Vortrag

Freiheit, die Kultur zerstört?

Patrick J. Deneen legt mit seinem Buch „Why Liberalism failed“ eine Streitschrift vor, die zu einer Diskussion zu den Grundwerten und Strukturen unserer Gesellschaftsordnung anregt.

Details

Der Liberalismus, der für individuelle Freiheit und Selbstbestimmung

steht, scheint sich nun gegen sich selbst

zu richten. Denker wie John Locke oder Alexis de Tocqueville

nahmen noch Rücksicht auf die Strukturen, von denen sie

den Einzelnen emanzipieren wollten. Im Ergebnis führte das

zu Aufklärung, Humanismus und Menschenrechten.

Der gegenwärtige progressive Liberalismus hingegen löst,

aufgrund von Globalisierung und egalisierendem Finanzsystem,

alle die Entwicklung behindernden Dinge auf. Am

Ende sind wir doppelt frei: frei von Bindungen und frei von

gesellschaftlichen Strukturen. Wehren sich die Sachsen nach

Erfahrungen mit Nationalsozialismus und Kommunismus

unbewusst genau gegen diese Entwicklung? Ist dies eine

Erklärung, warum sich die Gemüter an der Kunstinstallation

„Monument“ auf dem Dresdner Neumarkt so erhitzten?

Egalität von Geschlecht, Kultur und Religion führt zur

Auflösung derselben. Technik und Wirtschaft treiben diesen

Prozess bis hin zur Loslösung von unserer natürlichen Basis

an, wie Deneen darstellt. Zurück bleiben körperlose Monaden,

deren Steuerung jetzt einen starken Staat erfordert, der

immer stärker wird, je isolierter der Einzelne ist. Damit sind

aber auch Manipulation und vorgefertigten Meinungen Tür

und Tor geöffnet. Ob Stärkung von Hedge-Fonds, Gender,

Liquid Democracy oder Antireligiosität – der progressive

Liberalismus hat nur ein Ziel, die Auflösung der Strukturen,

die uns zusammenhalten. Er verkennt den Wert von

Gemeinschaft und Kultur und liefert den Einzelnen dem Markt

und dem Staat schutzlos aus. Ist die Demokratie in Gefahr?

Konservativ sein heißt nicht, sich zwischen rechts und links

im Parteienspektrum zu positionieren, sondern generelle

Zurückhaltung gegenüber dieser Entwicklung zu üben.

Das ist nicht spezifisch christlich, wie Armin Laschet glauben

machen will, oder passt nicht nur zu den Grünen, wie Wilfried

Kretschmann behauptet, sondern verbindet jene, denen

wichtig ist, was uns prägt und was uns eint: Beheimatungen,

familiäre Strukturen sowie Bewahrung der Schöpfung. Vor

allem setzen sie sich für Verantwortungsübernahme und

Subsidiarität als Grundprinzipien der Demokratie gegen

staatliche Überregulierung ein.

Wir laden Sie recht herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

ABLAUF

Begrüßung und Moderation:

Dr. Joachim Klose

Grußwort:

Generalkonsul Timothy Eydelnant

Referent:

Patrick J. Deneen

University of Notre Dame du Lac, Indiana/USA

Anschließend Diskussion

Hier können Sie sich für die Veranstaltung online anmelden. Onlineanmeldung

In Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Professur für Politische Systeme und Systemvergleich.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Eine Simultanübersetzung mit Kopfhörern steht zur Verfügung.

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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenem Haushalts.

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Die Teilnehmenden erklären mit der Anmeldung ihr Einverständnis, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während oder nach der Veranstaltung entstandene Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.

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Veranstaltungsort

Hygienemuseum Dresden, Martha-Fraenkel-Saal, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Referenten

Prof. Dr. Patrick J. Deneen
University of Notre Dame du Lac
USA
Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter für Sachsen und Leiter des Politischen Bildungsforums Sachsen

Joachim.Klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
Kontakt

Ulrike Büchel

Ulrike Büchel bild

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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