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Thomas Ehlen / kas.de
Veranstaltungsberichte

Startblock: Starke Kommunalpolitik erfolgreich gestalten

Eine Bilanz des Paderborner Seminars 24. bis 25. April 2026

Wie kommunalpolitisches Engagement wirkungsvoll, rechtskonform und zugleich motivierend gestaltet werden kann, stand im Mittelpunkt eines zweitägigen Seminars der KommunalAkademie und des Politischen Bildungsforums Nordrhein Westfalen der Konrad Adenauer Stiftung in Paderborn. Rund um die Leitfrage „Mitreden – Mitgestalten – Mitverantworten“ kamen ehrenamtlich Engagierte aus Räten und Fraktionen zusammen, um Grundlagen zu vertiefen und Erfahrungen auszutauschen.

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Zu Beginn betonte Torsten Harms, dass das Grundgesetz den Kommunen mit Artikel 28 bewusst Verantwortung übertrage und damit einen zentralen Baustein der Demokratie sichere. Kommunale Selbstverwaltung – so der Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Wathlingen sei kein Selbstläufer, sondern lebe vom Engagement vor Ort. Wer sich einbringe, trage konkret zur demokratischen Kultur bei. Zugleich wies der 61jährige Rechtsanwalt darauf hin, dass Kommunalpolitik nur dann funktioniere, wenn Ratsmitglieder ihre Rolle aktiv wahrnähmen und sich nicht allein von der Verwaltung treiben ließen. Fraktionen müssten eigene Ideen entwickeln und gestalten wollen.

  

In den inhaltlichen Blöcken wurde deutlich gemacht, dass Mitwirkung immer auch Umsetzung bedeute. Entscheidungen des Rates griffen unmittelbar in das Leben der Bürgerinnen und Bürger ein und müssten rechtlich sauber vorbereitet sein. Besonders der Haushalt wurde als zentrales Steuerungsinstrument hervorgehoben: Über ihn entscheide der Rat über Organisation, Personal und Entwicklung der Kommune. Fehle eine Mehrheit für den Haushalt, sei die kommunale Handlungsfähigkeit massiv eingeschränkt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Geschäftsordnung als „Spielregel der Demokratie“. Sie schaffe Klarheit über Redezeiten, Sitzungsdauer, Antragsverfahren und den Umgang mit Störungen. Gerade klare Strukturen seien notwendig, um neue Menschen für ein Mandat zu gewinnen und Überlastung zu vermeiden. Bürgerbeteiligung wurde als unverzichtbar beschrieben, da fehlende Einbindung schnell zu Unzufriedenheit führe.

Abschließend wurde unterstrichen, dass Kommunalpolitik auch Erfolgserlebnisse brauche. Nur wer spüre, etwas bewegen zu können, werde sich langfristig engagieren. Der Perspektivwechsel – sich in „die Schuhe der anderen“ zu stellen – sei dabei ein Schlüssel für konstruktive Zusammenarbeit. Das Seminar verdeutlichte damit eindrucksvoll, wie anspruchsvoll, aber auch kreativ kommunalpolitisches Ehrenamt gestaltet werden kann.

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Kontakt Dr. Thomas Ehlen
Dr. Thomas Ehlen
Referent KommunalAkademie
thomas.ehlen@kas.de +49 2241 246-4427

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.