Einladung zur Gedenkveranstaltung zu Ehren der Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth.
Es fanden sich neben den Menschen, die Rita Süssmuth persönlich wie beruflich nahestanden, auch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Öffentlichkeit für den Abend im Alten Rathaus der Stadt Göttingen ein.
Moderiert wurde der Abend von Isabel Link.
Der Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung für Niedersachsen, Christoph Bors, eröffnete die Veranstaltung.
Aus dem einst von Rita Süssmuth geführten Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf (MdB) angereist. Sie beschrieb dem Publikum anschaulich das Vermächtnis Rita Süssmuths in ihrem Ministerium.
Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (MdB) hob sowohl in seinem Grußwort als auch im Podiumsgespräch die Verdienste Rita Süssmuths für ihren Wahlkreis und die gesamte Region Südniedersachsen hervor. Für die Zukunft appellierte er an Politik und Gesellschaft, man müsse "mehr Rita Süssmuth wagen".
In ihrer Würdigung erzählte die Parlamentarische Geschäftsführerin der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion Carina Hermann (MdL) von Rita Süssmuths Auffassung von Literatur und Wissenschaft sowie deren Einfluss auf ihr berufliches Leben und Wirken. Gesundheits- und Frauenpolitik lagen Süssmuth besonders am Herzen, kontroverse Debatten habe sie dabei nicht gescheut.
Im anschließenden Podiumsgespräch gab die ehemalige Persönliche Referentin von Süssmuth, Dr. Regina Görner, Einblicke in die Person Rita Süssmuth und ihre stets den Bürgerinnen und Bürgern ausgerichtete Arbeits- und Denkweise. Auch sie hob hervor, wie wichtig Süssmuth schon damals ein modernes Frauenbild war: „Frauen als Thema war ihr wichtig, weil sie eine hochintelligente Frau war und sich nie damit abgefunden hat, wie Frauen an der Uni behandelt wurden“.
Auch für Harm Adam, den Vorsitzenden der Europaunion Niedersachsen, ist Rita Süssmuths Engagement außergewöhnlich. Für ihn ist klar: Rita Süssmuth war nicht nur eine herausragende Persönlichkeit in der Bundesrepublik, sondern auch eine „leidenschaftliche Europäerin", der die deutsch-polnischen Beziehungen besonders am Herzen lagen und die „sich immer bemüht [hat], Brücken zu bauen".
Im Publikum sitzende Weggefährten Rita Süssmuths, wie Harald Noack, berichteten von persönlichen Anekdoten, langen Arbeitstagen und dem gemeinsamen Willen, Wahlen zu gewinnen und Politik zu gestalten.
Auch Hartwig Fischer nahm die anwesenden Gäste mit in die Vergangenheit und erzählte von den Umständen, die die gebürtige Rheinländerin in den Wahlkreis Göttingen verschlagen haben.
Das Podiumsgespräch gab vielen Menschen die Gelegenheit, die Person, aber auch das Wirken und Schaffen Rita Süssmuths aus einer Vielfalt an Perspektiven kennenzulernen.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von einem Streichquartett des Göttinger Symphonieorchesters.
Gespielt wurden Sätze von W. A. Mozart, Joseph Haydn und Francis Poulenc.
In Anwesenheit zahlreicher Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Politik und Gesellschaft würdigte die KAS das Wirken Rita Süssmuths in ihrem ehemaligen Bundestagswahlkreis.
„Rita Süssmuth war die Stimme des Gewissens und der Menschlichkeit“,
sagte Fritz Güntzler, Süssmuths Nachfolger als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Göttingen. „Ich durfte Wahlkämpfe von ihr begleiten. Sie war eine Politikerin mit Haltung und Weitblick, sagte Güntzler.Bei den Wahlen habe sie hier stets zehn Prozent mehr an Erststimmen als die CDU an Zweitstimmen bekommen. „Ihre Verdienste für Göttingen sind beispielsweise der ICEHalt, die Lokhalle als Veranstaltungsort und die Bundespolizei in Duderstadt. Sie war eine Botschafterin der Region!“
„Fast immer ist der richtige Weg der schwerste.“ Mit dem Zitat des Schriftstellers François Mauriac eröffnete die CDU-Landtagsabgeordnete Carina Hermann ihre Würdigung. Damit nahm sie Bezug auf Süssmuths Dissertation über französische Literatur und letztlich auch ihre Arbeit als Professorin an der Universität Göttingen. Hermann übernahm die Würdigung in Vertretung für den CDU-Landesvorsitzenden Sebastian Lechner, der zeitglich an der Trauerfeier anlässlich der Ereignisse in Stade teilnahm.
Sie führte fort, dass es nicht Lautstärke war, mit der die Politikerin agierte, sondern Beharrlichkeit. Sie sei Vorreiterin der Gleichstellung von Frauen gewesen, eine Gerechtigkeitspolitikerin. Die Gesundheitspolitik habe ihr am Herzen gelegen – beispielsweise bei der Aids-Aufklärung. Die KatholischeSoziallehre sei für sie immer richtungsweisend gewesen. „Rita Süssmuth war eine Zumutung, und das hätte sie als Kompliment gemeint."
Die Konrad-Adenauer-Stiftung bedankt sich bei den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern in Göttingen, ohne die die Veranstaltung nicht so würdig hätte gestaltet werden können.
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