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Analysen und Argumente

Sistema Electoral y Crimen Organizado

von Diego Pérez Enríquez, Alfredo Espinosa Rodríguez

Tensiones e Influencias en Ecuador (1979- 2025)

Was haben Wahlregeln mit dem Aufstieg der organisierten Kriminalität in Ecuador zu tun? Das Paper „Sistema electoral y crimen organizado. Tensiones e influencias en Ecuador (1979–2025)” geht genau dieser unbequemen Frage nach: Es zeigt, wie die über Jahrzehnte aufgestauten Schwächen des Wahlsystems Tür und Tor für den wachsenden Einfluss krimineller Akteure in der Politik geöffnet haben.

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Der Text zeichnet die Entwicklung des ecuadorianischen Wahlsystems seit der demokratischen Öffnung von 1979 bis 2025 nach. In mehr als zehn Reformwellen wurden die Regeln immer wieder verändert, ohne stabile Routinen zu schaffen: Die Zahl der Parteien und Bewegungen explodierte (über 200 registrierte Organisationen), die politische Repräsentation fragmentierte sich, und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in das Wahlsystem sank auf einen der niedrigsten Werte in der Region. Gleichzeitig wurden zentrale Institutionen wie der CNE (Consejo Nacional Electoral) und der TCE (Tribunal Contencioso Electoral) politisch vereinnahmt, ihre Unabhängigkeit geschwächt und die Kontrolle der Wahlkampffinanzierung blieb äußerst lückenhaft.

 

Auf diesem fragilen Fundament breitete sich seit 2018 die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität massiv aus – in einem Kontext eskalierender Unsicherheit: Die Sicherstellungen von Kokain und die Mordraten schossen in die Höhe, während das Land in wenigen Jahren 16 Wahlprozesse durchlief. Das Paper zeigt, wie illegale Finanzquellen – Drogenhandel, illegaler Bergbau, Korruption – in nationale und lokale Wahlkampagnen fließen: über intransparente Spenden, Massenveranstaltungen, Stimmenkauf und logistische Unterstützung. Parallel dazu nehmen politische Gewalt und die Ermordung von Kandidaten und Amtsträgern deutlich zu.

 

Die zentrale These ist eindeutig: Die strukturellen Verwundbarkeiten des Wahlsystems sind kein bloß technisches Problem, sondern ein Faktor, der die Entstehung „krimilegaler“ Konstellationen begünstigt – Regime, in denen kriminelle Interessen direkt oder indirekt staatliche Entscheidungen beeinflussen. Dem stellen die Autoren die Forderung gegenüber, das Zusammenspiel von Sicherheit, politischer Finanzierung und Wahlrechtsregulierung neu zu denken und Transparenz sowie Kontrollmechanismen massiv zu stärken – als Voraussetzung für das Überleben der Demokratie.

 

Wer verstehen will, warum sich die ecuadorianische Politik heute zwischen Urnen, Kugeln und illegalem Geld abspielt, findet in diesem Paper eine zwingende Lektüre.

 

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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über Analysen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu relevanten aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen eigener und externer Expertinnen und Experten vor, bieten Kurzanalysen von rund fünf Seiten und nennen KAS-Ansprechpartnerinnen.

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erscheinungsort

Quito

seitenzahl

50

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