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Veranstaltungsberichte

Wenn der Prototyp schneller ist als das Gesetz

Ein Seminar in München zwischen Labor und Landtag

Vom Deutschen Museum bis zum Bayerischen Landtag: Fünf Tage lang gehen Geförderte der Konrad-Adenauer-Stiftung den Implikationen von technischen Innovationen und Fragen des digitalen Humanismus, Aspekten des Mobilitätswandel und Anwendungen von Robotik in der Pflege nach. Überall dieselbe Spannung: Ist die neue Technik eine Chance für die Gesellschaft oder eine Gefahr für das, was unser Miteinander ausmacht?

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Autorinnen und Autoren: Felix Hellmann und Paulina-Sophie Vergöls

Mittwochmorgen, 10:00 Uhr im Bayerischen Landtag: Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung treffen Landtagsabgeordnete Jenny Schack. Sie berichtet von Gründerzentren in Bayern, in denen neue Technologien innerhalb weniger Monate einsatzreif werden, während ein Gesetz, das ihren Einsatz regelt, oft Jahre braucht. Eine Frage verbindet dabei jeden Termin dieser Seminarwoche: Ist die neue Technik eine Chance für eine bessere und moderne Gesellschaft – oder eine Gefahr für das, was unsere Gesellschaft „eigentlich“ leisten kann?

Die Antwort fällt von Tag zu Tag anders aus. Beim Auftaktvortrag zum digitalen Humanismus warnt Klaus Staudacher vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation vor Algorithmen, die Entscheidungen übernehmen, die einmal allein Menschen vorbehalten waren – und macht zugleich Mut: Wer die Technik versteht, kann sie gestalten, statt ihr ausgeliefert zu sein.

Beim Fachgespräch mit Oliver May-Beckmann, Geschäftsführer des Mobilitätscluster MCube, klingt das ähnlich. Er zeigt, wie Reallabore und Simulationen den Verkehrswandel beschleunigen können, wenn Technik, Gesellschaft und politische Umsetzbarkeit zusammenfinden. Genau da liegt der Fortschritt, der sie von anderen unterscheidet: Ideen wie selbstfahrende Autos werden real erprobt, etwa auf dem Oktoberfest, und dabei laufend Daten gesammelt, statt sie nur fiktiv zu simulieren.

Am nächsten Tag stehen die Stipendiatinnen und Stipendiaten selbst vor den Maschinen: Im Workshop zur Geriatronik und bei der Führung durch die Robotik-Ausstellung führen Miriam Voß und Anna-Lena Kämper vor, wie digitale Assistenzsysteme älteren Menschen Selbstständigkeit zurückgeben. Die Medizinethikerin und KAS-Fellow Prof. Dr. Alena Buyx betont jedoch: Technische Lösungen werfen ethische Fragen auf, die keine Maschine allein beantworten kann – das bleibt Aufgabe der Politik und Gesellschaft.

Am Ende der Seminarwoche hat sich die Ausgangsfrage leicht gewandelt. Sie lautet nicht mehr, ob der Prototyp schneller ist als das Gesetz. Sondern ob Politik und Gesellschaft bereit sind, die Innovationen schnell genug zu verstehen und mitzugestalten, bevor die Technik ohne sie entscheidet.

 

Leitung: Susanna Vogt

Anlass: Seminar der Begabtenförderung „Technik und Politik – Innovationen und ihre Implikationen“

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Kontakt Susanna Vogt
Susanna Vogt
Leiterin Internationale Nachwuchsförderung
susanna.vogt@kas.de +49 30 26996-3649

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

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