitet China seinen Einfluss aus und trägt sein Wertemodell in die Welt. Dies dient der Fortsetzung der Seidenstraßen-Initiative. Es entstehen Abhängigkeiten, die im Fall von Kredit-Schulden als politischer Hebel eingesetzt werden können. Zudem schaffte es China in der Pandemie, sich als enger Partner zu präsentieren, während die EU nicht als Sicherheitsnetz wahrgenommen wurde. Das Vertrauen nimmt ab. Aber auch Chinas Engagement zeigt Schwachstellen auf. Was folgt daraus?
  • Die Westbalkan-Region ist von geostrategischer Bedeutung. Einige der Länder sind bereits offizielle EU-Beitrittskandidaten und/oder NATO-Mitglied. Das gedrosselte EU-Erweiterungstempo lässt jedoch viele der Gesellschaften stagnieren bzw. die Eliten für andere geo- und wirtschaftspolitische Optionen sich öffnen.
  • China hat sein Engagement in der Region deutlich intensiviert und will die Region in seine Seidenstraßen-Initiative integrieren. Die auf Langfristigkeit angelegte chinesische Strategie zielt jedoch nicht nur auf den Ausbau seiner wirtschaftlichen Stärke ab, sondern auch auf die Förderung seines Wertemodells im Gegensatz zum Westen
  • China profitiert davon, dass in vielen der Länder große Offenheit für vermeintlich bedingungslose Investitionen in die eigene Infrastruktur besteht bzw. politische Systeme existieren, in denen Intransparenz und Korruptionsanfälligkeit leider eine große Rolle spielen.
  • Für die Europäische Union bedeutet dies, seine Anstrengungen zur Integration und Reformierung der Staaten zu verstärken und vor allem in der Region zu kommunizieren, dass die Länder der Region weiterhin eine europäische Perspektive besitzen.
  • Für die EU ist die Region sowohl wirtschafts- wie sicherheitspolitisch von großem Interesse.
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Daniel Braun

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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über Analysen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu relevanten aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen eigener und externer Expertinnen und Experten vor, bieten Kurzanalysen von rund fünf Seiten und nennen KAS-Ansprechpartnerinnen.