Asset-Herausgeber

Veranstaltungsberichte

KI erfolgreich implementieren

Strategien für Führungskräfte am Comer See

Praxis, Strategie und Führungsverantwortung

Asset-Herausgeber

Die Welt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Technologische Innovationen, geopolitische Veränderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Insbesondere die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz verändert Arbeitsprozesse, Entscheidungsstrukturen und Führungsverständnisse grundlegend. Doch wie kann KI sinnvoll in Organisationen integriert werden? Welche Rolle spielen Führungskräfte in Transformationsprozessen und welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit technologische Innovationen nachhaltig wirken können? 

 

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der Seminarfahrt „KI erfolgreich implementieren: Strategien für Führungskräfte am Comer See – Praxis, Strategie und Führungsverantwortung“, die vom 19. bis 22. Oktober 2026 in der Villa La Collina in Cadenabbia am Comer See stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, Künstliche Intelligenz nicht nur als technologische Entwicklung zu betrachten, sondern als strategische Führungsaufgabe zu verstehen. Dabei wurde deutlich, dass eine erfolgreiche KI-Transformation weit über die Einführung neuer Technologien hinausgeht und maßgeblich von Organisationskultur, Vertrauen und Führung geprägt wird. 

 

Nach der Anreise und einer ersten Kennenlernrunde begann das Seminar am Dienstagmorgen mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Erwartungen und Erfahrungen der Teilnehmenden. In Gesprächen zu zweit tauschten sie sich über ihre bisherigen Berührungspunkte mit KI, ihre Rolle im Umgang mit neuen Technologien sowie über Hoffnungen und Sorgen hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen aus. Anschließend stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig im Plenum vor. Die dabei entstandenen Audioaufnahmen wurden unmittelbar mithilfe verschiedener KI-Anwendungen analysiert und ausgewertet. Auf diese Weise gelang ein praxisnaher Einstieg in das Seminarthema und zugleich ein erster Eindruck davon, wie KI bereits heute bei der Verarbeitung und Auswertung von Informationen unterstützen kann. 

 

Im weiteren Verlauf führte Stefan Queißer, Mitgründer des KI-Netzwerks und Geschäftsführer der Ostec GmbH, in die Welt der Künstlichen Intelligenz ein. Anhand verschiedener Anwendungsbeispiele zeigte er auf, welche Aufgaben KI heute bereits übernehmen kann und welche Potenziale sich daraus für Unternehmen ergeben. Besonderes Interesse weckten die vorgestellten KI-Agenten und Assistenzsysteme, die Unternehmen bei der Organisation von Wissen, der Informationsverarbeitung oder der Entscheidungshilfe unterstützen können. 

 

Am Nachmittag richtete sich der Blick auf die strategische Implementierung von KI in Organisationen. Im Mittelpunkt standen die Identifikation und Priorisierung geeigneter Anwendungsfälle sowie die Frage, wie sich KI sinnvoll in bestehende Unternehmensprozesse integrieren lässt. Dabei erforschten die Teilnehmenden, dass die Einführung von KI nicht allein von technischen Möglichkeiten abhängt. Ebenso wichtig sind klare Zielsetzungen, geeignete Rahmenbedingungen und die Bereitschaft, Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten. 

 

Nach dem intensiven Seminartag bot die gemeinsame Überfahrt nach Bellagio Gelegenheit, die Region rund um den Comer See zu erkunden und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Exkursion stellte einen willkommenen Ausgleich zu den inhaltlich anspruchsvollen Seminarphasen dar und ermöglichte den Teilnehmenden, die vielfältigen Eindrücke des Tages in einer anderen Umgebung wirken zu lassen. 

 

Der Mittwoch stand im Zeichen von Organisationskultur und Führung. Dr. Stephanie Rohac, Organisations- und Kommunikationspsychologin, verdeutlichte anhand von praktischen Beispielen, warum die Einführung von KI nicht allein eine technische Aufgabe ist, sondern immer auch kulturelle Veränderungen mit sich bringt. Ausgehend vom Modell der Organisationskultur wurde aufgezeigt, dass sichtbare Prozesse und Strukturen nur einen Teil dessen ausmachen, was Unternehmen prägt. Ebenso entscheidend sind gemeinsame Werte und oftmals unbewusste Grundannahmen, die Wahrnehmung, Denken und Handeln beeinflussen. Durch den Vortrag wurde klar, dass KI-Projekte häufig nicht nur die Technik beinhalten, sondern durch die  Unternehmenskultur die Implementierung der KI unterstützt wird. 

 

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Themen Vertrauen und psychologische Sicherheit. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen Mitarbeitende bereit sind, sich auf neue Technologien einzulassen, Unsicherheiten offen anzusprechen und Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten. Die Teilnehmenden diskutierten, welche Rolle Führungskräfte dabei spielen, Orientierung zu geben, Lernen zu ermöglichen und Vertrauen in Transformationsprozesse aufzubauen. Beide Referierende hoben hervor, dass erfolgreiche KI-Einführung dort gelingt, wo Menschen Veränderungen nicht nur verstehen, sondern aktiv mittragen können. 

 

Darüber hinaus beschäftigte sich das Seminar mit den Merkmalen einer sogenannten KI-nativen Organisation. Die Teilnehmenden setzten sich mit der Frage auseinander, wie KI und menschliche Kompetenzen sinnvoll zusammenspielen können. Dabei wurde herausgearbeitet, dass technologischer Fortschritt nicht zwangsläufig maximale Automatisierung bedeutet. Vielmehr wurde diskutiert, an welchen Stellen menschliche Verantwortung, Erfahrungswissen, persönliche Beziehungen und Urteilsfähigkeit unverzichtbar bleiben.  

Im weiteren Verlauf entwickelten die Teilnehmenden erste Ideen für eigene Anwendungsfälle und tauschten sich über Möglichkeiten aus. Dabei spielte auch die Frage eine wichtige Rolle, wie Mitarbeitende aktiv eingebunden und Veränderungen gemeinsam gestaltet werden können. Die Diskussionen und eine stetige Beteiligung zeigten, dass die technische Einführung von KI und die Entwicklung einer lern- und vertrauensfördernden Organisationskultur eng miteinander verbunden sind.

 

Mit dem Themenblock „Politische Bildung in Unternehmen“, gestaltet von Lina Berends, rückten die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen technologischer Entwicklungen in den Fokus. Die Teilnehmenden beschäftigten sich in Gruppen mit verschiedenen Faktoren der Geopolitik und KI und trugen ihre Erkenntnisse dann im Plenum vor.

 

Während der gemeinsamen Abendessen, beim Kaminabend sowie in Gesprächen zwischen den Seminareinheiten wurden die Inhalte der Veranstaltung intensiv weiterdiskutiert. Dabei reflektierten die Teilnehmenden die vorgestellten Ansätze und übertrugen viele der behandelten Fragestellungen auf ihre eigenen beruflichen Erfahrungen und organisatorischen Herausforderungen. 

Besonders positiv durch die Teilnehmenden hervorgehoben wurden die hohe Praxisnähe der Inhalte, die Möglichkeit zum intensiven Austausch mit anderen Führungskräften sowie die Verbindung aus strategischer Perspektive, konkreten Anwendungsbeispielen und organisationspsychologischen Fragestellungen. 

Auch die besondere Atmosphäre der Villa La Collina, die hervorragende Betreuung vor Ort und der Veranstaltungsrahmen am Comer See trugen zu einer gelungenen Seminarfahrt bei. 

Asset-Herausgeber

Kontakt Lina Berends
Linda Berends
Referentin Politisches Bildungsforum Sachsen
lina.berends@kas.de +49 351 563446-13 +49 351 563446-10
Landessignet Sachsen

comment-portlet

Asset-Herausgeber

Asset-Herausgeber

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Asset-Herausgeber