Veranstaltungsberichte

KONFERENZ – KLIMAWANDEL:

von Maria Fernanda Pineda
HERAUSFORDERUNGEN UND CHANCEN FÜR LATEINAMERIKANISCHE STÄDTE
Umweltexperten aus den unterschiedlichsten Gemeinden Perus, Chiles, Brasilien und Mexiko trafen am 27. Mai in Lima zusammen, um ihre Erfahrungen im Umgang mit Anpassungsstrategien an Klimawandel auszutauschen. Die Konferenz wurde vom KAS Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel in Lateinamerika, INICAM (Peru) und CDP,(Brasilien) sowie mit der Unterstützung der A2G Climate Partner (Peru) umgesetzt.

Bereits zum zweiten Mal trafen sich Experten aus ganz Lateinamerika auf Einladung des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung (EKLA-KAS), um über die Herausforderungen der Klimakommunalpolitik zu diskutieren. In Lima begrüßten Jorge Huarca Mejía, stellvertretender Leiter für Evaluierungen und Umweltqualität, der Gemeindeverwaltung Lima, Dr. Christian Hübner, Leiter des Regionalprogramms EKLA – KAS, Álvaro Ugarte, Leiter von INICAM und Frau Juliana Lopes, Leiterin von CDP die Teilnehmer. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem peruanischen Umweltministerium (MINAM) war es zudem möglich, die Veranstaltung im offiziellen Rahmenprogramm der ,Woche für die Klimaverantwortung (Semana del Compromiso Climático)“ in Lima durchzuführen, sodass die Veranstaltung mit über 130 Teilnehmern ein sehr großes Publikum erreichte.

Im ersten Panel diskutierten Herr Álvaro Ugarte, Leiter von INICAM, Herr Alberto Martín Barandiarán, Berater des peruanischen Umweltministers, Frau Sandra Torres Chávez, stellvertretende Leiterin für Umweltfragen der Gemeindeverwaltung der Provinz Arequipa (Perú), Frau Lenkiza Angulo, Leiterin des Programms zur Anpassung an den Klimawandel, PACC (Perú) und Herr Eduardo Carhuaricra Meza, Geschäftsführer des Verbands peruanischer Gemeinden. Die Panelisten tauschten zunächst ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel auf lokaler und regionaler Ebene in Peru aus. Dabei hoben sie hervor, dass die kürzlich in Peru stattgefundene COP20 dazu beigetragen habe, dass Klima- und Umweltpolitik in Peru insgesamt an Bedeutung gewonnen hätten. Außerdem wurde die Bedeutung der Beteiligung der Bürger bei Prozessen der Stadtplanung, Landverwaltung und Risikomanagement hervorgehoben, ebenso wie auch das Management der Auswirkungen des Klimawandels im ländlichen Raum, da die sich dort auswirkenden Faktoren einen großen Einfluss auf die Wasser- und Lebensmittelversorgung der Städte hätten.

Bei der zweiten Gesprächsrunde waren Frau Juliana Lopes, Leiterin von CDP, Herr Rogerio Menezes, Sekretär für Umweltfragen der Stadt Campinas, Brasilien und Herr Adolfo Toledo Parreño, Koordinator für Wasserressourcen des nationalen Wasserinstituts (Autoridad Nacional del Agua ANA), Frau Sofia Castro, regionale Koordinatorin des Programms Global Water Partnership GWP und Herr José Arakaki Nakamine, Bürgermeister der Gemeinde Lurin aufgerufen. Die Diskussion zielte vor allem auf die Thematik es effizienten Wassermanagements als Maßnahme zur Anpassungen an den Klimawandel ab. Ein Beispiel war hierbei die Herausforderung in der brasilianischen Stadt Sao Paulo: Dort herrsche Dürre und gleichzeitig steige der Wasserverbrauch an. Um diese Situation zu begegnen, arbeitete die Stadt mit anderen 20 Städten der Region gemeinsam an integralen Lösungen. In Peru habe man ähnliche Erfahrungen gesammelt wie in Brasilien: Hier zeichnet schon heute ein Wassermangel für das Jahr 2021 ab, weshalb bestehende Pläne wie der nationale Wasserressourcenplan dringend umgesetzt werden sollen.

Bei der dritten Gesprächsrunde wurden Strategien zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verminderung der Auswirkungen des Klimawandels auf Gemeindeebene behandelt. Im Panel saßen Arturo Caballero, Geschäftsführer von A2G Climate Partners (Perú), Frau Karina Marzano, Koordinatorin für Projekte des Regionalprogramms EKLA-KAS (Brasilien), Herrn Edilberto Orosco, Leiter für Umweltfragen der Gemeindeverwaltung der Provinz Cusco (Perú) und Herr Isidro Vidaurre, Präsident der Kommission für Umwelt der Gemeindeverwaltung der Provinz Lambayeque (Perú). Es die Möglichkeiten zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur und die Bildung von Public Private Partnerships (PPP) zur Verbesserung der Qualität sowie Erhöhung der Anzahl von Projekten betrachtet. Wichtig war zudem die Thematisierung der Einbeziehung von althergebrachten Erfahrungen und Praktiken. Im Rahmen der Umsetzung Anpassungsstrategien wurden zudem die Möglichkeiten zur Umsetzung neuer Geschäftsfelder bspw. im Abfallmanagement diskutiert.

In der letzten Gesprächsrunde wurden die Erfahrungen im Umgang mit dem Klimawandel auf lokaler Ebene mit internationalen Experten aus Chile, Brasilien und Mexiko ausgetauscht. Hierbei wurden die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und die Einbeziehung der Bürger sowie der Gemeindevertreter bei der Planung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel hervorgehoben. Ziel sei hierbei, dass diese an der Gestaltung der Maßnahmen und Umsetzung von Best-Practice-Maßnahmen im Bereich Wasserversorgung, Risikomanagement, Gesundheit, Biodiversität und Infrastruktur einbezogen würden. Um dies zu erreichen und um eine nachhaltige Entwicklung der Städte zu ermöglichen, dürften Klimawandel und Umwelt deshalb keine Nischenthemen bleiben, sondern müssten eine zentrale Stellung einnehmen. Außerdem bedürfe es einer größeren Investition in den Ausbau technischer Fähigkeiten. Teilnehmer der Runde waren Frau María Fernanda Pineda, Koordinatorin für Projekte des Regionalprogramms EKLA-KAS (Perú), Herr Jordan Harris, Leiter für Klimawissenschaften und politische Auswirkungen von Adapt Chile (Chile), Herr Rogerio Menezes, Sekretär für Umweltfragen der Stadt Campinas (Brasilien) und Herr Alejandro Leal, Leiter für Ökologie und Stadtreinigung der Stadt San Luis Potosí (Mexiko).

2015.05
2015.05

Über diese Reihe

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