Nach bundesweiten Wahlen wird immer wieder thematisiert, dass einzelne Parteien im ländlichen Raum anders abschneiden als in größeren Städten. Die Unionsparteien sind dabei traditionell im ländlichen Raum stärker, während SPD und Grüne in urbanen Gebieten höhere Wahlergebnisse erzielen. Letztere sind vor allem in Großstädten besonders erfolgreich.
Woran liegt es, dass Stadtbewohner bei Wahlen anders abstimmen als die Landbevölkerung? Liegt es nur an der Sozialstruktur? Die städtische Bevölkerung ist im Mittel jünger, formal besser gebildet und eher konfessionslos als die ländliche Bevölkerung. Oder gibt es darüber hinaus Einstellungsunterschiede, die das Wahlverhalten erklären können? Gibt es folglich spezifisch urbane Einstellungsmuster? Oder anders formuliert: Gibt es neben der religiösen und der sozioökonomischen Konfliktlinien, deren Bedeutung nachgelassen haben, auch eine bedeutsame Stadt-Land-Konfliktlinie?
Diesen Fragen soll die vorliegende Studie nachgehen, indem sie untersucht, ob sich die Einstellungen zu Parteien und andere politische Einstellungen zwischen ländlichen und urbanen Regionen systematisch unterscheiden.
So viel vorweg: Insgesamt sind die Unterschiede in den politischen Einstellungen zwischen Stadt und Land eher gering und wenig systematisch. Zwar zeigen sich in multivariaten Analysen signifikante Stadt-Land-Unterschiede im Wahlverhalten, auch bei Kontrolle von soziostrukturellen Merkmalen und politischen Einstellungen, aber ihre Erklärungskraft ist vergleichsweise gering. Es deutet also wenig auf einen bedeutsamen Stadt-Land-Konflikt hin. Die gesamte Studie können Sie hier als PDF lesen.
Topics
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