Demografische Entwicklungen verlaufen nicht geradlinig. Die öffentliche Debatte richtet ihr Augenmerk inzwischen immer häufiger auf Fragen, die über den Renteneintritt der Babyboomer hinausgehen: Was geschieht auf dem Wohn- und Immobilienmarkt, wenn in den kommenden Jahrzehnten viele Häuser und Wohnungen in andere Hände übergehen, weil ältere Eigentümerinnen und Eigentümer ausziehen, vererben oder versterben? Auch für den Mittelstand wird die Frage drängender: Was geschieht, wenn eine große Generation nach und nach aus ihren bisherigen Rollen herauswächst und Betriebe, Verantwortung oder Eigentum weitergegeben werden müssen?
Die Folgen der gesellschaftlichen Alterung enden nicht mit dem Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben. Sie werden unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft verändern. Genau hier setzt die Analyse an. Sie richtet den Blick über die erste, inzwischen breit diskutierte Phase des demografischen Wandels hinaus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Auswirkungen der Alterung der geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen und welche regionalen sowie altersstrukturellen Verschiebungen dadurch sichtbar werden. Die Perspektive auf Länder und Kommunen macht Besonderheiten sichtbar, die im bundesweiten Gesamttrend leicht verdeckt bleiben. Alterung wirkt in wachsenden Städten, ländlichen Räumen, strukturschwachen Regionen und wohlhabenden Zuzugsgebieten unterschiedlich stark und zeitlich teils versetzt. Gerade deshalb braucht der Umgang mit dem demografischen Wandel nach 2030 einen genaueren Blick auf Räume, Zeitverläufe und Übergänge zwischen Lebensphasen.