Analysen und Argumente

Handytracking gegen COVID-19

von Jason Chumtong

Mit digitaler Technologie gegen einen analogen Virus

Die Länder Asiens nutzen fleißig Handydaten und identifizieren so Infektionswege. Wir auch? Ja, aber nur im Einklang mit den Grundrechten. Wie lässt sich der deutsche Weg bewerten?
  • Die Kombination aus GPS-Tracking und KI-gestützter Big Data-Analyse kann die Erfassung von Bewegungsmustern und Vernetzungen von Personengruppen erleichtern. Dies beschleunigt die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten.
  •  Die Nutzung und Speicherung von personenbezogenen Daten nach dem asiatischem Vorbild ist nicht ohne schwere Eingriffe in die Privatsphäre und Grundrechte des Bürgers möglich.
  • Statt dem asiatischen Ansatz zu folgen, setzt das europäische Vorhaben auf Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT). Es handelt sich hierbei um ein freiwilliges, anonymes und Privatsphäre schützendes Tracking-System auf Basis der Bluetooth-Technologie. Sie soll landesgrenzenübergreifend funktionieren. Eine Balance zwischen den Gütern der öffentlichen Gesundheit und dem Schutz der Privatsphäre wird angestrebt.
  • Mit PEPP-PT setzten Deutschland und Europa ein wichtiges Signal für einen wertebasierten Umgang mit Technologie, der Vorbildcharakter für einen modernen Rechtsstaat in Zeiten der Krise haben kann. Zudem ermöglicht sie die schrittweise Lockerung der Bewegungseinschränkung.
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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über wichtige Positionen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen vor, bieten Kurzanalysen, erläutern die weiteren Pläne der Stiftung und nennen KAS-Ansprechpartner.