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Mitglieder- und Bürgerbeteiligung in den CDU-Kreisverbänden

von Alexander Gajewski
„Mehr Experimente!“ – mit diesem Motto hat die Arbeitsgruppe „Zukunft der Volksparteien“ der Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Transformationskonferenz im Dezember 2014 überschrieben. Es versteht sich als Aufforderung an die Volksparteien, auf das geänderte gesellschaftliche Umfeld und die neuen politischen Herausforderungen nicht nur verbal, sondern auch organisatorisch zu reagieren.

Nicht wenige haben das Bild von den unbeweglichen Volksparteien als träge Tanker und ewig kriselnde und von der Gesellschaft entkoppelte Institutionen liebgewonnen. Umso mehr erstaunt es dann, wenn sie sich über die Modernisierungsbemühungen der damit letztlich ein statisches Verständnis von den Volksparteien. Diese unterliegen jedoch wie die Gesellschaft auch Wandlungsprozessen und ringen um den richtigen Weg in Konkurrenz mit ihren politischen Wettbewerbern.

Ob die Parteimitglieder diese Prozesse selbst gestalten oder ob sich die Volksparteien – am Ende ungewollt – in einer passiven Rolle der Anpassung wiederfinden, liegt letztlich in ihrer Hand. „Mehr Experimente!“ legt jedenfalls eine aktive Rolle nahe. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, wie die Volksparteien der Zukunft aussehen sollen und wie sie dorthin gelangen können. Voraussetzung dafür ist es, Vertrautes zu hinterfragen, ungewohnte Pfade einzuschlagen und diesen Prozess mit Lust auf Veränderungen anzugehen.

Anregungen dafür bieten die zahlreichen gelungenen Experimente in den Kreisverbänden der CDU. Die vorliegende Studie hat auf Grundlage von Telefoninterviews Praxisbeispiele aus den Kreisverbänden zusammengetragen, systematisiert und bewertet. Etliche von ihnen haben die Entscheidungs- und Beteiligungsmöglichkeiten sowie die Informationsangebote für ihre Mitglieder und teilweise auch Nichtmitglieder ausgeweitet. Ihr Autor kommt zu dem Schluss, dass die Zufriedenheit der Mitglieder und parteinahen Bürger steigt, wenn ihr Engagement Eingang in die Partei findet und auf eine entsprechende „Feedback-Kultur“ stößt. Dabei dürfen, so der Autor, klassische Parteiarbeit und die neuen Wege zu mehr Beteiligung nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sollten sich ergänzen.

Die Erfahrungen mit Parteireformen in der Vergangenheit sprechen dafür, dass große Strukturänderungen zum Scheitern verurteilt sind, wenn sie als Projekt der Parteielite angelegt werden und nicht von unten kommen. Die Studie von Alexander Gajewski M.A., dem an dieser Stelle ein herzlicher Dank gebührt, legt demgegenüber nahe, von dem Wissen der Kreis- und Ortsverbände zu profitieren. Die Praxisbeispiele bieten Anregungen für Reformbestrebungen auf der Ebene der Landesverbände und der Bundespartei.

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Berlin Deutschland