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Länderberichte

Die neue Sozialenzyklika Fratelli tutti von Papst Franziskus

von Patricia Ehret, Nino Galetti, Silke Schmitt

Gedanken für ein Weltgemeinwohl

Papst Franziskus unterzeichnete am 3. Oktober in Assisi seine neue Enzyklika „Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“. Nach Laudato Si ist es die zweite eigens verfasste Enzyklika des Papstes und steht in der weit über hundert Jahre alten Tradition der Sozialenzykliken seiner Vorgänger, die sich immer wieder mit den drängenden sozialen Fragen ihrer Zeit beschäftigten. Die Veröffentlichung von Fratelli tutti erfolgte am 4. Oktober – dem Jahrestag des Heiligen Franz von Assisi und ihr Titel beruht auf einem Zitat desselben.

Fazit für eilige Leser

  • Mit „Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“ hat der Papst nach Laudato Si seine zweite eigens verfasste Enzyklika veröffentlicht.
  • Die Anregung zu dieser Enzyklika erhielt Franziskus durch den ägyptischen Großimam Ahmad Al-Tayyeb, mit dem er bereits im vergangenen Jahr das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt in Abu Dhabi unterzeichnet hat. Die Enzyklika ist bei Vertretern der muslimischen Welt auf positives Echo gestoßen.
  • Zu den Leitfragen der Enzyklika gehören: Wie wollen wir nach der Corona-Pandemie leben; welche Konsequenzen ziehen die Menschen aus der erzwungenen Entschleunigung und welche Prinzipien sollten für eine gerechte und solidarische Welt gelten?
  • Welchen Beitrag kann Geschwisterlichkeit für das Zusammenleben aller Menschen in der Zukunft leisten und welche Gründe stehen einer Entwicklung zur weltweiten Geschwisterlichkeit - der Solidarität- entgegen?
  • Der Papst mahnt vor einem ausschließlich am Markt orientierten Wirtschaftsmodell, forderte eine gemeinsame Handlungsstrategie, um den Herausforderungen durch Migration und Integration zu begegnen und plädiert dafür, den „Mensch ins Zentrum“ politischen Handelns zu rücken.
  • Franziskus lehnt Populismus ab und hebt die Rolle der Politik als „wertvollste Formen der Nächstenliebe“ hervor, da sie sich dem Gemeinwohl widmet.
  • Die Enzyklika ist in Italien weitestgehend auf ein positives Echo gestoßen – von politischer Seite wurde sie bislang kaum kommentiert. Die Ausführungen zum Populismus haben wohl nicht zuletzt aufgrund der politischen Situation in Italien ein breites Echo erfahren.
  • Die Enzyklika wird als Zusammenfassung eines „Herzensanliegens“ von Papst Franziskus betrachtet. Die Themen „Brüderlichkeit“ und „soziale Freundschaft“ hatte der Papst in den vergangenen Jahren immer wieder aufgegriffen und nun in Fratelli tutti zusammengefasst.

Den ausführlichen Länderbericht zur Enzyklika „Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“ können Sie als PDF herunterladen.

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 80 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den „Länderberichten“ bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.