Veranstaltungsberichte

#DataFestKampala: Das neue Öl effektiver nutzen

"Daten sind das neue Öl" - diese These wurde beim ersten DataFest Ostafrikas, das vom 6. bis 7. März von Pollicy und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Kampala ausgerichtet wurde, mehrfach betont. Zwanzig Referenten hielten inspirierende Vorträge und diskutierten mit über 200 Teilnehmern über verschiedene Aspekte von Daten wie Datenmanagement, Analyse, Sicherheit und Visualisierung. Stakeholder von NGOs, aus dem Privatsektor und der Regierung kamen zusammen, um die Zusammenarbeit zu verbessern und Fachwissen auszutauschen.

Neema Iyer, Direktorin von Pollicy, und Donnas Ojok, Projektmanager (KAS), betonten in ihren Eröffnungsreden die Bedeutung von Daten für die Gegenwart und die Zukunft der bürgerorientierten Serviceerbringung durch Regierungen auf allen Ebenen. Herr Ojok betonte: "Politik ist fehlerhaft, wenn Daten missbraucht, fehlgeleitet, falsch interpretiert werden." Daher forderte er, dass effektives Datenmanagement zu einem Schlüsselelement der Politikgestaltung werden muss.

Die Vorträge von Michael Kategaya und Bernhard Sabiti konzentrierten sich vor allem auf den Aspekt des Zugangs zu Daten von der Regierung, der als Hauptproblem für die effektive Nutzung von Daten identifiziert wurde. Während Herr Kategaya klarstellte: "Regierungen müssen Daten verwenden, um die Bedürfnisse ihrer Bürger zu verstehen", wies Herr Sabiti darauf hin, dass Wissenschaftler Daten nicht sensationalisieren sollten, sondern sie als Basis nutzen sollten, um politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen.

Patrick, der als Forscher von Poverty Action arbeitet, betonte die Bedeutung der Evaluierung der Auswirkungen von Entwicklungsprogrammen, bevor sie in großem Maßstab umgesetzt werden. Er präsentierte seine Ergebnisse aus seiner Arbeit in Kenia: Es stellte sich die Frage, ob entweder die Bereitstellung von Schuluniformen oder die Entwurmung von Kindern dazu beitragen würde, ihre Anwesenheit in der Schule zu erhöhen. Das eindeutige Ergebnis war, dass letztere Methode besser geeignet sei, das angestrebte Ziel zu erreichen.

Die Chancen und Herausforderungen von Open-Data wurden von Tina Mutabazi und Tunga Mahadia erörtert. Frau Mutabazi sprach über die Verwendung offener Geodaten zur Verbesserung der Planung von Serviceleistungen wie beispielsweise der Abfallentsorgung. Transparenz, Partizipation und Rechenschaftspflicht wurden von Frau Mahadia als die Vorteile von Open-Daten hervorgehoben. Im Hinblick auf die Herausforderungen die Open-Data mit sich bringen, sagte ein Teilnehmer: "Die Tatsache, dass man nie weiß, wer einen Beitrag leistet, macht Open-Data anfällig für falsche Informationen".

In verschiedenen Panels konnten die Teilnehmer über maschinelles Lernen, die Möglichkeiten der Datennutzung in zivilgesellschaftlichen Organisationen und das Engagement junger Menschen in datenorientierten Forschungsprojekten diskutieren. Ein Teilnehmer betonte: "Junge Menschen können und sollten im Mittelpunkt der Forschung stehen, indem sie in laufenden Gesprächen zu Jugendthemen wichtige Signale und evidenzbasierte Empfehlungen geben."

Der zweite Tag begann mit einem Vortrag von Paul Green über Künstliche Intelligenz (KI) in Uganda. Er definierte KI als das Studium Maschinen zu unterrichten, sodass diese Wissen erlangen, um Aufgaben besser erfüllen zu können als Menschen. Die Erkennung und Überwachung von Krankheiten im Agrarsektor, die Erfassung von Meinungen für die Medienanalyse und Chatbots für eine bessere Gesundheitsversorgung wurden als Chancen für die KI identifiziert. Herr Green lobte das große Interesse junger Menschen an KI und das Bestehen kostenloser Trainings und informeller Netzwerke, nannte aber auch den begrenzten Zugang zu Daten, teure Hardware und die öffentliche Wahrnehmung als zentrale Hindernisse für KI in Uganda.

Bernhard Wanyama sprach das Thema Datensicherheit an und betonte die Rolle des Staates beim Schutz personenbezogenen Daten: " Datenschutz ist ein individuelles Recht. Um dieses Recht umzusetzen, sind neue Gesetze notwendig". Während seines Workshops über Netzwerksicherheit zeigte John Ombagi, wie einfach es ist, ein Wifi-Netzwerk zu hacken.

Interaktive, praxisorientierte Workshops zu Software, die für die verschiedenen Phasen des Datenmanagements geeignet sind, standen im Mittelpunkt des zweiten Tages. Shelmith Karuiki gab eine Einführung über "R" und "Python", zwei der am häufigsten verwendeten Programme zur Datenanalyse, während Daphne Nakabugo die Datenerfassungssoftware "KoboToolBox" erklärte, und Wairimu Macharia "infogram", eine Software zur Datenvisualisierung, vorstellte.

Beide Tage des DataFestes waren voller aufschlussreicher Vorträge, konstruktiver Diskussionen und nützlicher Software-Workshops. In einer fröhlichen und respektvollen Atmosphäre trafen sich Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen, tauschten ihr Know-how aus und ließen sich voneinander inspirieren. Die verstärkte Zusammenarbeit mit den Stakeholdern wird dazu beitragen, Herausforderungen zu bewältigen und das neue Öl - Daten - effektiver zu nutzen.



Verfasst von Valentin Penczek

Über diese Reihe

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