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Veranstaltungsberichte

Verwaltungs- und Staatsmoderniserung 2. Juni Verwaltungsfachhochschule Gotha

von Maja Eib
Veranstaltung der KAS Thüringen zur Modernisierung der Verwaltung: Diskussion über Bürokratieabbau, Digitalisierung und Attraktivität des öffentlichen Dienstes. Praxis und Politik zeigten Reformansätze; Studierende brachten Fragen ein. Ziel: zukunftsfähige, bürgernahe Verwaltung durch Innovation und Engagement.

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Wie gelingt echte Bürokratieentlastung? Welche Reformen braucht eine moderne Verwaltung? Und wie bleibt der öffentliche Dienst attraktiv für Nachwuchskräfte?

Diesen Leitfragen widmete sich die Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen am 2. Juni 2026 an der Thüringer Verwaltungsfachhochschule in Gotha. In einem voll besetzten Hörsaal begrüßte die Landesbeauftrage Maja Eib über 60 Studierende des Abschlussjahrgangs im kommunalen Bereich gemeinsam mit hochrangigen Praxisvertretern, die über die Zukunft staatlichen Handelns und die konkreten Herausforderungen ihres bevorstehenden Berufseinstiegs im zweiten Teil der Veranstaltung ins Gespräch kamen.

 

Ziel der Veranstaltung war es, die angehenden Verwaltungsfachkräfte frühzeitig für zentrale Reformfragen zu sensibilisieren, ihnen realistische Einblicke in aktuelle Modernisierungsprozesse zu geben und den öffentlichen Dienst als attraktiven, sinnstiftenden Arbeitgeber zu präsentieren. Gleichzeitig diente das Format dazu, den direkten Austausch zwischen Nachwuchs, Politik und Praxis zu fördern.

 

Im Mittelpunkt stand eine Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Stephan König (Chef der Staatskanzlei, Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund) und Marian Schreier (GovTech Kommunal e.V.), die unterschiedliche Perspektiven auf Staatsmodernisierung einbrachten und sich intensiv den Fragen der Studierenden stellten.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Attraktivität des öffentlichen Dienstes. Stephan König betonte, dass die Verwaltung weit mehr sei als klassische Bürokratie: Unter dem Leitbild „Dienst macht Fortschritt“ verstehe sich Thüringen als moderner Arbeitgeber mit über 100 verschiedenen Berufsfeldern und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders hervorgehoben wurde die Chance für junge Menschen, durch ihre Arbeit konkrete gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.

Im Bereich der Reformpolitik stellte König zentrale Maßnahmen der Landesregierung vor. Dazu zählt insbesondere das Erste Thüringer Entlastungsgesetz, das verschiedene Ansätze zum Bürokratieabbau bündelt, darunter:

  • das Standarderprobungsgesetz zur Stärkung kommunaler Gestaltungsspielräume,
  • das Once-Only-Prinzip zur Reduzierung von Mehrfacheingaben von Daten,
  • ein Datenschutz-Cockpit zur Sicherung von Transparenz und Datensouveränität,
  • sowie die geplante Novellierung der Thüringer Bauordnung zur Verfahrensvereinfachung.

Zugleich wurde deutlich, dass Entbürokratisierung als fortlaufender Prozess verstanden wird. Ein zweites Entlastungspaket befindet sich bereits in Vorbereitung und integriert vielfältige Impulse aus Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft.

Eine zentrale Ergänzung dieser politischen Perspektive lieferte Marian Schreier, der insbesondere die praktische und technische Umsetzung von Verwaltungsmodernisierung in den Fokus rückte. Er machte deutlich, dass nachhaltige Bürokratieentlastung nicht allein durch gesetzgeberische Maßnahmen erreicht werden kann, sondern vor allem durch konsequente Digitalisierung und eine klare Nutzerorientierung.

 

Verwaltungsprozesse müssten aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sowie der Mitarbeitenden gedacht werden. Schreier betonte die Bedeutung einheitlicher digitaler Standards, interoperabler Systeme und der Bereitschaft, bestehende Abläufe grundlegend zu vereinfachen. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigte er auf, wie digitale Lösungen bereits heute Prozesse beschleunigen, transparenter gestalten und Mitarbeitende entlasten können.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit: Der Austausch von Best Practices und die gemeinsame Entwicklung digitaler Lösungen seien entscheidende Erfolgsfaktoren für eine moderne Verwaltung.

Im direkten Dialog entwickelte sich eine lebendige und praxisnahe Diskussion. Die Studierenden brachten zahlreiche Fragen zur Umsetzbarkeit in kommunalen Verwaltungen ein – insbesondere zu bestehenden IT-Strukturen, Veränderungsprozessen und den Anforderungen an künftige Verwaltungsmitarbeitende.

 

Als langfristiger Orientierungsrahmen wurde die „Eisenacher Erklärung Thüringen 2035“ vorgestellt. Sie formuliert das Ziel einer effizienten, digitalen und zugleich bürgernahen Verwaltung. Der Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz wird dabei als zentraler Hebel zur Entlastung der Beschäftigten und zur Verbesserung staatlicher Leistungen verstanden. Gleichzeitig wurde unterstrichen, dass der persönliche Kontakt zwischen Verwaltung und Bürgerschaft ein unverzichtbarer Bestandteil staatlichen Handelns bleibt.

 

Die Veranstaltung erreichte ihre Ziele in hohem Maße. Die große Teilnehmerzahl, die intensive Beteiligung der Studierenden sowie die Qualität der Diskussionen verdeutlichen das große Interesse an Fragen der Staatsmodernisierung.

Besonders positiv hervorzuheben ist die Verbindung von politisch-strategischer Perspektive und praktischer Umsetzungskompetenz. Während Staatssekretär König die Reformvorhaben der Landesregierung einordnete, lieferte Marian Schreier konkrete Einblicke in die technische Realisierbarkeit und die Anforderungen moderner Verwaltungsarbeit. Diese Kombination wurde von den Teilnehmenden als besonders gewinnbringend wahrgenommen.

 

Die Veranstaltung trug dazu bei,

  • das Verständnis für aktuelle Reformprozesse zu vertiefen,
  • die Bedeutung von Digitalisierung und Bürokratieabbau konkret greifbar zu machen,
  • und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als gestaltende Aufgabe hervorzuheben.

 

Die Veranstaltung in Gotha hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Modernisierung des Staates nur im Zusammenspiel von politischem Gestaltungswillen, technischer Innovation und engagierten Mitarbeitenden gelingen kann.

Die zentrale Botschaft an die angehenden Nachwuchskräfte lautet: Eine moderne Verwaltung braucht Menschen, die mit Haltung arbeiten, Verantwortung übernehmen und eine echte Ermöglichungskultur leben. Gleichzeitig braucht sie den Mut, neue Wege zu gehen – organisatorisch wie technologisch.

 

Mit dieser Veranstaltung leistet die Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen damit einen wichtigen Beitrag, den Dialog zwischen Politik, Praxis und Verwaltungsnachwuchs zu stärken und Perspektiven für eine zukunftsfähige, leistungsfähige Verwaltung aufzuzeigen. Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule. Eine Fortsetzung des Formates ist im kommenden Jahr an der Verwaltungsfachhochschule in Gotha geplant.

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Kontakt Maja Eib
Maja Eib
Landesbeauftragte und Leiterin Politisches Bildungsforum Thüringen
maja.eib@kas.de +49 (0) 361 65491-0 +49 (0) 361 65491-11
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Assistenz / Sachbearbeitung
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