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Nationalismus in Europa - Einheit in Vielfalt?

von Peter Fischer-Bollin, Oliver Ernst, Thorsten Geißler, Gabriele Baumann, Mikko von Bremen, Nino Galetti, Nele Katharina Wissmann, Felix Dane, Isabelle-Christine Panreck, Caroline Kanter, Silke Schmitt, Angelika Klein, Richard Forsén, Norbert Beckmann-Dierkes, Suzana Grubješić, Wilhelm Hofmeister, Martin Friedek, Frank Spengler, Bence Bauer, LL.M

Seit Jahren wächst der Nationalismus in Europa. Mit unserer Studie werfen wir einen Blick in zehn europäische Länder und untersuchen, welche Dynamiken vor Ort eine Rolle spielen

Seit Jahren wächst der Nationalismus in europäischen Ländern. Mit unserer Studie werfen wir einen Blick auf den Nationalismus in Bulgarien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, Serbien, Spanien und in Ungarn. Was sind die Triebkräfte vor Ort? Welche Dynamiken spielen eine Rolle? Und welche politischen Handlungsempfehlungen lassen sich ableiten, um Nationalismus wirkungsvoll einzudämmen?

Was sind die Triebkräfte, Ursachen und Perspektiven des Nationalismus in Europa? Dieser Frage geht die Konrad-Adenauer-Stiftung in der neuen Studie „Nationalismus in Europa – Einheit in Vielfalt?“ nach. Dabei werden von den Auslandsmitarbeiterinnen und Auslandsmitarbeitern der Stiftung nationalistische Parteien, Bewegungen und gesellschaftliche Akteure in zehn europäischen Ländern betrachtet: in Bulgarien, Finnland, Frank­reich, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, Serbien, Spanien und in Ungarn – also auch zwei Ländern, die nicht mehr oder noch nicht der EU angehören. Durch ihre Nähe zu den gesellschaftlichen und politischen Prozessen in den Gastländern bei gleichzeitig kritischer Distanz konnten sie Hintergrundanalyse und Tagesaktualität miteinander verbinden. Dabei wurde insbesondere nach den Entwicklungen der zurückliegenden fünf Jahre und den Perspektiven für die kommenden fünf Jahre gefragt. Neben vielen Gemeinsamkeiten im Auftreten nationalistischer Parteien werden auch unterschiedliche Voraussetzungen und Wirkungen in den jeweiligen Ländern deutlich. In einem abschließenden Kapitel werden zudem Politikempfehlungen formuliert, die von bildungspolitischen und erinnerungspolitischen Maßnahmen gegen nationalistische Geschichtsvergessenheit bis hin zum europaweit koordinierten Kampf gegen den gewaltbereiten extremistischen Nationalismus reichen.

Der politische Einfluss des Nationalismus in Europa ist nicht durch ein einzelnes Thema oder gar ein Ereignis ausgelöst worden, wie die Studie zeigt. Akteure haben offene und latente nationalistische Gefühle genutzt, um politischen Einfluss zu gewinnen. Das gilt für die politischen Debatten in den Ländern, regionale wie nationale Wahlen und auch die Wahlen zum Europäischen Parlament. Über nationale Wahlen konnten sie Einfluss auf nationale Regierungen bekommen, was sich über den Europäischen Rat auf die Handlungsfähigkeit Europas auswirkt. Auch Spaltungstendenzen in nationalistischen Parteien haben nicht zu deren Schwächung oder gar Verschwinden geführt.

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Norbert Lammert, erklärt dazu: „Die Studie arbeitet heraus, wie der Nationalismus nationale Reflexe überhöht und diese vor Regeln, Institutionen und das friedliche Zusammenleben stellt. Er ist daher nicht nur eine Bedrohung für das europäische Friedensprojekt, sondern für Demokratie und Freiheit in jedem europäischen Land. Regeln der Demokratie, die Repräsentation durch die Gewählten, der Rechtsstaat, die Kompromissfindung werden als Hindernis für die Durchsetzung der eigenen Weltsicht gesehen. Vielfalt der Meinungen, Kulturen und Vorstellungen wird vom Reichtum Europas zum Problem deklariert. Insbesondere die jüngere Generation muss dies als Herausforderung begreifen, um die friedliche, freiheitliche und wirtschaftliche, soziale Entwicklung Europas zu sichern.“

Die Studie erscheint bald auch auf Englisch.

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Bestellinformationen

ISBN

978-3-95721-730-1

erscheinungsort

Berlin

seitenzahl

152