Veranstaltungsberichte

Vorbilder der Vielfalt

von Julia Rieger

Zertifikatsübergabe der Qualifizierungsmaßnahme zur Koordination der interkulturellen Schulentwicklung

Ein eigenes Integrationskonzept erstellen und dieses in der Schule umsetzen: Das war die Aufgabe, der sich 22 Lehrerinnen und Lehrer im Zuge der Qualifizierungsmaßnahme zur Koordination der interkulturellen Schulentwicklung gestellt haben. Über ein Jahr haben sie an verschiedenen Modulen teilgenommen und ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt.

Zum Abschluss der Qualifizierung gab es einen Festakt im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, bei dem die Zertifikate verliehen wurden. Eröffnet wurde der Abend mit einem Slam zum Thema Integration von Pauline Cebulla. In ihrem Text lobte sie das Engagement der Lehrer, indem sie verschiedene Szenarien, in denen Kinder Hilfe brauchen und von Lehrern bekommen, verarbeitet: „Wird man als ganzer Mensch angenommen, fällt das Lernen leicht.“

„Jede Klasse ist Zukunft“

Im Anschluss begrüßt Serap Güler das Publikum. Die Staatssekretärin für Integration des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW spricht von der Chance der Lehrer, ihre Konzepte jetzt umzusetzen: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, und das nicht erst seit 2015.“ NRW solle ein weltoffenes Land sein und „den Fokus auch auf das legen, was die Vielfalt gebracht habe.“ Diese Vielfalt würde in Klassenzimmern gelebt, aber auch in den Lehrerzimmern: „Sie sind alle die Vorbilder, die wir brauchen.“ Integration und Teilhabe seien nur möglich, wenn die gesamte Gesellschaft Vielfalt vorlebe.

Teil von etwas sein – und keine Ausnahme

In einer anschließenden Podiumsdiskussion wird über Integration an den Schulen diskutiert. Nabil Zeriouh, Ausschussmitglied des Philologenverbands im Referat Diversität, spricht von einer Multiplikatorenfunktion der neu ausgebildeten Fachkräfte. Die angemessene Kommunikationsstrategie sei dabei wichtig, ergänzt der Landeskoordinator des Netzwerkes Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte NRW Ahmet Atasoy: „Man muss die Schulleitung mit ins Boot holen.“ Ob eine Schulleiterqualifizierung sinnvoll sei, erörtert Dr. Fridtjof Filmer, der Gruppenleiter im Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW. Die Basis sei Freiwilligkeit, es solle 2019 breitgefächerte Fördermaßnamen im gesamten Schulsystem geben.

„Wertschätzender Umgang ist nicht nur im Klassenzimmer sinnvoll“

Fortbildungsmaßnahmen müssen „vor Ort zu den Leuten gebracht werden“, sagt die Leiterin des Regionalbüros Rheinland der Konrad-Adenauer-Stiftung Simone Habig. Deswegen müsse es auch Angebote in Schulen geben. Eine der Absolventinnen lobt die Möglichkeit, die Ideen zu konkretisieren und auch den Umgang mit Widerständen zu lernen. „Es ist nicht immer die falsche Einstellung, einige sind einfach an der Belastungsgrenze.“ Da helfe es, sich anzuschauen, was vielleicht schon gut läuft, um Kollegen zu motivieren.

Interkulturelle Kompetenz – durch Lehrer an die Schulen gebracht

Bevor die Absolventinnen und Absolventen ihre Zertifikate im Empfang nahmen, gab es ein kurzes Konzert der Elly-Band, die aus einem kleinen Teil der Big Band des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums in Duisburg besteht. Mit „Imagine“ von John Lennon spielten sie nicht nur einen Musikklassiker, sondern liefern auch eine Botschaft, die wahrscheinlich viele der Absolventinnen und Absolventen bewegt: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen friedlich zusammenleben und voneinander lernen. Bei der folgenden Zertifikatsübergabe ist den Teilnehmern die Freude ins Gesicht geschrieben – die investierte Freizeit hat sich gelohnt.

Die Qualifizierungsmaßnahme zur Koordination der interkulturellen Schulentwicklung ist eine Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung, des Philologen-Verbands Nordrhein-Westfalen und des Netzwerks Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte des Landes NRW und soll die Teilnehmer zu interkulturellen Koordinatoren qualifizieren.

Ansprechpartner

Simone Habig

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Leiterin Regionalbüro Rheinland

Simone.Habig@kas.de +49 211 8368056-0 +49 211 8368056-9
Ansprechpartner

Angela Meuter-Schneider

Angela Meuter-Schneider bild

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Angela.Meuter-Schneider@kas.de +49 0211 836805-66 +49 0211 836805-69

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